|
Hannover und Garching b. München (ots) -
- Das Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer geht ins achte Jahr und zeigt: Die
Werte für die grundsätzliche Selbstbestimmung sind auf einem Tiefstand der
Aufzeichnungen.
- Finanzielle Absicherung im Alter bleibt die größte Sorge: Nur gut jede dritte
Person fühlt sich bei der finanziellen Altersvorsorge selbstbestimmt.
- Geschlechtergefälle bei Vorsorgeplanung: Männer planen mit 31 %
zuversichtlicher ihren Ruhestand als Frauen mit 19 %.
- Nur 12 % vertrauen bei finanziellen Engpässen auf staatliche Hilfe.
"Finanzielle Selbstbestimmung ist eine Grundvoraussetzung für ein
selbstbestimmtes Leben. Unsere Studie zeigt, dass der Wunsch danach in der
Gesellschaft fest verankert ist: 82 % der Menschen möchten ihr Leben finanziell
selbstbestimmt gestalten. Doch die Realität bleibt dahinter zurück. Das gilt
besonders für die Altersvorsorge - und für Frauen, die trotz gleicher
Verantwortung im Finanzalltag deutlich weniger Zuversicht in ihre eigene Planung
haben", fasst Dirk von der Crone, CEO von Swiss Life Deutschland, die Ergebnisse
des achten Selbstbestimmungsbarometers zusammen, für das im Juli 2026
repräsentativ 1.000 Personen in Deutschland befragt wurden. Seit 2019 untersucht
Swiss Life gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Bilendi das Gefühl von
Selbstbestimmung und Zuversicht der Bevölkerung in Bezug auf Finanzen und
darüber hinaus.
Selbstbestimmung im Wandel der Jahre: Im Alltag stark, bei Finanzen schwach
52 % der Befragten fühlen sich grundsätzlich selbstbestimmt - der niedrigste
Wert seit Veröffentlichung des Selbstbestimmungsbarometers (2019: 54 %, 2020: 63
%, 2021: 59 %, 2022: 56 %, 2023: 53 %, 2024: 57 %, 2025: 54 %). Auch insgesamt
ist das Stimmungsbild verhalten: Nur 36 % blicken optimistisch in die Zukunft.
Während sich die Menschen in Bereichen wie Freizeit (68 %), Sozialleben (66 %)
sowie Familie und Partnerschaft (64 %) vergleichsweise selbstbestimmt fühlen,
sieht es bei Finanzen und gesellschaftlicher Teilhabe anders aus. Nur 25 %
fühlen sich im Bereich Politik und Gesellschaft selbstbestimmt, bei den
aktuellen Finanzen sind es 46 % und bei der finanziellen Altersvorsorge
lediglich 35 %. Damit bleibt die Vorsorge der Lebensbereich mit gering
empfundener Selbstbestimmung.
Finanzielle Selbstbestimmung: Wunsch trifft auf strukturelle Hürden
82 % der Menschen wünschen sich, finanziell selbstbestimmt leben zu können. Was
das konkret bedeutet, ist im Vergleich zu Vorjahren weitgehend konstant:
genügend Geld zu haben (43 %), abgesichert zu sein (40 %), selbst entscheiden zu
können (37 %), regelmäßig Geld zurückzulegen (36 %) und die Ausgaben im Griff zu
haben (30 %). Die größten Hindernisse sind Preissteigerungen und Teuerung (65
%), gefolgt von zu geringem Einkommen (40 %), hohen Miet- und Energiekosten (38
%), Gesundheits- und Pflegekosten (37 %) sowie zu geringem Vermögen oder
Erspartem (36 %). Die weitgehend stabilen Werte innerhalb des
Selbstbestimmungsbarometers deuten darauf hin, dass sich wirtschaftliche
Belastungen zunehmend als dauerhafte Strukturprobleme verfestigen.
Dennoch sehen sich viele selbst in der Pflicht: 45 % fühlen sich selbst für den
Erfolg oder Misserfolg ihrer Vorsorge verantwortlich. Nur 12 % würden bei einer
finanziellen Schieflage auf staatliche Unterstützung vertrauen. 54 % halten es
für wichtig, bereits heute Geld für die Zukunft zurückzulegen, und 52 % wünschen
sich die Gewissheit, dass ihr Geld für ein langes, selbstbestimmtes Leben
reicht. Außerdem sagen nur 20 %, dass sie sich finanziell gut auf
unvorhergesehene Ereignisse (z. B. Krankheit oder Jobverlust) vorbereitet
fühlen. Jede zweite befragte Person glaubt, dass sie in der Rente weitere
Einkommensquellen (z. B. Teilzeitjobs) braucht, um ihren Lebensstandard halten
zu können.
