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London, England (ots) - Viele Unternehmer befürchten, dass mit dem Verkauf ihres
Unternehmens auch dessen Identität verloren geht. Besonders
Private-Equity-Investoren gelten schnell als reine Finanzakteure, die
Unternehmen rein auf Effizienz und kurzfristige Rendite trimmen. In der Praxis
ist jedoch häufig das Gegenteil der Fall: Finanzinvestoren haben meist ein
großes Interesse daran, Geschäftsmodell, Management und Marke zu erhalten. Denn
gerade darin liegt der Wert ihrer Beteiligung.
Private Equity bedeutet nicht automatisch den Verlust der Unternehmensidentität.
Oft liegt der Wert einer Beteiligung gerade darin, das Unternehmen als
eigenständige Marke weiterzuentwickeln. Hier lesen Sie, warum Unternehmer
Private Equity nicht pauschal als Bedrohung sehen sollten, worin sich
Finanzinvestoren und strategische Käufer unterscheiden und welche Käuferstruktur
am besten zur Zukunft des Unternehmens passt.
Vorbehalte, die zu pauschal sind
Der Verkauf des eigenen Unternehmens ist für viele Unternehmer ein großer
Schritt - und meistens ist er mit zahlreichen Emotionen verbunden. Wer ein
Unternehmen über Jahrzehnte aufgebaut hat, betrachtet es nicht nur als
Vermögenswert - Name, Mitarbeiter, Kunden und Unternehmenskultur sind häufig ein
wesentlicher Teil des eigenen Lebenswerks. In diesem Zuge stellt sich ganz
automatisch die Frage, wie sich ein Betrieb nach der Übernahme verändern wird.
Gerade bei Private-Equity-Investoren herrschen dabei zahlreiche Vorurteile.
Viele Unternehmer verbinden Private Equity zunächst mit Kostensenkungen, hoher
Verschuldung und einem kurzen Anlagehorizont. Dominierend ist die Vorstellung,
dass Finanzinvestoren nach dem Einstieg vor allem auf Rendite optimieren,
während Kultur, Mitarbeiter und die langfristige Identität des Unternehmens auf
der Strecke bleiben.
Solche pauschalen Vorstellungen greifen allerdings zu kurz. Private Equity ist
kein einheitliches Modell, die Unterschiede zwischen einzelnen Investoren, ihren
Strategien und ihrem Umgang mit Beteiligungsunternehmen sind erheblich.
Unternehmer, die alle Finanzinvestoren über einen Kamm scheren, vergeben so
möglicherweise eine Chance, die besser zu den eigenen Zielen passt als jede
Alternative.
Warum Finanzinvestoren die Eigenständigkeit oft bewusst schützen
Ein Finanzinvestor kauft ein Unternehmen normalerweise nicht, um es in seine
eigene Organisation zu integrieren. Er investiert gerade deshalb, weil er an den
eigenständigen Wert und das Wachstumspotenzial dieses Unternehmens glaubt. Das
ist ein wesentlicher Unterschied zu einem strategischen Käufer: Denn dieser kann
sehr gute Gründe haben, Marken zusammenzuführen, Funktionen zu zentralisieren,
Standorte zu konsolidieren oder das Unternehmen vollständig in eine größere
Organisation zu integrieren. Das kann wirtschaftlich sinnvoll sein, bedeutet
aber häufig größere Veränderungen für das verkaufte Unternehmen.
Bei Private Equity ist die Logik oft eine andere. Wenn Marke, Management,
Unternehmenskultur oder Kundenbeziehungen einen wesentlichen Teil des
Unternehmenswertes ausmachen, hat der Investor ein starkes wirtschaftliches
Interesse daran, genau diese Faktoren zu erhalten. Darüber hinaus müssen
Unternehmer nicht zwingend vollständig aussteigen. Viele Transaktionen
ermöglichen es, einen Teil des Vermögens zu realisieren und gleichzeitig
beteiligt zu bleiben.
Dabei ist das Ziel, gemeinsam mit dem Investor eine zweite Wachstumsphase zu
gestalten und bei einem späteren Verkauf erneut wirtschaftlich zu partizipieren.
Kapital, M&A-Kompetenz, internationale Netzwerke und Erfahrung bei der
Professionalisierung eines Unternehmens können dabei eine attraktive Kombination
darstellen.
