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Berlin (ots) - Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur
Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche in Deutschland bietet
die Chance, die Versorgung mit Energien und Grundstoffen für Verkehr, Wärme und
Industrie langfristig zu sichern. Dazu sagt Prof. Christian Küchen,
Hauptgeschäftsführer beim en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie: "Jetzt
müssen die Voraussetzungen für Investitionen in bestehende Standorte und deren
Transformation dringend verbessert werden."
Die Kohlenwasserstoffwirtschaft bildet die Grundlage für 52 Milliarden Euro
Wertschöpfung pro Jahr und 584.000 Beschäftigte. Mineralöl ist der wichtigste
Primärenergieträger in Deutschland. "Heimische Raffinerien und Infrastrukturen
sind für eine verlässliche Versorgung mit Energie und Grundstoffen
unverzichtbar. Das zeigt sich gerade in der globalen Energiekrise", so Küchen.
Auch künftig werden flüssige Kohlenwasserstoffe in großen Mengen benötigt: für
die Luftfahrt, Teile des Straßenverkehrs sowie Industrien wie Chemie und
Bauwirtschaft. Dazu kommt, dass flüssige Energieträger im Krisenfall und für die
Verteidigung nicht zu ersetzen sind.
Küchen: "Die Sicherung und Modernisierung der Standorte sowie der Wechsel von
fossilen zu erneuerbaren Rohstoffen zum Erreichen der Klimaziele erfordern
Investitionen im Milliardenbereich. Doch Überregulierung, politische
Unsicherheit und Markteingriffe in die Preisbildung oder ein nicht verlässliches
Steuersystem schwächen den Standort Deutschland." Kapazitäten werden abgebaut,
Investitionen erfolgen in anderen Ländern. Das bedroht perspektivisch die
bislang sichere Versorgung. Küchen: "Nötig sind weniger Bürokratie, verlässliche
und technologieneutrale Regeln, tragfähige Märkte und geringere Einstiegsrisiken
für klimaschonende Technologien. Nur wettbewerbsfähige Standorte können die
Transformation stemmen." Klimaschutz müsse stärker industriepolitisch gedacht
werden.
Kontraproduktiv seien auch branchenspezifische Verschärfungen des
Wettbewerbsrechts, staatliche Preisregulierung und Pläne für eine sogenannte
Übergewinnsteuer. "Schon die Diskussion verunsichert Investoren und erschwert
die Mobilisierung des benötigten Kapitals." Stattdessen sei ein Maßnahmenpaket
mit verlässlichen Geschäftsmodellen für CO2-neutrale Kohlenwasserstoffe und ein
zügiger Ausbau der entsprechenden Infrastruktur erforderlich. "Einzelne
Gesetzesanpassungen reichen nicht. Wir brauchen einen ganzheitlichen,
sektorenübergreifenden Ansatz, eine Kohlenwasserstoff-Agenda. Deshalb ist es
gut, dass der Strategiedialog alle relevanten Ministerien sowie die Bundesländer
und Gewerkschaften einbezieht", so Küchen.
Pressekontakt:
Rainer Diederichs, Alexander von Gersdorff
en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.
Georgenstraße 24
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