"Zwischen dem Wunsch nach finanzieller Selbstbestimmung und der gelebten
Realität klafft weiterhin eine Lücke. 54 % der Befragten sagen, dass eine
bessere finanzielle Situation ihnen zu einem selbstbestimmteren Leben verhelfen
würde. Gleichzeitig zeigt unsere Studie: Geld allein ist nicht die Antwort.
Wissen, Planung und Zugang zu guter Finanzberatung sind mindestens genauso
entscheidend", betont von der Crone.
Finanzielle Selbstbestimmung: Unterschiede zwischen Frauen und Männern
Die Verantwortung für den finanziellen Alltag - etwa das Tagesbudget - ist
zwischen Männern und Frauen weitgehend ausgeglichen. Doch während Frauen im
Finanzalltag gleichwertig präsent sind, zeigen Studien, dass sie häufig einen
größeren Anteil des Mental Loads, also das unsichtbare Mitdenken, Planen und
Organisieren, tragen. Gleichzeitig fühlen sie sich bei langfristigen
Finanzentscheidungen deutlich weniger zuversichtlich und werden seltener als
Expertinnen für Finanzfragen wahrgenommen.
So zeigt sich zum Beispiel bei Investitionsentscheidungen ein Unterschied
zwischen den Geschlechtern: Hier geben Männer häufiger an, dass sie für diese
Entscheidungen verantwortlich sind (Männer: 52 %; Frauen: 41 %). Auch im
Hinblick auf die Zuversicht in die eigene Altersvorsorge zeigt sich ein Gender
Gap: Während sich 31 % der Männer bei ihrer Ruhestandsplanung gut aufgestellt
fühlen, sind es bei Frauen lediglich 19 %.
Ein ähnliches Bild gibt die Wahrnehmung von Finanzkompetenz ab: 20 % der Männer
geben an, bei Finanz- und Versicherungsthemen um Rat gefragt zu werden, bei
Frauen sind es nur 10 %. Hinzu kommt der Wunsch nach mehr Finanzwissen: 27 % der
Frauen möchten ihre Kenntnisse über Finanz- und Vorsorgethemen erweitern.
"Frauen übernehmen im Alltag viel finanzielle Verantwortung, doch bei der
langfristigen Vorsorge besteht weiterhin eine Lücke. Es fehlt nicht am
Interesse, aber häufig am Vertrauen in die eigene Finanzkompetenz. Es ist eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Frauen zu bestärken und Grundlagen zu schaffen,
um die finanzielle Zukunft selbstbewusst und frühzeitig in die Hand zu nehmen",
so von der Crone.
Finanzwissen stärkt die Zuversicht in die Altersvorsorge
Wer sich mit Finanzthemen gut auskennt, beschäftigt sich eher mit der eigenen
finanziellen Zukunft. Das zeigen die Ergebnisse der Studie: Von den Menschen,
die ihr Finanzwissen als hoch einschätzen, schieben nur 7 % Finanzthemen auf. 36
% bewerten ihre Ruhestandsplanung positiv. Anders sieht es bei Menschen aus, die
ihr Finanzwissen als gering einschätzen: Fast die Hälfte (45 %) schiebt
Finanzthemen auf und nur 24 % fühlen sich bei ihrer Ruhestandsplanung gut
aufgestellt.
Auch der Austausch über Geld hängt mit dem eigenen Finanzwissen zusammen:
Menschen, die ihr Finanzwissen als hoch einschätzen, sprechen häufiger mit ihrem
Umfeld über finanzielle Angelegenheiten (34 %) als Menschen mit gering
eingeschätztem Finanzwissen (19 %).
"Finanzen spielen dann eine größere Rolle im Leben der Menschen, wenn sie sich
auch kompetent fühlen. Wissen ist ein entscheidender Faktor, um vorausschauend
zu handeln und zu finanzieller Selbstbestimmung zu kommen. Das ist eine der
wichtigsten Erkenntnisse dieser Studie", so von der Crone.
Über das Selbstbestimmungsbarometer
Swiss Life unterstützt Menschen dabei, ihr Leben finanziell selbstbestimmt zu
gestalten. Mit einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe wird jährlich
ermittelt, wie selbstbestimmt die Menschen sich fühlen und welche Faktoren dafür
relevant sind. Für die aktuelle Studie wurden im Juli 2026 1.000 Personen in
Deutschland zwischen 18 und 79 Jahren online befragt. Das Barometer wird
zeitgleich in der Schweiz, in Frankreich und Österreich erhoben . Die Zahlen
sind gerundet.
Pressekontakt:
Medienkontakt
Swiss Life Deutschland
Unternehmenskommunikation
Nikola Gardeweg,
T 0511 9020-5196
M 0151 67543086
E-Mail: mailto:medien@swisslife.de
http://www.swisslife.de/medienportal
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/38757/6384504
OTS: Swiss Life Deutschland
|