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Stuttgart (ots) - Während der Corona-Pandemie blieben viele Büros monatelang
leer. Mobiles Arbeiten wurde innerhalb kürzester Zeit vom Ausnahmefall zum
Standard. Sechs Jahre später dreht sich der Trend: Die Menschen kehren
schrittweise zurück ins Büro. Das ist ein Ergebnis des Drees & Sommer Workspace
Benchmark Reports 2026/27. Demnach schätzt die größte Gruppe der Befragten die
Auslastung ihrer Flächen auf 61 bis 70 Prozent ein. 2023/24 lag dieser Wert noch
zwischen 30 und 40 Prozent. Die Büropräsenz wächst tendenziell von zwei auf drei
Tage pro Woche. Für Unternehmen stellt sich damit eine neue Frage: Wie gestalten
sie Arbeitsumgebungen, die Mitarbeitende freiwillig nutzen und die einen
Mehrwert gegenüber dem Homeoffice bieten? Der Drees & Sommer-Report zeigt
aktuelle Entwicklungen und Kennzahlen. Zudem betrachtet er Arbeitswelten
ganzheitlich entlang der Dimensionen Mensch, Raum, Technologie und
Transformationskompetenz und geht damit über klassische Marktstudien hinaus. An
der Trendstudie nahmen mehr als 200 Personen aus 17 Branchen teil.
Der Workspace Benchmark Report 2026/27 ist bereits die vierte Studie von Drees &
Sommer zum Thema Arbeitswelten. Die neuen Erkenntnisse zeigen: Im Vergleich zur
Befragung 2023/24 hat sich das Auslastungsniveau nahezu verdoppelt und liegt nun
bei rund 70 Prozent. Die Immobilienbranche weist im Branchenvergleich die
höchsten Werte auf. Hier schätzen mehr als die Hälfte der Teilnehmenden die
Auslastung ihrer Flächen auf 61 bis 80 Prozent ein.
Dennoch bleibt mobiles Arbeiten ein fester Bestandteil der Arbeitsrealität, wie
die aktuelle Umfrage zeigt. So gehören zwei bis drei Homeoffice-Tage pro Woche
für 69 Prozent der Befragten zum Arbeitsalltag. Wer bis zu vier Tage mobil
arbeiten kann, nutzt dieses Angebot in der Regel auch. Anders sieht es hingegen
bei voller Freiheit aus: Von denjenigen, die an fünf Tagen von zu Hause aus
arbeiten dürften, bleibt die größte Gruppe nur an drei Tagen dort. Mitarbeitende
kommen also auch freiwillig ins Büro. Sie treffen sich zu Meetings und
Workshops, arbeiten gemeinsam an Projekten und tauschen sich direkt mit
Kolleginnen und Kollegen aus. Entsprechend gefragt sind Flächen für Teamarbeit,
Telefonate und kurze Abstimmungen sowie Orte für ungeplante Begegnungen.
"Menschen kommen heute nicht mehr ins Büro, um ungestört ihre Aufgaben
abzuarbeiten. Sie kommen, weil es einen konkreten Anlass gibt und das
Nutzererlebnis überzeugt. Damit wandelt sich die Rolle des Büros: Es wird
zunehmend zum sozialen und kollaborativen Mittelpunkt der Arbeitswelt.
Gleichzeitig bleibt es ein wichtiger Ankerpunkt für Mitarbeitende", sagt Sven
Mylius, Associate Partner und Experte für New-Work-Konzepte bei der Drees &
Sommer.
Attraktive Büros sind gefragter
Wie gut Büroflächen ausgelastet sind, hängt auch von ihrer Attraktivität für die
Mitarbeitenden ab: Als sehr attraktiv bewertete Büros sind im Schnitt zu 63
Prozent belegt, als nicht attraktiv bewertete nur zu 48 Prozent. Die Befragten
wissen auch, woran das liegt. Sie wünschen sich modernere Gebäude und
Arbeitswelten, die je nach Tätigkeit den passenden Ort bieten: Rückzugsräume zum
Konzentrieren, Bereiche für kreative Zusammenarbeit und Zonen für den
informellen Austausch. Auch Medientechnik steht weit oben auf der Liste.
"Attraktivität ist längst keine reine Gestaltungsfrage mehr. Moderne
Arbeitswelten müssen funktional überzeugen, technisch zuverlässig funktionieren
und Beschäftigten einen spürbaren Mehrwert bieten. Dann füllen sich die Flächen
auch", erklärt Mylius. Insgesamt stuften rund 72 Prozent der Befragten des
Trendreports ihre Büros als attraktiv bis sehr attraktiv ein.
Auch bei der Medientechnik zählt, wie konsequent Unternehmen ihre Räume
ausstatten: Wo höchstens jeder vierte Besprechungsraum über Videotechnik
verfügt, sind nur 39 Prozent der Befragten damit zufrieden. Sind es mindestens
drei von vier Räumen, steigt der Wert auf 75 Prozent. Jede Minute zählt: Ein
Raum sollte innerhalb von 30 Sekunden startklar sein. Wer die Wartezeit vor
Meetings deutlich verkürzt, spart laut Studie pro Tag mehrere Tausend Euro.
