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Gleisdorf (ots) - Meta verschärft den Jugendschutz auf Instagram und Facebook:
Im Rahmen eines Vergleichs mit mehreren US-Bundesstaaten sollen Jugendliche in
den USA künftig standardmäßig ein tägliches Zeitlimit von zwei Stunden erhalten.
Zusätzlich sind weitere Schutzmaßnahmen geplant, um exzessive Nutzung
einzudämmen. Die Maßnahmen werfen eine grundsätzliche Frage auf: Reichen
technische Grenzen aus, um einen gesunden Umgang mit sozialen Medien zu fördern?
"Zeitlimits können Orientierung geben - sie ersetzen aber nicht die Fähigkeit,
den eigenen Medienkonsum zu steuern. Kinder und Jugendliche müssen lernen,
digitale Angebote selbstbestimmt zu nutzen und zu erkennen, wann ihnen eine
Pause guttut. Diese Kompetenz ist in einer zunehmend digitalen Welt wichtiger
als jede technische Sperre", sagt Marco Schnabl, Gründer von body'n brain®. In
diesem Beitrag erfahren Sie, warum Selbststeuerung und Medienkompetenz schon im
Kindesalter entscheidend sind, welche Rolle Eltern und Schulen dabei spielen und
wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien erreicht werden kann.
Warum zwei Stunden nicht die entscheidende Grenze sind
Ein festes Zeitlimit kann eine sinnvolle Leitplanke sein. Gerade jüngere Nutzer
erhalten dadurch einen äußeren Rahmen, der verhindert, dass aus wenigen Minuten
unbemerkt mehrere Stunden werden. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass
jede Nutzung unterhalb dieser Grenze unproblematisch und alles darüber
automatisch schädlich ist. Dafür unterscheiden sich Menschen und
Nutzungsgewohnheiten zu stark.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Zeit vor dem Bildschirm. Ebenso
wichtig ist, ob Kinder und Jugendliche ihren Konsum bewusst steuern können.
Schaffen sie es, eine App selbstständig zu schließen? Merken sie, wenn ihnen
eine Pause guttut? Und können sie sich anschließend wieder einer anderen
Tätigkeit widmen?
Gerade soziale Netzwerke erschweren diese Selbststeuerung. Reels, automatisch
nachgeladene Inhalte, Empfehlungen, Likes und Benachrichtigungen sorgen ständig
für neue Reize. Anders als bei einem Film oder einem Buchkapitel fehlt häufig
ein natürlicher Schlusspunkt. Aus einem kurzen Blick auf Instagram können so
schnell 20, 30 oder 60 Minuten werden.
Eine mögliche Lösung wären deshalb wieder deutlichere Endpunkte. Würde der Feed
nach einer bestimmten Anzahl von Beiträgen stoppen, müssten Nutzer aktiv
entscheiden, ob sie weitermachen möchten. Eine solche Unterbrechung schafft
zumindest einen Moment, in dem aus automatischem Scrollen eine bewusste
Entscheidung werden kann.
Selbststeuerung statt pauschaler Verbote
Social Media vollständig aus dem Alltag junger Menschen verbannen zu wollen,
dürfte kaum eine langfristige Lösung sein. Instagram und andere Plattformen
gehören für viele Jugendliche zur Kommunikation, Unterhaltung und
Informationsbeschaffung. Umso wichtiger ist es, neben der technischen Bedienung
auch einen reflektierten Umgang damit zu vermitteln.
Medienkompetenz bedeutet deshalb mehr, als Privatsphäre-Einstellungen zu kennen
oder problematische Inhalte zu erkennen. Kinder sollten mit zunehmendem Alter
ein Gefühl dafür entwickeln, wie digitale Angebote ihre Aufmerksamkeit
beeinflussen. Dazu gehört, wahrzunehmen, wann eine Pause sinnvoll ist, das
Smartphone bewusst wegzulegen und sich wieder auf eine andere Aufgabe
einzulassen.
