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Bad Berka (ots) - Das Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka hat eine neue,
besonders schonende Operationsmethode für Patienten mit Aortenklappenstenose
etabliert. Bereits 45 Patienten wurden mit der sogenannten MICLAT-Technik
operiert.
Bei der MICLAT-Technik erfolgt der Eingriff über einen kleinen seitlichen Zugang
rechts am Brustkorb. Auf eine Eröffnung des Brustbeins kann vollständig
verzichtet werden. Der kurze seitliche Schnitt ermöglicht einen besonders
schonenden Zugang zum Herzen und bietet zugleich kosmetische Vorteile und
weniger Schmerzen. Die Erholung nach dem Eingriff erfolgt deutlich rascher.
"Wir können heute eine Aortenklappe ersetzen, ohne das Brustbein zu eröffnen.
Dabei bleibt ein entscheidender Vorteil der Operation erhalten: Die erkrankte
Klappe wird vollständig entfernt und wir können für jeden Patienten die passende
biologische oder mechanische Klappenprothese auswählen. Gleichzeitig ist
beispielsweise das Risiko, nach dem Eingriff einen Herzschrittmacher zu
benötigen, geringer als nach einem kathetergestützten Klappenersatz.
Entscheidend ist aber für jeden Patienten individuell die richtige Methode
anzubieten", erklärt Prof. Dr. Sabine Bleiziffer, Chefärztin der Klinik für
Herzchirurgie.
Die Aortenklappenstenose ist einer der häufigsten Herzklappenfehler. Der
chirurgische Aortenklappenersatz ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung
von Aortenklappenerkrankungen. In Deutschland werden jährlich rund 15.000
Aortenklappen operativ ersetzt. Etwa 10.000 Eingriffe erfolgen als alleinige
Aortenklappenoperation, rund die Hälfte davon minimal-invasiv über einen
kleineren Zugang anstelle einer vollständigen Eröffnung des Brustbeins. Weitere
etwa 5.000 Aortenklappen werden im Rahmen kombinierter Herzoperationen,
beispielsweise gemeinsam mit einer Bypassoperation, ersetzt. Dem stehen jährlich
rund 27.000 kathetergestützte Aortenklappenimplantationen (TAVI) gegenüber.
Am Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka stehen sämtliche modernen Verfahren
zur Behandlung von Aortenklappenerkrankungen zur Verfügung - von der
kathetergestützten TAVI über minimal-invasive Operationstechniken bis hin zu
komplexen chirurgischen Eingriffen. Welche Therapie zum Einsatz kommt,
entscheiden die Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam im interdisziplinären
Herzteam.
"Unser Vorteil in Bad Berka ist, dass wir alle Optionen haben. Die
kardiologischen Kollegen und wir Herzchirurgen schauen gemeinsam darauf, was für
den einzelnen Patienten heute die beste Behandlung ist und welche Möglichkeiten
wir ihm damit für die Zukunft erhalten. Gerade bei jüngeren Patienten spielt
dieses Lebenszeitmanagement eine wichtige Rolle. Die beste Therapie ist
diejenige, die am besten zum Patienten, zu seiner Anatomie und zu seiner
Lebensperspektive passt", sagt Bleiziffer.
Die zum Verbund der RHÖN-KLINIKUM AG gehörende Zentralklinik Bad Berka zählt mit
ihren 21 Fachkliniken und Fachabteilungen sowie ihrer über 120-jährigen
Geschichte zu den großen Thüringer Kliniken. Jährlich werden hier rund 40.000
Patienten behandelt, 1.800 Mitarbeitende sind an der Klinik beschäftigt.
https://www.zentralklinik.de/
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