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Bissendorf, Landkreis Osnabrück (ots) - Fachveranstaltung "Cool Down" in
Frankfurt zeigt: Klimaanpassung braucht langfristige Strategien - aber auch
Maßnahmen, die sofort Wirkung zeigen
Der Sommer 2026 war der zweitheißeste in Deutschland seit Beginn der Messungen
im Jahr 1881. Die Frage, wie Städte mit zunehmender Hitze umgehen, wird auch im
nächsten Sommer aktuell bleiben. Was lässt sich schon heute tun, damit
öffentliche Räume auch an heißen Tagen angenehm und lebenswert bleiben? Die
Vorbereitung darauf sollte jetzt beginnen.
Genau darum ging es bei der Fachveranstaltung "Cool Down 2026: Best Practice -
Sommerorte", zu welcher der Stadtmöbelhersteller Runge Ende August in das
Deutsche Architekturmuseum nach Frankfurt eingeladen hatte.
Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, Klimaingenieure und kommunale Vertreter
diskutierten, wie Städte mit zunehmender Hitze umgehen können und wie sich
kurzfristige Maßnahmen mit langfristiger Klimaanpassung verbinden lassen.
Langfristig planen, heute anfangen
Wie groß die Aufgabe ist, machte der Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Philip
Haggeney von RMPSL Landschaftsarchitekten deutlich: "Um den prognostizierten
Temperaturanstieg bis 2050 von ca. 2 Grad Celsius und den zunehmenden
Hitzestress in den Freiräumen auszugleichen, bräuchte es in den meisten Städten
in Deutschland eine Verdopplung des Grünanteils."
Entsiegelte Flächen, mehr Grün und vor allem Bäume gehören zu den zentralen
Bausteinen einer klimaangepassten Stadt. Darin sind sich die Fachleute einig.
Doch Bäume brauchen Zeit. Zwischen dem Pflanzen eines Baumes und dem Zeitpunkt,
an dem er einen aufgeheizten Platz wirksam beschattet, liegen viele Jahre. Und
in dicht bebauten Innenstädten fehlt häufig der Raum für zusätzliche Vegetation.
"Aber vor allem brauchen wir eines: den Mut, Maßnahmen auszuprobieren, ihre
Wirkung zu messen und daraus zu lernen."
Warum Runge zum Austausch eingeladen hat
Genau an diesem Spannungsfeld setzte "Cool Down" an. "Wir wollten mit der
Veranstaltung unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam
diskutieren, was Städte heute tun können, ohne die langfristige Entwicklung aus
dem Blick zu verlieren", sagt Oliver Runge , Geschäftsführer der Runge GmbH &
Co. KG. "Klimaanpassung ist eine Aufgabe, die Planung, Gestaltung, Technik und
vor allem die Perspektive der Menschen zusammenbringen muss. Der Austausch mit
Fachleuten und Kommunen hat gezeigt, wie vielfältig die Lösungswege sind, mit
denen wir schon heute für Veränderungen sorgen können."
Temporäre Lösungen als Türöffner
Wie das funktionieren kann, zeigt das Smart Green City Projekt "Innenstadt von
morgen" der Stadt Konstanz. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren zusammen mit
dem Kopenhagener Stadtplanungsbüro Gehl mit temporären Testräumen und
innovativen Kühlkonzepten verschiedene öffentliche Räume zu den sogenannten
"Sommerorten" umgestaltet. Dabei hat sie unterschiedliche Maßnahmen zur
Verbesserung der Aufenthaltsqualität erprobt, von Begrünung und Sonnenschutz bis
hin zu kühlender Hochdruck-Nebeltechnik.
"Es ging dabei nicht nur um unmittelbare Entlastung an heißen Tagen", erklärt
Lisa Müller-Schober von Gehl die Vorgehensweise. "Wir haben beobachtet, gemessen
und kartiert, wo sich Menschen bei Hitze aufhalten und welche Plätze gemieden
werden. Die Daten zeigen schwarz auf weiß, wo der Handlungsbedarf am größten
ist." Barbara Schaar , Projektleiterin der Konstanzer Sommerorte, ergänzt: "An
drei Sommerorten haben wir gezielt mit Sofortmaßnahmen reagiert. Diese ersetzen
keine langfristigen Umbauten. Doch sie zeigen uns, was Plätze brauchen, um auch
in Hitzeperioden attraktiv zu bleiben. Wo neue Bäume oder andere grundlegende
Umbauten kurzfristig nicht möglich sind, haben wir unter anderem mit
Sprühnebelsystemen gute Erfahrungen gemacht."
