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Wien (ots) - Der literarische Beirat der Internationalen Christine Lavant
Gesellschaft, dem Manfred Müller, Gudrun Hamböck, Alma Vallaza, Karin S. Wozonig
und Erich Klein angehören, hat nach eingehenden Beratungen vorgeschlagen, die
Schriftstellerin Laura Freudenthaler mit diesem Preis auszuzeichnen.
Laura Freudenthaler zählt seit vielen Jahren zu den anerkanntesten
Schriftstellerinnen Österreichs, die auch international großes Interesse
erfahren, wie die vielen Übersetzungen ihrer Werke in mehr als 14 Sprachen
beweisen.
Die Begründung der Jury
"Laura Freudenthaler, die in Salzburg geborene und in Wien lebende Autorin und
Übersetzerin, steht in der sprachskeptischen, phantastischen und feministischen
Tradition der österreichischen Erzählliteratur und fügt ihr eine originelle
Stimme und unverwechselbare Perspektive hinzu. Freudenthalers Bücher zeichnen
sich durch einen genauen Blick auf die Welt aus, sie schreibt mit einem
kritischen Bewusstsein für das, was schiefläuft in der Gesellschaft, im
Verhältnis der Geschlechter, im Umgang mit der Natur. Wie im Werk Christine
Lavants ist auch in Freudenthalers Erzählungen und Romanen die Literatur
Ausdruck individueller Wahrnehmung und zugleich Werkzeug der Beobachtung des
großen Ganzen.
Seit ihrem Erzählband "Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten" (2014) probt
Freudenthaler immer wieder neue literarische Zugänge zu gelingenden und
misslingenden zwischenmenschlichen Beziehungen, präzise, lapidar, mit der Kunst
der poetischen Nüchternheit. Im Zentrum ihres Debütromans "Die Königin schweigt"
(2017) stehen ein Frauenschicksal, dessen tragische Wendungen in einer
kristallinen Sprache erzählt werden, und die Frage nach der Möglichkeit, sich
aus einem Leben heraus zu erzählen. In ihrem zweiten Roman "Geistergeschichte"
(2019) bringt die unzuverlässige Erzählerin das Gefüge der Geschichte ins Wanken
und mit "Arson" (2023) liefert die Autorin einen ebenso eleganten wie grausamen
Beitrag zur Climate-Fiction , greift aber auch weit über dieses Genre hinaus. In
ihrem jüngsten Roman "Iris" (2026) seziert Freudenthaler unsere Gegenwart und
zeigt eindrücklich, dass sich Machtmissbrauch in die Körper einschreibt und
niemand davon unberührt bleibt.
Laura Freudenthalers Figuren stehen in einem erzählerischen Kosmos der
beiläufigen Ungeheuerlichkeit, der aus dem individuellen Erleben und Erfahren
ein Abbild einer Welt an der Kippe, am Rande des Untergangs macht. Die
diesjährige Preisträgerin des Christine-Lavant-Preises schreibt in
konzentrierten Erzählbewegungen, dicht und schnörkellos, über die großen Themen,
über Identität und Körpererfahrung, Erinnerung und Verlust, über das Gelingen
und das Scheitern, über Klimakatastrophe und weibliche Selbstbehauptung
Geschichten, die man nicht mehr vergisst".
Laura Freudenthaler
Geboren 1984 in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien.
Sie debütierte 2014 mit dem Erzählband "Der Schädel von Madeleine". Für ihren
Roman "Die Königin schweigt" (217) erhielt sie den Förderpreis zum Bremer
Literaturpreis. Dieser wurde 2018 als bester deutschsprachiger Debütroman beim
"Festival du premier Roman" in Chambéry ausgezeichnet. Für "Geistergeschichte"
(2019), ihren zweiten Roman, erhielt sie den Literaturpreis der Europäischen
Union. 2020 gewann sie den 3at-Preis bei der Tagen der deutschsprachigen
Literatur in Klagenfurt für ihren Text "Der heißeste Sommer". 2024 wurde sie mit
dem Anton-Wildgans-Preis ausgezeichnet.
Zuletzt erschienen im Jung und Jung Verlag Salzburg: "Arson" (2023) und der
Roman "Iris" (2026), der im März 2026 zum dritten Mal auf Platz eins der
ORF-Bestenliste war und der nun für die Longlist zum österreichischen Buchpreis
2026 nominiert wurde.
