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Gesunde Arbeit im Mittelstand: Gut gemeint reicht nicht (FOTO)

21.09.2026 13:31 Uhr F.A.Z. Business Media | research

Frankfurt am Main (ots) - Gesundheitsförderung im Mittelstand scheitert seltener am Budget als an fehlender Zeit und fehlender Struktur. Die aktuelle BARMER-Studie "Gesunde Arbeit. Anspruch und Wirklichkeit im Mittelstand" zeigt: Ob Maßnahmen stattfinden, hängt nicht allein von Ressourcen ab, sondern wesentlich von Überzeugungen, Haltungen und dem Führungsverhalten.

Gesundheit wichtiger als Innovation

Nahezu alle befragten Entscheider im Mittelstand nennen Kundenzufriedenheit (97 Prozent) und Produkt- beziehungsweise Dienstleistungsqualität (96 Prozent) als wichtige Erfolgsfaktoren. Bemerkenswert ist, dass die Gesundheit der Mitarbeitenden gleich dahinter (94 Prozent) und damit deutlich vor Innovation und Nachhaltigkeit (je 73 Prozent) landet. Zugleich nehmen die Befragten wahr, dass Gesundheit in ihren Unternehmen stärker an Bedeutung gewinnt als in ihrem eigenen Leben.

Zahlreiche Maßnahmen, kaum System

Viele Unternehmen kümmern sich bereits aktiv um die Gesundheit ihrer Belegschaft. Doch was gut gemeint ist, bleibt häufig an der Oberfläche. Verbreitet sind vor allem niedrigschwellige Angebote wie kostenlose Getränkeversorgung (79 Prozent), ergonomische Arbeitsplatzgestaltung (63 Prozent) oder Bewegungsangebote (62 Prozent). Maßnahmen, die ein echtes Steuerungssystem erfordern, etwa die Auswertung von Gesundheitsberichten (29 Prozent), sind deutlich seltener.

"Fehlende Zeit ist das am häufigsten genannte Hindernis - und das ist kein Zufall. Solange Gesundheitsförderung als Zusatzleistung gilt und nicht als Kernprozess, wird sie immer zurückgestellt, wenn das Tagesgeschäft drängt", sagt Jacqueline Preußer, Leiterin F.A.Z. Business Media | research.

Was den Unterschied macht

Was also zeichnet die Unternehmen aus, die trotzdem handeln? Entscheidend ist nicht die Organisationsgröße, sondern das Verhalten der Entscheiderinnen und Entscheider. Wer sich regelmäßig zum Thema informiert und Gesundheit als festen Bestandteil der Führungsrolle begreift, setzt mehr Maßnahmen um als der Durchschnitt der Befragten. Kooperativ geführte Unternehmen, in denen Gesundheit als gemeinsame Verantwortung verstanden wird, schneiden dabei besonders gut ab.

Unter den Unternehmen, die bereits Gesundheitsangebote machen, überwiegen die positiven Erfahrungen deutlich. Ein besseres Betriebsklima (59 Prozent) und eine höhere Arbeitszufriedenheit (56 Prozent) stehen dabei ganz oben. Bei 31 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben die Angebote bislang zu weniger Fehlzeiten geführt. Dass auch Mehrkosten (41 Prozent) und Verwaltungsaufwand (35 Prozent) genannt werden, überrascht nicht: Wer ohne externe Unterstützung, etwa durch Krankenkassen, und ohne erprobte Prozesse startet, muss mit höheren Ausgaben rechnen.

"Die Kosten für ein betriebliches Gesundheitsmanagement sind gut investiertes Geld. Ein gesundes Arbeitsumfeld stärkt die Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität. Diese Werte sind in Zeiten des Fachkräftemangels ein klarer Wettbewerbsvorteil", sagt Simone Schwering, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER.

Über die Studie

Für die BARMER-Studie "Gesunde Arbeit" hat F.A.Z. Business Media | research zwischen März und Mai 2026 insgesamt 550 Führungskräfte befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für den deutschen Mittelstand (quotiert nach Unternehmensgröße, Wirtschaftszweig und Region).

Die Studie ist hier als PDF abrufbar: https://research.faz-bm.de/wp-content/uplo ads/2026/09/BARMER-Gesunde-Arbeit-2026.pdf

Pressekontakt:

F.A.Z. Business Media | research Pariser Straße 1, 60486 Frankfurt am Main Thilo Kampffmeyer mailto:thilo.kampffmeyer@faz-bm.de 069 75 91-1727

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/178781/6355875 OTS: F.A.Z. Business Media | research


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - F.A.Z. Business Media | research
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