Nicht die Technik, sondern der Mensch ist der Maßstab
Wie Städte hitzeangepasst werden können, wurde bei "Cool Down" aus vier
Perspektiven betrachtet: Landschaftsarchitektur und Planung, Physik und
Wissenschaft, Menschen und Bürger sowie Städte und Kommunen. Dabei zeigte sich:
Nicht allein die technische Wirkung einer Maßnahme entscheidet über ihren
Erfolg. Im Mittelpunkt sollte immer auch die Frage stehen, wie Menschen einen
öffentlichen Raum erleben und nutzen.
"Hitzeresilienz sollte nicht bedeuten, dass Menschen sich in klimatisierte Boxen
flüchten, während draußen der Asphalt glüht. Wir müssen unsere Plätze und
Straßen so gestalten, dass der Wind wieder wehen darf und Bäume echten Schatten
spenden. Erst wenn wir den Außenraumkomfort sichern, gewinnen wir die Stadt als
sozialen Lebensraum zurück", betonte Dr. Wolfgang Kessling von Transsolar
KlimaEngineering.
In seinem Vortrag zeigte der Physiker auf, was Landschaftsbauer und Architekten
von heißeren Regionen lernen können. Dabei erklärte er, wie sich
Strahlungstemperatur, Luftbewegung, Verschattung und Verdunstung gezielt
kombinieren lassen, um Außenräume spürbar abzukühlen.
Aus der abschließenden Diskussion ergaben sich neun zentrale Erkenntnisse und
Empfehlungen:
- Bäume jetzt pflanzen: Langfristige Klimaanpassung braucht Vorlauf.
- Temporäre Maßnahmen als Türöffner nutzen: Erprobungen können den Weg für
dauerhafte Veränderungen bereiten.
- Sichtbarkeit und Beteiligung schaffen: Menschen sollten Veränderungen erleben
und mitgestalten können.
- Den Menschen in den Mittelpunkt stellen: Aufenthaltsqualität lässt sich nicht
allein technisch messen.
- Daten statt Bauchgefühl nutzen: Wirkung und Nutzung sollten beobachtet und
ausgewertet werden.
- Kühlung sozial denken: Besonders belastete und wenig begrünte Quartiere
brauchen Aufmerksamkeit.
- Passive Maßnahmen bevorzugen: Schatten, Grün und Verdunstung bleiben zentrale
Bausteine der Klimaanpassung.
- Mut zum Ausprobieren zeigen: Temporäre Lösungen schaffen Räume für praktische
Erfahrungen.
- Transparent kommunizieren: Gerade bei innovativen Maßnahmen braucht es
nachvollziehbare Informationen.
Für Kommunen beginnt die Vorbereitung auf den nächsten Sommer damit nicht erst
im Frühjahr. Wer Hitze-Hotspots jetzt identifiziert, Maßnahmen erprobt und ihre
Wirkung beobachtet, kann kurzfristige Entlastung mit einer langfristigen
Strategie verbinden.
Weitere Informationen:
Zum Event CoolDown 2026: https://runge-bank.de/themen/beat-the-heat
RMPSL Landschaftsarchitekten: https://www.rmpsl.la/
Transsolar KlimaEngineering: https://www.transsolar.com/
Gehl: https://www.gehlpeople.com/
Smart Green City Konstanz: www.smart-green-city-konstanz.de
(https://smart-green-city-konstanz.de/)
Über Runge:
Die Runge GmbH & Co. KG aus Bissendorf bei Osnabrück entwickelt seit mehr als
118 Jahren hochwertiges Stadtmobiliar. Das Familienunternehmen verbindet
handwerkliche Tradition mit zukunftsweisenden Technologien, um den öffentlichen
Raum lebenswerter zu gestalten - von der klassischen Parkbank bis zur smarten
Nebelkühlung.
Pressekontakt:
Carina Kirchner
Runge GmbH & Co. KG
Telefon: 05402 98448-0
E-Mail: mailto:marketing@mail-runge.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/181097/6372289
OTS: Runge GmbH & Co. KG
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