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Potsdam (ots) - Fantastische Militärgeschichten: Die neue Ausgabe der
Zeitschrift "Militärgeschichte" steht im Zeichen von Orks, Fantasy-Literatur und
dem russischen Krieg gegen die Ukraine. Zudem geht es um die Schlacht bei
Hastings, den Suezkrieg, den SFOR-Einsatz, die Zivilverteidigung und um Munition
im Meer.
Fantasy und Militär
Wie kam es dazu, dass der "Ork" im aktuellen Angriffskrieg Russlands gegen die
Ukraine eine so prominente Rolle einnehmen konnte? Wie wurden die russischen
Invasoren zu "Orks" und warum tauchen sie in deren Gestalt inzwischen selbst auf
Werbeplakaten der ukrainischen Armee auf? Wie kam es dazu, dass der
Google-Übersetzer "Russland" bei der Übersetzung ins Ukrainische zu "Mordor"
machte? Und wie hängen Krieg, Militär und Fantasy-Literatur überhaupt
miteinander zusammen?
Diesen Fragen geht Nils Birk in seinem Beitrag nach und analysiert, wie
Geschichten Kriege prägen. Ausgehend von Tolkiens "Herr der Ringe" zeigt er auf,
wie Mythen, Narrative und vor allem die Figur des "Orks" den Sprung in die
Realität vollzogen und dem ukrainischen Verteidigungskampf eine eigene
Bildsprache verleihen. Aber auch weit darüber hinaus prägen die Tolkien'schen
Fantasiewelten die Sprache moderner Kriegführung.
Die Schlacht bei Hastings
König Charles III., der britische Premierminister Andy Burnham und der
französische Präsident Emmanuel Macron stehen im Herbst 2026 staunend vor einem
einzigartigen historischen Artefakt: dem Teppich von Bayeux - einer historischen
Bildquelle, welche die Geschichte beider Länder untrennbar verbindet. Auf dem
Teppich festgehalten ist die Schlacht bei Hastings. Vor 960 Jahren, im Oktober
1066, brach der normannische Herzog Wilhelm der Eroberer von der französischen
Küste nach England auf und es gelang ihm, den englischen König Harald II.
vernichtend zu schlagen. Nicht nur militärhistorisch ist diese Schlacht von
besonderer Bedeutung, wie Martin Hofbauer aufzeigt. Wilhelm der Eroberer wurde
anschließend zum englischen König gekrönt. Normannische Kultur und
Herrschaftsvorstellungen hatten langfristig einen prägenden Einfluss in England.
Der Suezkrieg
Übersteht ein Bündnis militärische Alleingänge eines oder mehrerer seiner
Partner? Schiffsblockaden im Nahen Osten? Die Kooperation einzelner Verbündeter
mit gegnerischen Staaten? Was sich wie den gestrigen Nachrichten entnommen
anhört, liegt in diesem Fall bereits 70 Jahre zurück: all diese Aspekte finden
sich im Suezkrieg von 1956 (https://www.youtube.com/watch?v=-F0BvnfuzdY) . Der
ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser verstaatlichte damals den Suezkanal.
Dagegen vorgehen wollten Briten und Franzosen in einer geheimen Allianz mit
Israel. Militärisch war das Bündnis erfolgreich, doch Nasser wehrte sich mit
anderen Mitteln. Er versenkte mehrere Schiffe im Suezkanal und gefährdete
dadurch die Ölversorgung Mitteleuropas. Außerdem hatten die Alliierten nicht mit
dem Widerstand der USA gerechnet, die in die Pläne ihrer Verbündeten nicht
eingeweiht waren. In der Folge kooperierten die USA in den Vereinten Nationen
mit ihrem Erzfeind, der Sowjetunion, um das Vorgehen der eigenen Bündnispartner
zu stoppen. Ein militärhistorischer Krimi, dem Winfried Heinemann in seinem
Beitrag auf die Spur geht.
Zivilverteidigung im Kalten Krieg
Die Einrichtung neuer Schutzräume, die Neuauflage einer bundesweiten Warn-App,
regelmäßige Sirenenproben am 6. September eines jeden Jahres, 100 Milliarden für
die Bundeswehr, aber auch 100 Millionen für die Zivilverteidigung. Noch nie
wurde so viel für Verteidigung - die militärische wie die zivile - getan, wie
seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022. Noch nie seit Ende des Kalten
Krieges. Denn vor 1989/90 war die Bedrohungslage ebenfalls hoch. Die
Bundesrepublik bereitete Maßnahmen für einen möglichen Angriff des Warschauer
Paktes vor. Dass, damals wie heute, die zivilen und die militärischen Anteile
der Verteidigung unabdingbar miteinander zusammenhängen und sogar voneinander
abhängig sind, zeigt Cornelia Juliane Grosse in ihrem Beitrag für die Rubrik "Im
Blickpunkt". Schlaglichtartig zeichnet sie ein Bild der umfänglichen Maßnahmen
der Zivilverteidigung, zu der weit mehr gehört als Sirenentests und
Schutzraumplätze.
SFOR
Anfang der 1990er-Jahre war der Westbalkan eine Krisenregion. In den
Jugoslawienkriegen kämpften ab 1991 die Volksgruppen der Region um
Unabhängigkeit, staatliche Eigenständigkeit und ethnische Vorherrschaft. Die
blutige Auseinandersetzung wurde 1995 durch das Dayton-Abkommen eingehegt. Im
UN-Auftrag und NATO-geführt wurden zuerst die internationale IFOR
(Implementation Force) und anschließend die SFOR (Stabilisation Force)
eingesetzt, die mit einem robusten Mandat ausgestattet das Ende der
Kampfhandlungen erzwingen und die Lage stabilisieren sollten. Inwieweit es
gelang, diesen Auftrag umzusetzen, und wie sich die Bundeswehr an dem Einsatz
beteiligte, beleuchtet Agilolf Kesselring in seinem Beitrag.
Munition im Meer
Die Ostsee ist vermeintlich ein ruhiges Binnengewässer, in dem - abgesehen von
dem ein oder anderen Wal - nur selten etwas Außergewöhnliches auftaucht. Doch so
ruhig die Ostsee oberflächlich scheinen mag, wird es doch unruhiger, wirft man
einen Blick unter die Wasseroberfläche. Dies tun Christian Jentzsch und Uwe
Wichert in ihrem Beitrag. Sie zeigen auf, wie die Ostsee zu einem Sammelbecken
für Munitionsaltlasten wurde, die dort auch heute noch massenhaft unter der
Oberfläche lagern. Es ist ein gefährliches Erbe, das auch über 80 Jahre nach dem
Ende des Zweiten Weltkrieges noch in den Tiefen der Ostsee schlummert und einer
Beseitigung weitgehend harrt.
Die Ausgabe finden Sie kostenlos zum Download auf unserer Website (https://zms.b
undeswehr.de/de/publikationen-ueberblick/militaergeschichte-zeitschrift-historis
che-bildung-heft-2026-4-6163910) .
Pressekontakt:
Oberstleutnant Michael Gutzeit
Leiter der Informationsarbeit
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
0331 9714 400
mailto:ZMSBwPressestelle@bundeswehr.org
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/171701/6370896
OTS: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bu
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