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Wallern (ots) - Burn-out, Gedankenkreisen, innere Unruhe, mentale Erschöpfung -
Tobias Stumpfl von TOBIO kennt das nur zu gut aus eigener Erfahrung. Er bekam
Antidepressiva verschrieben, die er nie genommen hat. Stattdessen ist er durch
Zufall darauf gestoßen, welche Faktoren bei seinen oft als "Depression"
eingeordneten Symptomen offenbar eine wichtige Rolle gespielt haben könnten:
Ernährung, Stoffwechsel und eine genetische Komponente - das sogenannte
Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase-Gen, kurz MTHFR.
Warnzeichen wie Gedankenkreisen, innere Unruhe oder nachlassende Stressresilienz
werden lange übersehen, bis das System an seine Grenzen kommt. "Depressionen
oder Angststörungen sind aus meiner Sicht oft kein Anfang, sondern ein möglicher
Endpunkt einer längeren Entwicklung", weiß Tobias Stumpfl von TOBIO heute. Es
ist auch ein schmaler Grat zwischen "produktivem Nachdenken" und
"Gedankenkreisen". Die Probleme entstehen in der Regel eben nicht über Nacht,
sondern entwickeln sich über Jahre. Irgendwann ist der Leidensdruck dann
vielleicht so groß, dass man zum Arzt geht oder eine Psychotherapie beginnt.
Dann werden häufig zuerst die Lebensumstände betrachtet: viel Stress,
Schicksalsschläge, Beziehungsprobleme, Mobbing oder ähnliche Belastungen. "Das
eigene Wohlbefinden ist aber auch das Ergebnis biochemischer Vorgänge", meint
Tobias Stumpfl und fährt fort: "Und genau das wird leider oft übersehen." MTHFR
ist den meisten Betroffenen zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt. Auch in der
klassischen Abklärung von Gedankenkreisen, Erschöpfung oder depressiven
Verstimmungen wird dieser Stoffwechselaspekt meist nicht automatisch mitgedacht.
Während die Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper komplex sind, zeigen
wissenschaftliche Untersuchungen, dass bestimmte Varianten des MTHFR-Gens mit
einem erhöhten Risiko für psychische Beschwerden in Verbindung stehen können.
Tobias Stumpfl von TOBIO dazu: "Das Schöne ist, dass das eigentlich nicht
automatisch ein Problem sein muss, sondern vor allem dann relevant werden kann,
wenn über Jahre Ernährung, Nährstoffversorgung und Belastungen nicht
zusammenpassen." Diese Perspektive basiert nicht nur auf theoretischem Wissen,
sondern auch auf eigener Erfahrung. Ein früherer MTHFR-Befund ließ sich für ihn
zunächst kaum einordnen und blieb lange unbeachtet. Erst durch die intensive
Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Literatur zu Folatstoffwechsel,
Methylierung und Stoffwechselreserven sowie durch persönliche Erfahrungen mit
Burn-out und gesundheitlichen Belastungsphasen entstand ein tieferes Verständnis
für die komplexen Zusammenhänge.
MTHFR im Körper: Warum es um mehr geht als nur um ein Gen
Vereinfacht gesagt geht es bei MTHFR um die Frage, wie gut der Körper bestimmte
Nährstoffe in eine Form bringen kann, die er für Nerven, Energie,
Stressverarbeitung und zahlreiche Stoffwechselprozesse tatsächlich nutzt. MTHFR
steht für Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase und bezeichnet ein Enzym im
Folatstoffwechsel. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, Folat in die biologisch
aktive Form L-Methylfolat umzuwandeln. Diese wird im sogenannten
Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel benötigt, einem biochemischen Netzwerk, das an
zahlreichen zentralen Prozessen beteiligt ist. Dazu zählen unter anderem die
Bildung von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, die
Einfluss auf Stimmung, Antrieb und Stressverarbeitung haben können.
Darüber hinaus spielt dieser Stoffwechselweg eine wichtige Rolle bei der
Genregulation, beim Abbau von Homocystein, bei der Kreatinbildung, der
Zellteilung, der Myelinbildung sowie bei antioxidativen Prozessen und der
Bildung von Glutathion. Glutathion ist ein bedeutendes körpereigenes
Antioxidans, das an Schutz-, Reparatur- und Entgiftungsprozessen beteiligt ist.
Methylierung betrifft damit nicht nur die Psyche, sondern grundlegende Abläufe
in nahezu jeder Körperzelle.
Jeder Mensch besitzt zwei Kopien des MTHFR-Gens - eine von der Mutter, eine vom
Vater. Liegt eine Veränderung nur auf einer dieser Kopien vor, spricht man von
einer heterozygoten Variante. Sind beide Genkopien betroffen, handelt es sich um
eine homozygote Variante. Möglich ist auch eine kombiniert heterozygote
Konstellation, bei der beide Varianten gleichzeitig vorkommen. Je nach
genetischer Kombination kann die Aktivität des Enzyms unterschiedlich stark
reduziert sein. Entscheidend ist jedoch: Eine MTHFR-Variante allein sagt nicht
zuverlässig voraus, ob Beschwerden entstehen. Viele Menschen mit einer solchen
Variante bleiben gesund.
