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Düsseldorf/Saarbrücken (ots) - Die Landesregierung hat sich am Dienstag, 15.
September, mit Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Kirche im
Rheinland, der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) und
dem Beauftragten der Evangelischen Kirchen für das Saarland in der Staatskanzlei
ausgetauscht.
Ministerpräsidentin Rehlinger eröffnete das Gespräch mit einem Impuls zu
aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Mit Blick auf die
zunehmende Spaltung der Gesellschaft und das Erstarken rechtspopulistischen
Gedankenguts im Saarland, in Deutschland, Europa und der Welt betonten alle
Teilnehmenden die große Verantwortung von Kirche und Politik, die Demokratie und
Menschenrechte zu schützen. Vor diesem Hintergrund ging es dann auch um die
Frage, welche Maßnahmen Land und Kirchen im Blick haben und wie die
Zusammenarbeit der Institutionen künftig aussehen kann.
Ministerpräsidentin Rehlinger: In unsicheren Zeiten Orientierung geben
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger: "Das Vertrauen in gesellschaftliche
Institutionen leidet unter Desinformation und Populismus. Umso wichtiger ist es,
dass wir als staatliche und kirchliche Akteure Verantwortung übernehmen und
Haltung zeigen. Auf unterschiedliche Weise können wir in unsicheren Zeiten
Orientierung geben, Zweifeln mit Zuversicht begegnen und gemeinsame Werte der
Menschlichkeit und Solidarität verteidigen. Als Verbündete im Sinne des freien,
demokratischen Miteinanders ist es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben,
um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und unsere Demokratie zu stärken."
Kirchenpräsidentin Wüst: Vertrauen zurückgewinnen
Dorothee Wüst, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, betonte:
"Der Erfolg der AfD ist kein ostdeutscher Ausrutscher, sondern ein Warnsignal,
das uns alle angeht und das wir ernst nehmen müssen. Als Kirchen bleiben wir
klar in unserer Haltung: Viele Positionen der AfD stehen im Widerspruch zu dem,
wofür wir aus christlicher Überzeugung eintreten - Menschenwürde, Nächstenliebe,
Vielfalt und Solidarität. Aber wir dürfen nicht wie das Kaninchen vor der
Schlange auf die AfD starren und darüber aus dem Blick verlieren, um wen es
eigentlich gehen muss: um die Menschen, ihre Sorgen, ihre Unsicherheit, ihre
Enttäuschung und ihre Erwartungen an eine gute Zukunft. Die gemeinsame Aufgabe
von Politik, Kirchen, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft ist es,
Vertrauen zurückzugewinnen und erfahrbar zu machen, dass Demokratie
handlungsfähig ist und Zukunft gestaltet werden kann. Genau deshalb heißt unsere
Kampagne 'Aufstehen für ...': nicht ,gegen' andere, sondern für die Menschen und
für das, was unsere offene Gesellschaft trägt und zusammenhält."
Präses Latzel: Gemeinsam freiheitlich-demokratische Gesellschaft erhalten
Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, ergänzte:
"Gerade in politisch bewegten Zeiten ist es wichtig, dass Politik und Kirche
vertrauensvoll und gut zusammenarbeiten. Die Aufnahme des Gottesbezuges in die
saarländische Verfassung bringt das zum Ausdruck. Nur gemeinsam können wir
unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft erhalten. Ich freue mich, dass
wir dies im Saarland in beispielhafter Weise gemeinsam praktizieren. Die
gelungenen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit oder die Kooperation
bei den Special Olympics sind dafür nur zwei sichtbare Beispiele gewesen."
Pressestelle der Staatskanzlei
Stichwort: Saarländisches Kirchengebiet
Das Saarland berührt die Gebiete zweier evangelischer Landeskirchen: der
Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz. Zur
rheinischen Kirche zählen dabei 24 Kirchengemeinden mit insgesamt gut 111.000
Kirchenmitgliedern.
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