Auszeichnungen:
2024 Reinhard-Priessnitz-Preis
2024 Outstanding Artist Award in der Sparte Literatur
2024 Anton-Wildgans-Preis
2023 Buchpreis der Salzburger Wirtschaft
2021 manuskripte-Preis
2021 Droste-Förderpreis
2020 3sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt
2019 Literaturpreis der Europäischen Union
2018 Festival du premier Chambéry - bester deutschsprachiger Debütroman
2018 Literaturpreis der Stadt Bremen
Franziska Hackl
Die österreichisch-schweizerische Schauspielerin Franziska Hackl ist seit der
Spielzeit 2024/2025 festes Ensemblemitglied am Burgtheater, davor war sie u.a.
Ensemble Mitglied am Staatstheater Mainz und dem Residenztheater in München.
Einem breiten Publikum ist Franziska Hackl auch aus Film und Fernsehen bekannt,
hier waren es mehrere Tatort-Folgen, Landkrimis, München Mord und die TV-Serie
Tage die es nicht gab. Nominierungen als Beste Nachwuchsschauspielerin und die
Nestroy-Nominierung als Beste Schauspielerin für die Rolle der Medea zeugen von
ihrem großen schauspielerischen Potential.
Noreia String Quartet
Das Noreia String Quartet besteht aus vier jungen Musikerinnen*, die sich in
ihrem Schaffen dem Erarbeiten von außergewöhnlichen und zeitrelevanten
Konzertkonzepten verschrieben haben. Gemeinsam teilen sie das Interesse daran,
verborgene Schätze auszugraben und sie auf die Bühne zu bringen. Durch ein
vielfältiges und lebendiges Programm, das Zusammenwirken mit anderen
Kulturbereichen und das Experimentieren mit der Publikumssituation, spielt das
Noreia String Quartet gerne mit den manchmal allzu strengen Grenzen eines
klassischen Konzertsettings.
Der Christine Lavant Preis
Der Christine Lavant Preis wurde von der Internationalen Christine Lavant
Gesellschaft 2016 ins Leben gerufen, um an die Dichterin und ihr großartiges
Werk zu erinnern. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt
Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen - so
wie auch Christine Lavant - einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner
Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen. Der Preis wird auf Vorschlag
der international besetzten Jury an Personen vergeben, die in deutscher Sprache
schreiben und die von der Öffentlichkeit bereits als wichtige literarische
Stimmen wahrgenommen wurden. Kathrin Schmidt, Bodo Hell, Klaus Merz, Angela
Krauß, Judith Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, Yevgeniy Breyger, Ann
Cotten und Ulrike Draesner sind die bisherigen 10 PreisträgerInnen.
Matinee und Preisverleihung
Der Christine Lavant Preis wird auch dieses Jahr wieder im Rahmen einer
festlichen Matinee am Sonntag, 4. Oktober um 11 Uhr verliehen.
Im Burgtheater Kasino am Schwarzenbergplatz wird die
österreichisch-schweizerische BURG-Schauspielerin Franziska Hackl aus Briefen
und aus dem Werk von Christine Lavant lesen, musikalisch umrahmt vom Noreia
String Quartet.
ORF Kulturchef Martin Traxl moderiert.
Sponsoren, Förderer, Mitglieder
Die Aktivitäten der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, im Besonderen
die Dotierung des Christine Lavant Preises mit Matinee und Preisverleihung,
werden von der KELAG, der Berndorf Privatstiftung, dem Land Kärnten, der Hans
Schmid Privatstiftung und durch Beiträge der fördernden und ordentlichen
Mitglieder der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft finanziell
unterstützt.
Medienpartner
Der ORF, die BURG, die Wochenzeitung DIE FURCHE, das Magazin NEWS und die APA
Austria Presse Agentur begleiten die Aktivitäten der Internationalen Christine
Lavant Gesellschaft als Medienpartner.
Weitere Informationen zur Internationalen Christine Lavant Gesellschaft finden
Sie auf der Website http://www.christine-lavant.com
Pressekontakt:
Mag. Dr. Manfred Müller
Vorsitzender des Literarischen Beirats
E-Mail: mailto:office@ogl.at
Dr. Hans Gasser
Präsident der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft
E-Mail: mailto:hans.gasser@christine-lavant.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/121793/6358184
OTS: Internationale Christine Lavant Gesellschaft
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