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Köln (ots) - 71 Prozent der 6- bis 13-jährigen Schulkinder, die ChatGPT kennen,
finden es nicht in Ordnung, die KI heimlich in einer Prüfung zu benutzen. Sie
nach Ideen für eine Geschichte zu fragen? Finden 69 Prozent völlig okay. Kinder
haben für künstliche Intelligenz eigene Regeln und gehen dabei erstaunlich
reflektiert vor: Sie ziehen eine klare Grenze zwischen Hilfe und Täuschung. Das
sind aktuelle Erkenntnisse aus dem KINDER MEDIEN MONITOR 2026.
Hilfe ja, Täuschung nein
Nicht nur die heimliche Prüfungsnutzung lehnen Schulkinder, die ChatGPT kennen,
ab. Viele von ihnen finden es gar nicht okay, einen ganzen Text schreiben zu
lassen und ihn als eigenen abzugeben (57 Prozent) oder die Nutzung vor der
Lehrkraft zu verschweigen (56 Prozent). Umgekehrt ist es für 66 Prozent völlig
in Ordnung, ChatGPT zu fragen, wenn sie eine Aufgabe allein nicht verstehen.
Eine Grauzone ist die Kontrolle: 45 Prozent finden es voll okay, wenn Lehrkräfte
Texte streng auf KI prüfen, für 28 Prozent ist das gerade noch okay. Unter allen
6- bis 13-Jährigen, die ChatGPT kennen, gilt die KI vor allem als schlau (60
Prozent) und hilfreich (50 Prozent) - knapp ein Viertel erlebt sie wie einen
echten Menschen.
Angekommen im Kinderzimmer, nicht im Klassenzimmer
Die Nutzungszahlen zeigen, dass solche Abwägungen inzwischen eine große Mehrheit
der Kinder betreffen. Mehr als zwei Drittel aller 6- bis 13-Jährigen kennen
ChatGPT, bei den 10- bis 13-Jährigen sind es 91 Prozent. Und die Zurückhaltung
schwindet rasch - 2025 verzichtete noch knapp die Hälfte der 10- bis
13-Jährigen, die ChatGPT kannten, ganz auf die Nutzung, heute ist es nur noch
ein Viertel. Genutzt wird ChatGPT vor allem außerhalb des Unterrichts. Unter den
Kindern, die die KI kennen, setzen 45 Prozent sie in der Freizeit ein und 36
Prozent für Schulthemen oder Hausaufgaben. Im Unterricht selbst sind es nur 13
Prozent. Ähnlich reglementiert ist das Handy: 33 Prozent aller 6- bis
13-Jährigen dürfen keines mit in die Schule bringen, weitere 31 Prozent nur
ausgeschaltet bis zum Schulschluss. Bemerkenswert ist, wie gelassen viele Kinder
das nehmen: 59 Prozent der Schulkinder mit eigenem Handy finden die Regelung an
ihrer Schule gut oder sehr gut.
Schauen, Hören, Lesen und Gaming
Smartphone, TV und Computer oder Laptop sind Haushaltsstandard. Über eigene
Geräte verfügt eher eine Minderheit der 4- bis 13-Jährigen: Am ehesten gehört
ihnen eine Kinder-Audiobox (37 Prozent) oder ein Smartphone (35 Prozent),
Spielekonsole und Tablet folgen mit je 24 Prozent. Vielseitig ist ihr medialer
Freizeitalltag trotzdem. Mindestens mehrmals pro Woche schauen 92 Prozent
Sendungen, Serien oder Videos - im Fernsehen, per Streaming oder auf YouTube. 90
Prozent hören Musik, Radio, Hörspiele, Hörbücher oder Podcasts, 65 Prozent lesen
Bücher, Zeitschriften, Comics oder Mangas, und 58 Prozent spielen an Konsole,
Handy, Tablet oder PC. Angeschaut werden Inhalte am häufigsten im Fernsehen über
KiKA (60 Prozent) und TOGGO (57 Prozent); bei den 10- bis 13-Jährigen führen
YouTube (78 Prozent) und Netflix (63 Prozent). Über alle Altersgruppen hinweg
gilt dasselbe Prinzip - kein Medium löst ein anderes ab. Kinder legen neue
Kanäle über die alten und wechseln je nach Situation. Ältere Kinder nutzen mehr
Kanäle, nicht andere.
