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Garmisch-Partenkirchen (ots) - Ab Januar 2027 soll das neue staatlich geförderte
Altersvorsorgedepot starten. Sparerinnen können damit gezielt in Aktien und ETFs
investieren und ihre Altersvorsorge selbst gestalten. Doch bei der Vertragswahl
lauern Fallstricke: Hohe Gebühren, eine unpassende Anlagestrategie oder
ungünstige Auszahlungsbedingungen können langfristig viel Geld kosten. Worauf
sollten Frauen deshalb achten?
Wer ein Altersvorsorgedepot abschließt, sollte nicht nur auf die staatliche
Förderung schauen, sondern vor allem Kosten und Anlagemöglichkeiten vergleichen.
Dieser Beitrag gibt drei Tipps, wie Sparerinnen den passenden Vertrag finden.
1. Vertragskosten vergleichen und langfristige Auswirkungen berücksichtigen
Mit dem neuen Altersvorsorgedepot wird eine staatlich geförderte Altersvorsorge
möglich, bei der Sparerinnen gezielt in ETFs investieren können. Dabei spielt
die Höhe der laufenden Gebühren eine entscheidende Rolle. Denn selbst geringe
Kostenunterschiede können über mehrere Jahrzehnte erhebliche Auswirkungen auf
das angesparte Vermögen haben.
Für das gesetzlich vorgesehene Standarddepot gilt eine maximale
Gesamtkostenquote von einem Prozent. Allerdings bedeutet das nicht, dass andere
Angebote automatisch teurer sein müssen. Einige Anbieter werben bereits mit
besonders günstigen Konditionen und teilweise sogar mit einer Kostenquote von
null Prozent. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Verträge zu vergleichen,
sobald die konkreten Tarife verfügbar sind.
Besondere Vorsicht ist bei Angeboten mit aktiv gemanagten Fonds geboten. Diese
können Kostenquoten von 1,5 oder zwei Prozent aufweisen. Solche Produkte müssen
nicht grundsätzlich ungeeignet sein, allerdings sollten die zusätzlichen
Gebühren durch konkrete Vorteile gerechtfertigt sein. Entscheidend ist, ob der
Vertrag beispielsweise mehr Flexibilität bietet oder langfristig eine höhere
Rendite erwarten lässt.
Gerade bei einer Laufzeit von 20 oder 30 Jahren können höhere Kosten das
Endergebnis erheblich schmälern. Frauen sollten deshalb prüfen, welcher Anteil
ihrer Erträge durch Gebühren verloren geht und ob sich die zusätzlichen Ausgaben
tatsächlich lohnen.
2. Anlagestrategie an die persönliche Lebenssituation anpassen
Neben den Kosten entscheidet die Anlagestrategie darüber, ob ein
Altersvorsorgedepot zu den eigenen Bedürfnissen passt. Dabei stellt sich
zunächst die Frage, ob das Standarddepot ausreicht oder eine individuell
zusammengestellte ETF-Auswahl sinnvoller ist.
Das Standarddepot kombiniert üblicherweise einen breit gestreuten Aktien-ETF mit
einem Anleihen-ETF. Mit zunehmendem Alter wird im Rahmen eines sogenannten
Lebenszyklusmodells automatisch ein größerer Teil des Vermögens von Aktien in
Anleihen umgeschichtet. Dadurch sollen die Schwankungsrisiken vor dem Ruhestand
reduziert werden.
Für Frauen, die Wert auf eine automatische Risikoreduzierung legen, kann dieses
Modell geeignet sein. Allerdings ist die Umschichtung nicht für jede Sparerin
sinnvoll. Wer beispielsweise bereits über andere gesicherte Alterseinkünfte
verfügt, möchte möglicherweise länger einen höheren Aktienanteil halten, um
zusätzliche Renditechancen zu nutzen.