Technische Begrenzungen können diesen Lernprozess unterstützen. Langfristig
sollte jedoch nicht allein das Gerät darüber entscheiden, wann Schluss ist. Ziel
ist vielmehr, dass junge Menschen zunehmend selbst erkennen, wann ihnen die
Nutzung nicht mehr guttut und entsprechend handeln.
Eltern müssen den Umgang mit Medien vorleben
Im Familienalltag können gemeinsame Regeln Orientierung schaffen. Denkbar sind
beispielsweise Social-Media-freie Phasen beim Lernen, während gemeinsamer
Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen. Statt jede Minute zu kontrollieren,
können Eltern zudem mit ihren Kindern darüber sprechen, warum das Aufhören bei
bestimmten Apps so schwerfällt.
Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf das eigene Verhalten. Wer bei jeder
Benachrichtigung zum Smartphone greift oder während des Essens Nachrichten
liest, vermittelt unbewusst, dass digitale Reize jederzeit Aufmerksamkeit
verdienen. Kinder orientieren sich schließlich nicht nur an Regeln, sondern auch
daran, was Erwachsene ihnen täglich vorleben.
Auch Schulen können einen Beitrag leisten. Neben klassischer Medienbildung
brauchen Kinder Räume, in denen sie lernen, bei einer Sache zu bleiben,
gemeinsam Aufgaben zu lösen, sich zu bewegen und nicht ständig dem nächsten Reiz
zu folgen.
Aufmerksamkeit lässt sich trainieren
Genau an diesem Punkt setzt auch das Konzept von body'n brain® an. Bewegung,
Koordination, Wahrnehmung und Denkaufgaben werden spielerisch miteinander
verbunden. Kinder müssen dabei beispielsweise körperlich aktiv sein,
Informationen verarbeiten und gleichzeitig ihre Konzentration auf eine Aufgabe
richten. Im Vordergrund stehen Spaß und kleine Erfolgserlebnisse statt
Leistungsdruck.
Damit werden Fähigkeiten angesprochen, die auch im digitalen Alltag relevant
sind. Wer lernt, die eigene Aufmerksamkeit gezielt auszurichten und nicht jedem
Impuls sofort zu folgen, schafft eine wichtige Grundlage für Selbststeuerung.
Gerade in einer Umgebung, in der ständig neue Reize verfügbar sind, gewinnt
diese Fähigkeit an Bedeutung.
Technische Grenzen allein reichen nicht
Das neue Zeitlimit von Meta kann Jugendlichen einen zusätzlichen Rahmen geben.
Es löst jedoch nicht die grundsätzliche Herausforderung, die durch ständig
verfügbare digitale Angebote entsteht. Dafür braucht es neben technischen
Schutzmechanismen Eltern, Schulen und Lernangebote, die Kinder schrittweise zu
einem eigenständigen Umgang mit Medien befähigen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger, ob zwei Stunden Instagram zu
viel oder noch vertretbar sind. Wichtiger ist, ob ein junger Mensch erkennt,
wann es genug ist - und dann tatsächlich aufhören kann. Je früher Kinder lernen,
ihre Aufmerksamkeit bewusst zu steuern, desto besser können sie mit einer
digitalen Welt umgehen, die ständig um diese Aufmerksamkeit konkurriert.
Über Marco Schnabl:
Marco Schnabl ist Gründer von body'n brain® und Entwickler des
Neuro-Fitness-Konzepts. Seit über 23 Jahren beschäftigt er sich in der Praxis
damit, wie Gehirn, Körper und Nervensystem zusammenspielen und wie Kinder durch
einfache, spielerische Impulse beim Lernen unterstützt werden können. Sein
Leitgedanke: Der Mensch gehört wieder in den Mittelpunkt. Weitere Informationen
unter: https://kindertrainer.info/
Pressekontakt:
VITACIA GmbH
Geschäftsführer: Marco Schnabl
E-Mail: mailto:info@body-brain-activity.com
Website: https://kindertrainer.info
Ruben Schäfer
E-Mail: mailto:redaktion@dcfverlag.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/180257/6354633
OTS: Vitacia GmbH
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