Kinderfreizeit ist hybrid
Bei aller Digitalisierung steht die Freizeit der 4- bis 13-Jährigen auf zwei
Beinen. Mindestens mehrmals pro Woche malen oder basteln 62 Prozent - genauso
viele, wie in diesem Rhythmus YouTube schauen. Sport erreicht 57 Prozent, Bau-
und Spielesets 56 Prozent. Beides liegt damit gleichauf mit Gaming (58 Prozent).
Mit dem Alter verschieben sich die Gewichte: Bei den 4- bis 5-Jährigen führt im
analogen Freizeitbereich Kreativsein mit 80 Prozent, ab zehn Jahren steht Sport
mit 66 Prozent an der Spitze. Im medialen Bereich legt Gaming mit dem
Älterwerden am stärksten zu - von 21 Prozent bei den 4-jährigen Kindern auf 80
Prozent bei den 13-jährigen.
Lesen bleibt ein eigenständiger Medienmoment
Auch im Plattformzeitalter ist Lesen kein Nischenverhalten. 43 Prozent der 4-
bis 13-Jährigen lesen mindestens mehrmals pro Woche Zeitschriften, Magazine,
Comics oder Mangas - fünf Prozentpunkte mehr als 2025. Bücher erreichen 59
Prozent. Beides liegt klar vor TikTok, Instagram oder Snapchat (27 Prozent) und
vor Podcasts (13 Prozent). Und Kinder haben dabei viel mitzureden: 96 Prozent
der 4- bis 13-Jährigen dürfen mindestens mitentscheiden, welche Bücher und
Zeitschriften sie lesen - bei Apps und Internetzeit bestimmen die Eltern
deutlich stärker mit.
Kinderzeitschriften erreichen 4,5 Millionen Kinder - und ihre Eltern gleich mit
Für jedes Alter und viele Interessen gibt es passende Kinderzeitschriften - von
Vorschultiteln über Comics und Wissensmagazine bis zu Sport und Lifestyle. Der
KINDER MEDIEN MONITOR 2026 liefert repräsentative Reichweiten für 24
Printmagazine: 4,54 Millionen Kinder (56,8 Prozent) zwischen 4 und 13 Jahren
lesen mindestens eine der ausgewiesenen Zeitschriften. Darüber hinaus erreichen
diese 5,88 Millionen Elternteile (73,5 Prozent). Kinderzeitschriften erreichen
damit nicht nur Kinder, sondern ganze Familien.
Über den KINDER MEDIEN MONITOR 2026
Neben Reichweiten bietet die repräsentative Markt-Media-Studie umfassendes
Datenmaterial zur analogen und medialen Freizeitgestaltung von Kindern. Darüber
hinaus bietet sie Einblicke in den Umgang mit künstlicher Intelligenz und
Handynutzung im Schulalltag sowie in die Mitbestimmung und Werbe-Touchpoints der
Kinder. Grundlage sind die Antworten von Kindern und Eltern. Der KINDER MEDIEN
MONITOR 2026 repräsentiert 8 Millionen Kinder in Deutschland im Alter von 4 bis
13 Jahren. Herausgeber sind Egmont Ehapa Media, RTL Deutschland und PANINI
Verlag. Der KINDER MEDIEN MONITOR 2026 ist eine Reichweitenstudie gemäß
ZAW-Rahmenschema. Die Ergebnisse der Studie sind zähl- und auswertbar über die
Planungs- und Analysetools mediMACH, M-Cloud und MDS-Cloud.
Weitere Informationen finden Sie ab 17.09.2026 auf https://eur03.safelinks.prote
ction.outlook.com/?url=http%3A%2F%2Fwww.kinder-medien-monitor.de%2F&data=05%7C02
%7C%7Cbb58a16881b241b7182e08df148e2a4a%7Cefce8346592b4b6eb1c20fd07bd5e442%7C0%7C
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Jörg Risken
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