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Berlin (ots) - Verbraucherinitiative fordert Ende des Verkaufsverbots für
Nikotin Pouches, verbindliche Standards, Alterskontrollen und wirksame
Marktaufsicht
Considerate Pouchers fordert einen spezifischen gesetzlichen Rahmen für
tabakfreie Nikotinbeutel ("Nikotin Pouches"). Die Verbraucherinitiative teilt
das Ziel eines konsequenten Jugend- und Gesundheitsschutzes. Aus ihrer Sicht
sollte die politische Debatte jedoch nicht bei der Nicht-Verkehrsfähigkeit der
Produkte stehen bleiben. Wo Nachfrage und Bezugswege über einen wachsenden
Graumarkt trotz bestehender Beschränkungen bestehen, brauche es klare Regeln und
wirksame Kontrollen. Damit widerspricht Considerate Pouchers einigen deutschen
und europäischen Gesundheitsorganisationen, die an der derzeitigen
Nicht-Verkehrsfähigkeit von Nikotin Pouches in Deutschland festhalten wollen.
"Nikotin ist nicht harmlos. Gerade deshalb brauchen wir verbindliche
Altersgrenzen, Nikotinobergrenzen, Qualitätsstandards und kontrollierte
Vertriebswege", sagt Juan Taborcia, Sprecher von Considerate Pouchers. "Das
derzeitige Verkaufsverbot schafft diese Kontrollen nicht. Ganz im Gegenteil:
Gerade junge Menschen haben einen leichteren Zugang über den Graumarkt ohne
Alterskontrollen."
Nikotin Pouches sind nicht harmlos und enthalten weiterhin das abhängig machende
Nikotin. Für erwachsene Raucher ist jedoch entscheidend, dass bei Nikotinbeuteln
kein Tabak verbrannt und kein Tabakrauch inhaliert wird. Ein vollständiger
Umstieg vom Zigarettenrauchen auf Nikotin Pouches kann daher die Aufnahme
zahlreicher Schadstoffe vermeiden, die beim Verbrennen von Tabak entstehen.
"Der Ansatz der Schadensminderung wird von Teilen der Gesundheitsorganisationen
bislang weitgehend ausgeblendet", kritisiert Taborcia. "Wer die gesundheitlichen
Folgen des Rauchens reduzieren will, sollte auch berücksichtigen, dass
rauchfreie Nikotinprodukte ein anderes Risikoprofil haben als verbrannte
Tabakprodukte."
Deutschland steht gleichzeitig weiterhin vor hohen Raucherzahlen. Die
DEBRA-Studie weist seit Jahren eine Rauchprävalenz von rund 30 Prozent aus. In
Schweden, wo mehr Menschen Nikotin Pouches nutzen, lag der Anteil der täglich
Rauchenden 2024 dagegen bei 5,4 Prozent. Das schwedische Beispiel lässt sich
nicht eins zu eins übertragen, zeigt aber, dass bei der Reduktion des Rauchens
auch unterschiedliche Risikoprofile von Nikotinprodukten Teil der Debatte sind.
Nikotin Pouches sind in Deutschland derzeit nicht verkehrsfähig. Gleichzeitig
lassen sich bestehende Bezugswege, insbesondere über grenzüberschreitende
Angebote, nicht vollständig unterbinden. Aus Sicht von Considerate Pouchers
stellt sich deshalb die Frage, wie der tatsächliche Zugang zu den Produkten
wirksamer kontrolliert werden kann. Darüber hinaus dokumentiert der
Wissenschaftliche Dienst des Bundestages Modellrechnungen, nach denen ein
regulierter Markt erhebliche Steuer- und Umsatzsteuereinnahmen ermöglichen
könnte. Für 2026 werden je nach Modell 311 bis 368 Millionen Euro genannt; für
2027 bis 2029 kumuliert 1,85 bis 2,2 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich
ausdrücklich um Schätzungen, nicht um festgestellte Steuerausfälle.
"Gesundheitsschutz und Steuereinnahmen gegeneinander auszuspielen, greift zu
kurz", so Taborcia. "Entscheidend ist, welche Regeln in der Realität für mehr
Schutz sorgen. Wenn Nachfrage und Bezugswege bereits bestehen, sollte der Staat
Möglichkeiten haben, Altersgrenzen, Produktqualität, Vertrieb und Besteuerung
wirksam zu kontrollieren."
Considerate Pouchers fordert deshalb einen spezifischen gesetzlichen Rahmen mit
18+-Regelung, verbindlichen Produkt- und Qualitätsstandards, Nikotinobergrenzen,
transparenter Kennzeichnung, kontrollierten Vertriebswegen, wirksamer
Marktaufsicht und angemessener Besteuerung.
"Regulierung bedeutet nicht Verharmlosung. Regulierung bedeutet Verantwortung."
Pressekontakt:
Raik Packeiser
Geschäftsleiter
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OTS: Considerate Pouchers
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