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Gleisdorf (ots) - Deutschlands Schüler schneiden bei PISA so schlecht ab wie nie
zuvor: Jeder dritte 15-Jährige erreicht in Mathematik und Lesen nicht einmal die
grundlegende Kompetenzstufe. Doch schlechte Leistungen bedeuten nicht
automatisch, dass es Kindern an Intelligenz oder Begabung fehlt. Lernumfeld,
Motivation, individuelle Förderung und soziale Voraussetzungen können
erheblichen Einfluss darauf haben, ob ein Kind sein tatsächliches Potenzial in
der Schule abrufen kann.
Problematisch wird es, wenn Kinder irgendwann selbst glauben, sie seien einfach
nicht gut genug - obwohl ihre eigentlichen Stärken möglicherweise an ganz
anderer Stelle liegen oder im Schulalltag gar nicht erkannt werden. Nachfolgend
erfahren Sie, warum schulische Leistung und Intelligenz nicht gleichgesetzt
werden sollten, woran Eltern unentdeckte Stärken erkennen können und wie Kinder
unterstützt werden können, die in der Schule Schwierigkeiten haben.
Eine schlechte Note ist kein Intelligenztest
PISA misst konkrete Kompetenzen von 15-Jährigen, etwa wie gut sie mathematische
Probleme lösen oder Texte verstehen und einordnen können. Die Ergebnisse liefern
wichtige Hinweise darauf, wie erfolgreich ein Bildungssystem Wissen und
Fähigkeiten vermittelt. Sie bilden jedoch nicht die gesamte Begabung eines
Kindes ab.
Denn schulische Leistung entsteht unter bestimmten Bedingungen. Aufmerksamkeit
und Motivation spielen ebenso eine Rolle wie Schlaf, Stress, Sprachkenntnisse,
Bewegung, das Lernumfeld oder die soziale Situation. Ein Kind kann deshalb
Schwierigkeiten mit einer Klassenarbeit haben und gleichzeitig ausgeprägte
praktische, kreative, motorische oder soziale Fähigkeiten besitzen.
Genau diese Unterscheidung ist wichtig. Eine schlechte Note sagt zunächst, was
ein Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt und unter bestimmten Bedingungen leisten
konnte. Sie sagt nicht, welches Potenzial grundsätzlich in ihm steckt.
Wenn aus Misserfolgen ein Selbstbild entsteht
Wiederholen sich schlechte Noten, kann sich die Wahrnehmung des Kindes
verändern. Aus "Diese Aufgabe kann ich nicht" wird möglicherweise irgendwann
"Ich kann das nicht" - und schließlich "Ich bin einfach zu dumm". Damit wächst
die Gefahr, dass Misserfolge nicht mehr als veränderbar wahrgenommen werden.
Das kann wiederum die Motivation beeinflussen. Wer ohnehin davon ausgeht, eine
Aufgabe nicht bewältigen zu können, geht anders an sie heran als jemand, der
sich eine Lösung zutraut. Deshalb kommt kleinen Erfolgserlebnissen eine wichtige
Bedeutung zu. Sie können Kindern zeigen, dass Anstrengung zu Fortschritten führt
und Fähigkeiten entwickelt werden können.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Leistungsanforderungen abzuschaffen oder
schlechte Noten für bedeutungslos zu erklären. Kinder müssen grundlegende
Kompetenzen erwerben, und die PISA-Ergebnisse weisen auf ernsthafte Probleme
hin. Gleichzeitig wäre es zu kurz gegriffen, daraus mangelnde Begabung einzelner
Schüler abzuleiten.
Stärken zeigen sich nicht nur im Unterricht
Um herauszufinden, wo die Fähigkeiten eines Kindes liegen, lohnt sich deshalb
ein breiterer Blick. Eltern können beispielsweise beobachten, bei welchen Themen
ihr Kind von selbst neugierig wird und womit es sich auch ohne Aufforderung
länger beschäftigt. Ebenso aufschlussreich ist, welche praktischen, kreativen,
sportlichen oder sozialen Aufgaben ihm leichtfallen.
