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Frankfurt (ots) - Künstliche Intelligenz hat sich vom Pilotprojekt zum
produktiven Werkzeug im Kreditgeschäft entwickelt. In der aktuellen Studie "KI
im Kreditgeschäft 2026" der auf Finanzdienstleister spezialisierten
Unternehmensberatung Cofinpro gaben fast neun von zehn Befragten an, KI-Tools im
Kreditprozess zu nutzen. Mehr als acht von zehn rechnen mit zweistelligen
Kostensenkungen und mindestens drei Viertel erwarten große Wettbewerbsvorteile
in zentralen Bereichen des Kreditprozesses. Der Optimismus ist begründet. Von
denjenigen, die bereits KI einsetzen, berichten 77 Prozent von einer
Beschleunigung ihrer Prozesse um mehr als zehn Prozent.
"Die Experimentierphase ist vorbei. Nun beginnt für die Banken die
anspruchsvolle Aufgabe, aus technologischer Innovation einen nachhaltigen
Wettbewerbsvorteil zu erzielen", sagt Sven Dost, Senior Manager bei Cofinpro.
"Dies gelingt nur, wenn die Banken ihre Kreditprozesse so anpassen und
strukturieren, dass KI an den richtigen Stellen einen Mehrwert für Bank und
Kunden schafft und zugleich die regulatorischen Anforderungen erfüllt."
Die Erfahrungen mit dem produktiven KI-Einsatz sind positiv: Rund die Hälfte der
Nutzer sieht ihre Prozesse um 11 bis 25 Prozent beschleunigt, ein weiteres
Viertel sogar um mehr als 25 Prozent. "Damit erfüllt sich, was sich die
Institute von KI versprochen hatten", sagt Dost. "In der Vorgängerstudie vor
einem Jahr war der produktive Einsatz noch die Ausnahme. Jetzt zeigt sich: Die
Hoffnung auf bessere Prozesse, geringere Kosten und Wettbewerbsvorteile war
berechtigt."
Besonders hoch sind die Erwartungen an das Kostensenkungspotenzial: 83 Prozent
der Institute rechnen mit zweistelligen Einsparungen, 43 Prozent sogar mit mehr
als 30 Prozent. "Die Zahlen zeigen, welches wirtschaftliche Potenzial in KI
steckt. Aber eine KI-Anwendung macht noch keinen effizienten Kreditprozess",
sagt Dost. "Die großen Produktivitätseffekte entstehen dort, wo Institute nicht
nur einzelne Arbeitsschritte optimieren, sondern Daten, Anwendungen und
Entscheidungen zu einem durchgängigen Prozess verbinden."
Je leistungsfähiger die KI, desto wichtiger der Mensch
Die Institute betrachten KI als wichtige Unterstützung für die
Kreditentscheidung, jedoch nicht als Entscheider: 42 Prozent der Befragten
nennen Branchenanalyse und Markteinschätzung durch KI als geeignete
Einsatzfelder, 40 Prozent nennen Frühwarnindikatoren. Die eigentliche Votierung
erreicht mit 30 Prozent den niedrigsten Wert. Gleichzeitig erwarten 72 Prozent
der Studienteilnehmer durch den KI-Einsatz eine bessere oder deutlich bessere
Qualität von Kreditentscheidungen und -analysen.
Nach Einschätzung von Cofinpro-Experte Sven Dost bleibt die Verantwortung für
die Kreditentscheidung auch bei zunehmendem KI-Einsatz beim Menschen. Der
"Human-in-the-Loop"-Ansatz spiele deshalb eine wichtige Rolle: KI liefert die
Entscheidungshilfe, der Mensch trifft die Entscheidung und konzentriert sich auf
anspruchsvolle Aufgaben. "Je mehr Aufgaben KI in der Analyse übernimmt, desto
wichtiger wird die fachliche Validierung durch den Menschen", sagt Dost. "Gerade
bei der Kreditvergabe und -bearbeitung braucht es am Ende jemanden, der die
Ergebnisse fachlich einordnet und die Entscheidung verantwortet."
Mit der zunehmenden technologischen Reife verschieben sich auch die
Herausforderungen für die Institute. Die fehlende Akzeptanz bei den Mitarbeitern
ist mit 42 Prozent das am häufigsten genannte Risiko des KI-Einsatzes. 38
Prozent fürchten Fehlentscheidungen bei der Kreditvergabe und 36 Prozent eine
mangelnde Akzeptanz bei den Kunden. Regulatorische Risiken liegen mit 28 Prozent
dagegen am unteren Ende der Liste.
Dost sieht in den Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass die Akzeptanz bei
Mitarbeitern und Kunden für den weiteren KI-Einsatz eine größere Herausforderung
darstellt als regulatorische Vorgaben: "Banken sollten KI nicht daran messen,
wie viele Aufgaben sie automatisieren können. Entscheidend ist, ob der
Kreditprozess dadurch für Bank und Kunden tatsächlich besser wird. Dazu gehört
auch, bewusst festzulegen, wo KI analysiert und Entscheidungen vorbereitet und
wo menschliche Expertise und Verantwortung gefragt bleiben. Genau diese
Verbindung wird über den nachhaltigen Erfolg von KI im Kreditgeschäft
entscheiden."
Über die Studie
Für die Studie "KI im Kreditgeschäft 2026" wurden 102 Führungskräfte von Banken
und Finanzinstituten befragt. Die Teilnehmer gehören der Geschäftsführung, dem
Vorstand oder der Abteilungs- beziehungsweise Bereichsleitung an und sind in
unterschiedlichen Funktionen des Kreditgeschäfts tätig. Mithilfe der
Online-Befragung wurde untersucht, wie weit KI-Anwendungen inzwischen in den
Kreditprozessen etabliert sind, welche Effizienz- und Wettbewerbsvorteile die
Institute erwarten beziehungsweise bereits erzielen und wo sie die Risiken und
Grenzen des Einsatzes sehen.
Die Studienergebnisse finden Sie hier zum Download (https://cofinpro.de/assets/U
ploads/2026_COFINPRO_Studie_KI_im_Kreditgeschaft_2026.pdf) .
Über Cofinpro ( http://www.cofinpro.de )
Cofinpro unterstützt Deutschlands führende Banken und Fondsgesellschaften in der
Management-, Fach- und Technologieberatung. Zu den Kunden zählen große
Geschäftsbanken, die Sparkassen-Finanzgruppe und die Genossenschaftliche
FinanzGruppe. Gegründet 2007 als mitarbeitergetragene Aktiengesellschaft,
beschäftigt die Unternehmensberatung inzwischen rund 270 Bank- und
Technologieexperten. Das Haus hat 2026 zum 16. Mal in Folge vom Great Place to
Work®-Institut die Auszeichnung als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands
erhalten.
Pressekontakt:
corpNEWSmedia
Christoph Seeger
Redaktion
Tel.: +49 (0) 40 207 6969 81
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