Warum der Alltag den Unterschied macht
Eine MTHFR-Variante lässt sich mit einem Motor vergleichen, der je nach
Ausstattung etwas effizienter oder weniger effizient arbeitet. Unter günstigen
Bedingungen fällt dieser Unterschied oft lange nicht auf. Sind ausreichend
Nährstoffe vorhanden und ist der Stoffwechsel nicht dauerhaft stark belastet,
kann das System über Jahre stabil funktionieren - trotz genetischer
Besonderheiten. Relevant wird eine solche Variante meist erst dann, wenn mehrere
Belastungsfaktoren gleichzeitig wirken. Chronischer Stress, Schlafmangel,
Bewegungsmangel, Mikronährstoffdefizite, hormonelle Veränderungen, Entzündungen
oder eine dauerhaft nährstoffarme Ernährung führen dazu, dass die Anforderungen
an den Stoffwechsel steigen.
Besonders kritisch ist dabei, dass sich viele dieser Faktoren schleichend über
Monate oder Jahre aufbauen. Chronische Entzündungen erhöhen den
Stoffwechselbedarf zusätzlich, da sie Reparatur- und Immunprozesse aktivieren.
Der Bedarf an Mikronährstoffen und Methylgruppen steigt, während die verfügbaren
Ressourcen oft gleichzeitig sinken. Genau in diesen Situationen zeigt sich, wie
belastbar das System tatsächlich ist. Eine MTHFR-Variante wird dann nicht zur
alleinigen Ursache, sondern zu einem zusätzlichen Faktor in einem bereits
belasteten System. Entscheidend ist deshalb nicht die genetische Veränderung an
sich, sondern die Frage, wie viele Reserven dem Stoffwechsel im Alltag
tatsächlich zur Verfügung stehen.
Welche Rolle spielen Ernährung und Nahrungsergänzung?
Gene allein lösen keine automatische Pflicht zur Supplementierung aus.
Entscheidend ist immer die individuelle Ausgangssituation. Methylierung ist ein
komplexer Prozess, der weit mehr als nur Folat benötigt. Damit dieser
Stoffwechselweg funktioniert, müssen zahlreiche Nährstoffe ineinandergreifen,
darunter L-Methylfolat, aktive Formen von Vitamin B12, Vitamin B2, Vitamin B6,
Cholin, Betain, Methionin sowie Mineralstoffe wie Magnesium und Zink.
Die Basis bleibt jedoch nach Ansicht von Tobias und Karin Stumpfl eine
nährstoffreiche Ernährung. Lebensmittel wie Eier, Fleisch und Innereien von
Wiederkäuern oder hochwertige Milchprodukte - sofern sie vertragen werden -
liefern wichtige Bausteine für den Stoffwechsel. Nahrungsergänzungen können
sinnvoll sein - jedoch nur dann, wenn sie individuell begründet sind.
"Nahrungsergänzungen sind bei MTHFR keine pauschale Pflicht - entscheidend ist
eine individuelle Prüfung anhand von Symptomen, Ernährung, Laborwerten und
Belastungsfaktoren", betont Tobias Stumpfl von TOBIO.
MTHFR richtig einordnen: Warum ein Gentest allein nicht ausreicht
Ein Gentest zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der Realität. Um zu verstehen,
wie der Stoffwechsel tatsächlich arbeitet, sollten funktionelle Laborwerte
einbezogen werden. Ein zentraler Marker ist dabei Homocystein, ergänzt durch
Parameter wie Vitamin B12, Folat oder weitere Werte, die Aufschluss über
Versorgung und Belastung geben.
Seine tatsächliche Aussagekraft zeigt sich erst im Zusammenspiel von Ernährung,
Schlaf, Stress, Entzündungen, Laborwerten und individuellen Beschwerden. Das
Ziel ist nicht, eine Genvariante zu behandeln, sondern den Stoffwechsel so zu
unterstützen, dass auch unter Alltagsbelastungen ausreichend Reserven vorhanden
sind.
Wer diesen Weg nicht allein gehen möchte, findet bei TOBIO mit Tobias Stumpfl
und Karin Stumpfl Ansprechpartner, die sowohl die wissenschaftliche als auch die
persönliche Seite dieses Themas kennen. Sie unterstützen dabei, individuelle
Zusammenhänge zu erkennen und nachhaltige Strategien zu entwickeln. Denn am Ende
ist nicht entscheidend, welches Gen vorliegt, sondern wie gut der Stoffwechsel
mit den Anforderungen des Alltags umgehen kann.
Sie möchten verstehen, welche Rolle Ihr Stoffwechsel, Ihre Ernährung und Ihr
Lebensstil bei Ihren Beschwerden spielen - und wie sich daraus konkrete,
individuelle Handlungsschritte ableiten lassen? Tobias und Karin Stumpfl von
TOBIO (https://tobio.at/) unterstützen Sie dabei, komplexe Zusammenhänge
einzuordnen und Ihren Stoffwechsel ganzheitlich zu betrachten - für mehr
Klarheit, Stabilität und langfristige Gesundheit.
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