Individuell gestaltbare Depots bieten zudem weitere Möglichkeiten. Neben einem
weltweit investierenden ETF lassen sich beispielsweise Fonds mit Schwerpunkten
auf Technologie, künstlicher Intelligenz oder Energie auswählen. Solche Anlagen
können allerdings auch stärkeren Schwankungen unterliegen.
Entscheidend ist deshalb die persönliche finanzielle Situation. Wer bereits
anderweitig für das Alter abgesichert ist, kann möglicherweise höhere Risiken
eingehen als jemand, der hauptsächlich auf das Depotvermögen angewiesen sein
wird. Die Anlagestrategie sollte daher auch die vorhandenen Einkünfte und die
individuelle Risikobereitschaft berücksichtigen.
3. Auszahlungsbedingungen bereits beim Vertragsabschluss prüfen
Während viele Sparerinnen zunächst auf die Renditechancen achten, geraten die
späteren Auszahlungsbedingungen häufig in den Hintergrund. Dabei bestimmen sie
wesentlich mit, wie flexibel das angesparte Vermögen im Ruhestand genutzt werden
kann.
Das Altersvorsorgedepot ist ausdrücklich für die finanzielle Absicherung im
Alter vorgesehen. Deshalb können Anlegerinnen bei Vertragsende nicht vollständig
frei über das Kapital verfügen. Stattdessen sind bestimmte Auszahlungsformen
vorgesehen.
Eine Möglichkeit ist ein Auszahlungsplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr
reichen muss. Anders als bei der bisherigen Riester-Rente besteht damit nicht
mehr grundsätzlich die Verpflichtung, eine lebenslange Rentenzahlung zu wählen.
Das kann vorteilhaft sein, weil lebenslange Renten mit zusätzlichen Kosten
verbunden sein können.
Allerdings haben beide Varianten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Eine
lebenslange Rente gewährleistet regelmäßige Zahlungen bis zum Lebensende,
während ein zeitlich begrenzter Auszahlungsplan mehr Gestaltungsspielraum
ermöglichen kann. Dafür besteht das Risiko, dass nach Ablauf des Plans keine
weiteren Zahlungen aus diesem Vertrag erfolgen.
Frauen sollten deshalb frühzeitig überlegen, welche Auszahlungsform zu ihrer
späteren finanziellen Situation passt. Wer auf dauerhaft gesicherte Einnahmen
angewiesen ist, hat möglicherweise andere Anforderungen als jemand mit
ausreichenden Rentenansprüchen oder weiteren Einkommensquellen.
Auch bei der Anbieterwahl besteht kein unmittelbarer Zeitdruck. Zwar soll das
Altersvorsorgedepot am 1. Januar 2027 starten, doch die vollständige Förderung
für 2027 lässt sich auch bei einem späteren Vertragsbeginn sichern.
Voraussetzung ist, dass bis zum Jahresende der erforderliche Gesamtbetrag
eingezahlt wird. So bleibt ausreichend Zeit, um die Angebote zu vergleichen und
einen passenden Vertrag auszuwählen.
Über Katharina Dauenhauer:
Katharina Dauenhauer ist unabhängige Honorar-Finanzanlagenberaterin, Mentorin
für Vermögensaufbau für Frauen und Gründerin der Dauenhauer Consulting GmbH. Mit
ihrer Erfahrung im Bankwesen, in der Lehre und Beratung vermittelt sie
Finanzwissen verständlich und praxisnah. Ihr Schwerpunkt liegt auf der
finanziellen Beratung von Frauen ab 45. Zudem ist sie Autorin des Buches "Jetzt
oder nie - Investieren für Frauen ab 45+". Weitere Informationen:
https://katharinadauenhauer.com/
Pressekontakt:
Dauenhauer Consulting GmbH
Geschäftsführerin: Katharina Dauenhauer
E-Mail: mailto:kontakt@katharinadauenhauer.com
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OTS: Katharina Dauenhauer
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