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Walldorf (ots) - Rund 4,8 Millionen Eigentumsimmobilien in Deutschland werden
der Babyboomer-Generation zugerechnet - etwa 32 Prozent des untersuchten
Bestands. Wenn in den kommenden Jahren immer mehr dieser Häuser verkauft oder
vererbt werden, könnte das Angebot deutlich wachsen. Dabei könnte ein größeres
Angebot in manchen Regionen auch den Preisdruck erhöhen. Doch nicht alle
Immobilien wären davon gleichermaßen betroffen. Vor allem ältere Häuser mit
hohem Sanierungsbedarf in schwächeren Lagen dürften unter Druck geraten, während
modernisierte Objekte in gefragten Regionen weiterhin gute Chancen haben.
Damit steht der Immobilienmarkt vor einer zunehmenden Teilung: Entscheidend wird
weniger, wie viele Häuser auf den Markt kommen, sondern welche Lage, Zustand und
Sanierungskosten dürften künftig noch stärker bestimmen, ob eine Immobilie
schnell einen Käufer findet oder lange angeboten werden muss. In diesem Beitrag
erfahren Sie, wie der Generationenwechsel Angebot und Preise verändert, welche
Häuser besonders betroffen sind und wo sich neue Chancen für Käufer ergeben.
Mehr Angebot, aber kein flächendeckender Preisverfall
Wie stark der Generationenwechsel den Markt tatsächlich verändert, hängt vor
allem von der Region ab. Denn nicht jede Immobilie der Babyboomer wird zeitnah
verkauft. Häuser werden vererbt, innerhalb der Familie übernommen, vermietet
oder zunächst behalten. Gerade bei Erbengemeinschaften können zudem mehrere
Jahre vergehen, bis eine Entscheidung fällt. Das zusätzliche Angebot dürfte
deshalb schrittweise auf den Markt kommen.
Schon heute zeigen sich große regionale Unterschiede. Während Wohnraum in vielen
Ballungsräumen knapp bleibt, sind die Preise in einigen ländlichen Gebieten
zuletzt real gesunken. Der Postbank Wohnatlas 2026 weist für 2025 beispielsweise
Rückgänge von 5,2 Prozent in Thüringen, 8,6 Prozent im Landkreis Aurich und 7,4
Prozent in Nordfriesland aus. Gleichzeitig fehlten deutschlandweit Ende 2024
rund 1,4 Millionen Wohnungen. Mehr Angebot durch den Generationenwechsel trifft
also keineswegs überall auf dieselben Marktbedingungen.
Sanierungsbedarf wird zum entscheidenden Preisfaktor
Besonders schwierig könnte der Verkauf älterer Einfamilienhäuser werden, wenn
über Jahre wenig modernisiert wurde. Alte Heizungen, schlechte Dämmung,
erneuerungsbedürftige Fenster oder ein sanierungsbedürftiges Dach bedeuten für
Käufer hohe Folgekosten. Entsprechend stärker fließt der Zustand bereits in die
Preisfindung ein.
Wie groß der Unterschied sein kann, zeigen aktuelle Auswertungen. Häuser der
schlechtesten Energieeffizienzklasse H wurden im März 2026 deutschlandweit im
Schnitt rund 17 Prozent günstiger angeboten als vergleichbare Objekte der Klasse
D. Andere Untersuchungen beziffern den Abstand zwischen den besten und
schlechtesten Energieklassen im ländlichen Raum sogar auf bis zu 51 Prozent.
Dabei ziehen Interessenten die erwarteten Sanierungskosten häufig nicht einfach
vom Kaufpreis ab. Weil sich versteckte Mängel und künftige Handwerkerkosten nur
schwer kalkulieren lassen, berücksichtigen sie zusätzlich einen Risikopuffer.
Ein hoher Sanierungsstau kann den erzielbaren Preis deshalb stärker belasten,
als die reinen Modernisierungskosten zunächst vermuten lassen.
Warum die Lage noch wichtiger wird
Ob ein älteres Haus trotz dieser Nachteile gefragt bleibt, entscheidet
maßgeblich der Standort. In Städten und gefragten Umlandlagen kann bereits das
Grundstück einen erheblichen Wert besitzen. Selbst ein Gebäude mit großem
Modernisierungsbedarf bleibt dort interessant, weil der hohe Bodenwert einen
Teil des Wertverlusts auffängt.
In strukturschwächeren Regionen fehlt dieses Polster. Treffen niedrige
Grundstückspreise, geringe Nachfrage und ein schlechter Gebäudezustand
aufeinander, kann der Marktwert deutlich sinken. Besonders betroffen sind damit
ältere Häuser in Gegenden, in denen ohnehin Leerstand besteht oder die Zahl
potenzieller Käufer begrenzt ist.
Zusätzlich kann die Finanzierung zum Hindernis werden. Bei kurzer
Restnutzungsdauer und erheblichem Sanierungsbedarf kann der von Banken
angesetzte Beleihungswert niedriger ausfallen als erwartet. Käufer müssen dann
mehr Eigenkapital einbringen. Gerade für junge Familien kann dadurch selbst eine
Immobilie schwierig finanzierbar werden, deren Kaufpreis zunächst attraktiv
erscheint.
Für Käufer entstehen neue Möglichkeiten
Wo viele ältere Eigenheime auf eine begrenzte Nachfrage treffen, dürften sich in
den kommenden Jahren größere Verhandlungsspielräume ergeben. Gerade
sanierungsbedürftige Objekte könnten günstiger zu bekommen sein, wenn Eigentümer
oder Erben einen zeitnahen Verkauf anstreben. Entscheidend ist jedoch, den
niedrigeren Kaufpreis den notwendigen Investitionen gegenüberzustellen.
Der Generationenwechsel dürfte den Immobilienmarkt daher weniger durch einen
allgemeinen Preissturz als durch eine stärkere Trennung verändern. Modernisierte
Häuser und Objekte in guten Lagen bleiben voraussichtlich gefragt. Unsanierte
Immobilien an schwächeren Standorten geraten dagegen stärker unter Druck. Für
Käufer entstehen dadurch Chancen - vor allem dann, wenn Kaufpreis,
Sanierungsaufwand und langfristiger Wert der Immobilie in einem vernünftigen
Verhältnis stehen.
Über André Heid:
André Heid ist Geschäftsführer der Heid Gruppe und ist auf Immobilienbewertungen
spezialisiert. Unterstützt von einem Team aus öffentlich bestellten und
vereidigten Sachverständigen, erstellt er jährlich über 6.000 Gutachten,
darunter umfassende Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Mit einem breiten
Kundenstamm, der Banken, Versicherungen, Gerichte, öffentliche Einrichtungen
sowie Privat- und Geschäftskunden umfasst, steht die zuverlässige und
professionelle Bewertung von Immobilien stets im Mittelpunkt. Weitere
Informationen finden Sie unter: Heid Immobilienbewertung
(https://www.heid-immobilienbewertung.de/Hamburg/) .
Pressekontakt:
Heid Immobilienbewertung GmbH
Verantwortliche: André Heid; Katharina Heid
E-Mail: mailto:presse@heid-immobilienbewertung.de
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OTS: Heid Immobilienbewertung & Immobiliengutachter sowie Sachvers
tändigen GmbH
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