Führung macht aus Räumen eine Arbeitswelt
Eine weitere wichtige Erkenntnis des Workspace Benchmark Reports: Neue Räume
allein ändern wenig. 92 Prozent der Befragten sehen Führungskräfte als zentralen
Erfolgsfaktor für neue Arbeitswelten. Knapp 80 Prozent trauen der
Arbeitsumgebung einen hohen Einfluss auf die Unternehmenskultur zu, besonders
auf die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg. Von ihren Vorgesetzten
erwarten Mitarbeitende klare Zielbilder und ein Vorbild, das neue Arbeitsweisen
selbst vorlebt. "Neue Arbeitswelten entstehen nicht durch Möbel oder Grundrisse.
Entscheidend ist, dass Führungskräfte die gewünschten Verhaltensweisen vorleben
und Orientierung geben. Erst dann können Räume ihr volles Potenzial für
Zusammenarbeit, Kultur und Innovation entfalten", betont der
Arbeitswelten-Experte.
Weniger Fläche, mehr Qualität
Obwohl insgesamt wieder mehr Menschen ins Büro kommen, rechnen 54 Prozent der
Befragten damit, dass die Fläche pro Arbeitsplatz sinkt. Lediglich elf Prozent
erwarten einen höheren Flächenbedarf. Besonders ausgeprägt ist der Trend zur
Flächenreduktion in der Infrastruktur-Branche. 68 Prozent der Befragten aus
diesem Bereich rechnen damit, dass ihre Unternehmen Flächen abbauen. Ein
wichtiges Werkzeug für die Flächenreduktion bleibt Desksharing. So teilen sich
75 Prozent der Studienteilnehmer ihre Arbeitsplätze ganz oder in Teilbereichen.
Wer dieses Prinzip bereits nutzt, will es überwiegend ausbauen: Mehr als die
Hälfte der Befragten erwartet, dass ihr Unternehmen künftig noch stärker darauf
setzt. Ein Ergebnis der Trendstudie bleibt deshalb: Qualität statt Quadratmeter.
Daten und Technik: viel Potenzial, wenig Umsetzung
Um zu wissen, wie einzelne Flächen überhaupt genutzt werden, braucht es in
erster Linie Daten. So berichten 63 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen
Space Analytics einsetzt. Das datengestützte Analysetool erfasst die
Flächennutzung in Büros und hilft, diese zu verbessern. Große Unternehmen sind
dabei klar im Vorteil: 85 Prozent der Firmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden
analysieren ihre Flächen datengestützt, bei Firmen mit weniger als 50
Mitarbeitenden sind es nur 38 Prozent. Meist beschränkt sich die Analyse aber
auf Buchungssysteme. Sensoren oder Bewegungsanalysen nutzen bislang nur wenige,
um ihre Flächen aktiv zu steuern. "Wer Nutzungsdaten systematisch auswertet und
in Entscheidungen überführt, kann Flächen, Investitionen und Arbeitsangebote
gezielter weiterentwickeln. Das spart nicht nur Kosten, sondern macht auch den
Bedarf der Nutzer:innen sichtbar", betont Sven Mylius.
Kurzum: Erfolgreiche Arbeitswelten leisten heute weit mehr, als Flächen
bereitzustellen. Sie ermöglichen Zusammenarbeit, schaffen Orientierung,
unterstützen die Unternehmenskultur und entwickeln sich datenbasiert weiter.
Reine Workplace-Strategien reichen nicht mehr aus. Es gilt, die
unterschiedlichen Dimensionen von Arbeitswelten zu betrachten und die
Nutzer:innen in den Mittelpunkt zu stellen.
Über den Benchmark Report 2026:
Die anonyme Umfrage von Drees & Sommer, ein auf Bau, Immobilien und
Infrastruktur spezialisiertes Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart,
lief von Mai bis Juni 2026. 207 Personen aus 17 Branchen nahmen teil. 35 Prozent
der Befragten arbeiten in Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden, weitere
21 Prozent vertreten Unternehmen mit 1.000 bis 4.999 Mitarbeitenden. Die übrigen
rund 44 Prozent stammen aus kleineren und mittleren Unternehmen. Die
Vertreterinnen und Vertreter der Immobilienbranche, des Bildungssektors, der
öffentlichen Hand und der Finanzbranche stellen zusammen 70 Prozent der
Teilnehmenden.
Der Workspace Benchmark Report steht hier zum Download (https://www.dreso.com/de
/services/consulting/user-centric-solutions/workspace-benchmark-report-2026)
bereit.
Pressekontakt:
mailto:presse@dreso.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/134210/6373364
OTS: Drees & Sommer SE
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