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Frankfurt am Main (ots) - Gesundheitsförderung im Mittelstand scheitert seltener
am Budget als an fehlender Zeit und fehlender Struktur. Die aktuelle
BARMER-Studie "Gesunde Arbeit. Anspruch und Wirklichkeit im Mittelstand" zeigt:
Ob Maßnahmen stattfinden, hängt nicht allein von Ressourcen ab, sondern
wesentlich von Überzeugungen, Haltungen und dem Führungsverhalten.
Gesundheit wichtiger als Innovation
Nahezu alle befragten Entscheider im Mittelstand nennen Kundenzufriedenheit (97
Prozent) und Produkt- beziehungsweise Dienstleistungsqualität (96 Prozent) als
wichtige Erfolgsfaktoren. Bemerkenswert ist, dass die Gesundheit der
Mitarbeitenden gleich dahinter (94 Prozent) und damit deutlich vor Innovation
und Nachhaltigkeit (je 73 Prozent) landet. Zugleich nehmen die Befragten wahr,
dass Gesundheit in ihren Unternehmen stärker an Bedeutung gewinnt als in ihrem
eigenen Leben.
Zahlreiche Maßnahmen, kaum System
Viele Unternehmen kümmern sich bereits aktiv um die Gesundheit ihrer
Belegschaft. Doch was gut gemeint ist, bleibt häufig an der Oberfläche.
Verbreitet sind vor allem niedrigschwellige Angebote wie kostenlose
Getränkeversorgung (79 Prozent), ergonomische Arbeitsplatzgestaltung (63
Prozent) oder Bewegungsangebote (62 Prozent). Maßnahmen, die ein echtes
Steuerungssystem erfordern, etwa die Auswertung von Gesundheitsberichten (29
Prozent), sind deutlich seltener.
"Fehlende Zeit ist das am häufigsten genannte Hindernis - und das ist kein
Zufall. Solange Gesundheitsförderung als Zusatzleistung gilt und nicht als
Kernprozess, wird sie immer zurückgestellt, wenn das Tagesgeschäft drängt", sagt
Jacqueline Preußer, Leiterin F.A.Z. Business Media | research.
Was den Unterschied macht
Was also zeichnet die Unternehmen aus, die trotzdem handeln? Entscheidend ist
nicht die Organisationsgröße, sondern das Verhalten der Entscheiderinnen und
Entscheider. Wer sich regelmäßig zum Thema informiert und Gesundheit als festen
Bestandteil der Führungsrolle begreift, setzt mehr Maßnahmen um als der
Durchschnitt der Befragten. Kooperativ geführte Unternehmen, in denen Gesundheit
als gemeinsame Verantwortung verstanden wird, schneiden dabei besonders gut ab.
Unter den Unternehmen, die bereits Gesundheitsangebote machen, überwiegen die
positiven Erfahrungen deutlich. Ein besseres Betriebsklima (59 Prozent) und eine
höhere Arbeitszufriedenheit (56 Prozent) stehen dabei ganz oben. Bei 31 Prozent
der mittelständischen Unternehmen haben die Angebote bislang zu weniger
Fehlzeiten geführt. Dass auch Mehrkosten (41 Prozent) und Verwaltungsaufwand (35
Prozent) genannt werden, überrascht nicht: Wer ohne externe Unterstützung, etwa
durch Krankenkassen, und ohne erprobte Prozesse startet, muss mit höheren
Ausgaben rechnen.
"Die Kosten für ein betriebliches Gesundheitsmanagement sind gut investiertes
Geld. Ein gesundes Arbeitsumfeld stärkt die Mitarbeiterbindung und
Arbeitgeberattraktivität. Diese Werte sind in Zeiten des Fachkräftemangels ein
klarer Wettbewerbsvorteil", sagt Simone Schwering, stellvertretende
Vorstandsvorsitzende der BARMER.
Über die Studie
Für die BARMER-Studie "Gesunde Arbeit" hat F.A.Z. Business Media | research
zwischen März und Mai 2026 insgesamt 550 Führungskräfte befragt. Die Stichprobe
ist repräsentativ für den deutschen Mittelstand (quotiert nach
Unternehmensgröße, Wirtschaftszweig und Region).
Die Studie ist hier als PDF abrufbar: https://research.faz-bm.de/wp-content/uplo
ads/2026/09/BARMER-Gesunde-Arbeit-2026.pdf
Pressekontakt:
F.A.Z. Business Media | research
Pariser Straße 1, 60486 Frankfurt am Main
Thilo Kampffmeyer
mailto:thilo.kampffmeyer@faz-bm.de
069 75 91-1727
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/178781/6355875
OTS: F.A.Z. Business Media | research
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