Das Management als Kern der Investmentthese
In vielen Private-Equity-Transaktionen ist das bestehende Management außerdem
ein zentraler Bestandteil der Investmentthese. Der Investor kauft schließlich
nicht nur Umsätze, Mitarbeiter oder Kundenverträge. Er investiert häufig auch in
die Menschen, die das Unternehmen aufgebaut haben und wissen, wie es erfolgreich
geführt wird. Deshalb bleibt das Management bei vielen Transaktionen nicht nur
im Unternehmen, sondern wird über eine eigene Beteiligung oder ein
Management-Incentive-Programm - also ein Anreizprogramm, das Führungskräfte am
künftigen Wertzuwachs beteiligt - zusätzlich am zukünftigen Wertzuwachs
beteiligt.
Die Rollenverteilung verändert sich dabei: Ein guter Finanzinvestor sollte nicht
versuchen, das Unternehmen selbst operativ zu führen. Seine Aufgabe ist
vielmehr, das Management als Eigentümer und Sparringspartner zu unterstützen -
etwa bei Strategie, Akquisitionen, Finanzierung, Internationalisierung oder beim
Aufbau zusätzlicher Managementkapazitäten.
Allerdings sollten Unternehmer realistisch bleiben: Reporting, Budgetierung und
die Geschwindigkeit strategischer Entscheidungen werden häufig professioneller
und formalisierter. Ein Private-Equity-Einstieg kann operative Eigenständigkeit
ermöglichen, bedeutet aber nicht, dass nach der Transaktion alles genauso
weiterläuft wie zuvor.
Den richtigen Investor finden, nicht nur den höchsten Preis
Wichtig ist in jedem Fall, bei der Suche nach einem Investor nicht allein auf
den Kaufpreis zu schauen. Gerade wenn der Unternehmer weiter beteiligt bleibt
oder noch mehrere Jahre operativ tätig sein möchte, ist die Wahl des Investors
fast vergleichbar mit der Wahl eines neuen Geschäftspartners. Dabei gilt zu
verstehen, wie der Investor Entscheidungen trifft, welche Renditeerwartungen er
hat und welche Strategie er für das Unternehmen verfolgt. Besonders relevant ist
die Frage, was nach dem Abschluss der Transaktion konkret passieren soll: Soll
das Unternehmen organisch wachsen? Sind Akquisitionen geplant? Gibt es
Vorstellungen zu Management, Marke oder Standorten? Wie lang ist der typische
Investitionshorizont?
Ebenso entscheidend ist eine sogenannte Reverse Due Diligence - eine
systematische Prüfung des Investors durch den Verkäufer. Verkäufer sollten nicht
nur akzeptieren, dass der Investor ihr Unternehmen prüft, sondern umgekehrt
genauso gründlich den Investor unter die Lupe nehmen. Dazu gehört, mit
Unternehmern anderer Beteiligungsunternehmen zu sprechen: Wie verhält sich der
Investor, wenn ein Budget nicht erreicht wird? Wie werden
Meinungsverschiedenheiten gelöst? Welche Unterstützung bekommt das Management
tatsächlich?
Solche Gespräche sagen häufig mehr aus als jede Präsentation im Verkaufsprozess.
Am Ende gibt es nicht den generell besten Käufer, sondern den Käufer, dessen
Kapital, Strategie und Vorstellungen am besten zu den Zielen der Gesellschafter
und zur nächsten Entwicklungsphase des Unternehmens passen. Für viele
Unternehmer kann das ein strategischer Käufer sein. Für andere kann gerade
Private Equity die bessere Möglichkeit sein, einen Teil ihres Vermögens zu
realisieren und gleichzeitig die Eigenständigkeit und Identität ihres
Unternehmens weitgehend zu erhalten.
Über Daniel Baade:
Dr. Daniel Baade ist CEO von Dyer Baade & Company in London. Die M&A-Beratung
unterstützt eigentümergeführte Unternehmen bei Unternehmensverkäufen und
Kapitaltransaktionen mit internationalen Investoren. Sein Schwerpunkt liegt auf
der strategischen Vorbereitung von Nachfolge- und Verkaufssituationen sowie der
Positionierung mittelständischer Unternehmen im internationalen
Private-Equity-Markt. Mehr Informationen unter: https://dyerbaade.com/
Pressekontakt:
Dyer Baade & Company
Dr. Daniel Baade
Website: https://dyerbaade.com/
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/182502/6353963
OTS: Dyer Baade & Company
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