|
Berlin (ots) - Die Bundesärztekammer weist die Darstellung der
Bundesapothekerkammer zurück, wonach mit der Verabschiedung eines Curriculums
die Voraussetzungen für die Durchführung sämtlicher Impfungen mit
Nicht-Lebendimpfstoffen in Apotheken geschaffen seien.
Der Gesetzgeber hat ausdrücklich vorgegeben, dass die Durchführung von
Schutzimpfungen durch Apotheken von einer ärztlichen Schulung abhängig ist. Das
Gesetz verpflichtet die Bundesapothekerkammer ausdrücklich, die betreffenden
Mustercurricula in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer zu entwickeln. Die
gestrige Pressemitteilung der Bundesapothekerkammer verschweigt jedoch den
weiterhin bestehenden fachlichen Dissens mit der Bundesärztekammer über die
Voraussetzungen für die Durchführung sämtlicher Impfungen mit
Nicht-Lebendimpfstoffen in Apotheken. Die Bundesärztekammer hat der
Bundesapothekerkammer wiederholt fachlich begründete Vorschläge für eine
angemessene Qualifizierung unterbreitet. Die Bundesapothekerkammer hält aber
offenbar weiterhin an einem Schnellkurs fest. Nach dem Curriculum der
Bundesapothekerkammer soll die Schulung für Apotheker, die bisher noch keine
Schulung hatten, nur 23 Unterrichtsstunden à 45 Minuten umfassen; davon sollen
12 Stunden im "Selbststudium" absolviert werden können. Faktisch geht es also um
elf Unterrichtsstunden, an denen künftige Impf-Apothekerinnen und -Apotheker
teilnehmen müssen.
"Wer meint, ohne Medizinstudium in eineinhalb Schulungstagen die Qualifikation
erwerben zu können, alle Impfungen mit Totimpfstoffen einschließlich der
Reiseimpfungen beurteilen und durchführen zu können, hat nicht verstanden, was
ärztliche Verantwortung bedeutet", stellt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der
Bundesärztekammer, klar. "Mit der Ausweitung der Impfbefugnisse auf sämtliche
Nicht-Lebendimpfstoffe gehen deutlich höhere Anforderungen an Anamnese,
Indikationsstellung, den Umgang mit Kontraindikationen sowie die Erkennung und
Beherrschung möglicher Komplikationen und Notfälle einher. Dies gilt
insbesondere für Reiseimpfungen und andere Impfungen, die eine umfassende
heilkundliche Kompetenz voraussetzen."
Die Bundesärztekammer unterstützt das Ziel, die Impfquoten in Deutschland zu
erhöhen und den Zugang zu Impfungen zu verbessern. Maßstab muss dabei jedoch
stets die Patientensicherheit sein. Dafür ist eine Qualifizierung erforderlich,
die dem Umfang und der Komplexität der übertragenen Aufgaben angemessen Rechnung
trägt.
Pressekontakt:
Bundesärztekammer
Dezernat Politik und Kommunikation
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
Tel. 030-400456700
Fax. 030-400456707
presse@baek.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/9062/6371002
OTS: Bundesärztekammer
|