Auch Schwierigkeiten beim Lernen liefern Hinweise. Wann verliert das Kind den
Faden? Bei langen Aufgaben, unter Zeitdruck oder wenn es stillsitzen muss? Und
was verändert sich, wenn der Druck sinkt oder Lerninhalte anders vermittelt
werden? Solche Beobachtungen ersetzen keine fachliche Abklärung, können aber
helfen, Lernbedingungen besser zu verstehen.
Damit liegt die Verantwortung nicht allein bei Eltern oder Lehrkräften. Auch
Lehrer arbeiten häufig unter schwierigen Bedingungen und müssen sehr
unterschiedliche Kinder gleichzeitig erreichen. Statt Schuldige zu suchen,
sollte deshalb die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Voraussetzungen Kinder
benötigen, um erfolgreich lernen zu können.
Lernen ist mehr als Kopfsache
Dabei lohnt es sich, Lernen nicht ausschließlich als geistigen Prozess zu
betrachten. Gehirn, Körper und Nervensystem wirken zusammen. Bewegung kann
beispielsweise mit Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und kognitiven Anforderungen
verbunden werden, sodass Kinder Fähigkeiten auf eine andere Weise erproben als
im klassischen Unterricht.
Bei body'n brain® wird dieser Ansatz spielerisch aufgegriffen. Bewegung,
Koordination, Wahrnehmung und Denkaufgaben werden miteinander verbunden, sodass
Kinder unter anderem Aufmerksamkeit, Körpergefühl und Problemlösung trainieren.
Im Mittelpunkt stehen dabei kleine Erfolgserlebnisse und ein Lernen ohne
zusätzlichen Leistungsdruck. Der Ansatz versteht sich nicht als Ersatz für
Schule oder notwendige fachliche Unterstützung, sondern als ergänzender Zugang.
Gerade Kinder, die schulische Misserfolge bereits stark auf sich selbst
beziehen, können davon profitieren, Fähigkeiten auch außerhalb klassischer
Bewertungssituationen zu erleben. Statt immer mehr Druck aufzubauen, geht es
darum, neue Zugänge zum Lernen zu schaffen und die eigene Selbststeuerung zu
fördern.
Leistung ernst nehmen, ohne Kinder darauf zu reduzieren
Die schwachen PISA-Ergebnisse sollten nicht kleingeredet werden. Sie zeigen,
dass ein wachsender Anteil der Jugendlichen grundlegende Kompetenzen nicht
sicher beherrscht. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Kinder heute
weniger intelligent oder grundsätzlich weniger leistungsfähig sind.
Entscheidend ist deshalb ein differenzierter Blick: Wo liegen Schwierigkeiten,
welche Bedingungen tragen dazu bei und welche Stärken bleiben bislang ungenutzt?
Schulische Leistung ist wichtig und darf eingefordert werden. Sie beschreibt
jedoch niemals den ganzen Menschen. Wer Kindern ermöglicht, ihre Fähigkeiten zu
entdecken und Fortschritte wahrzunehmen, schafft eine wichtige Grundlage dafür,
dass das Lernen wieder mit Zutrauen statt mit der Erwartung des nächsten
Misserfolgs verbunden ist.
Über Marco Schnabl:
Marco Schnabl ist Gründer von body'n brain® und Entwickler des
Neuro-Fitness-Konzepts. Seit über 23 Jahren beschäftigt er sich in der Praxis
damit, wie Gehirn, Körper und Nervensystem zusammenspielen und wie Kinder durch
einfache, spielerische Impulse beim Lernen unterstützt werden können. Sein
Leitgedanke: Der Mensch gehört wieder in den Mittelpunkt. Weitere Informationen
unter: https://kindertrainer.info/
Pressekontakt:
VITACIA GmbH
Geschäftsführer: Marco Schnabl
E-Mail: mailto:info@body-brain-activity.com
Website: https://kindertrainer.info
Ruben Schäfer
E-Mail: mailto:redaktion@dcfverlag.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/180257/6361223
OTS: Vitacia GmbH
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