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Berlin (ots) - Am 4.11.2026 fand der F.A.Z. Panel Talk "Schwarzmarkt außer
Kontrolle: Wenn Regulierung dem illegalen Handel in die Karten spielt" in Berlin
statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Strafverfolgung
und Wirtschaft diskutierten vor dem Hintergrund der jüngst beschlossenen
Tabaksteuererhöhung, wie illegale Märkte wirksamer zurückgedrängt werden können.
Aus Sicht von British American Tobacco (BAT) braucht Deutschland dafür einen
regulatorischen Ansatz, der Verbraucherschutz, stabile Steuereinnahmen und
fairen Wettbewerb gemeinsam denkt. Voraussetzung dafür sind klare und
verhältnismäßige Regeln, konsequenter Vollzug, mehr Zusammenarbeit und eine
realistische Bewertung von Ausweichreaktionen im Markt.
Regulierung darf illegale Anbieter nicht belohnen
Illegale Märkte seien längst kein Randphänomen einzelner Branchen mehr. Große
Preisunterschiede, regulatorische Lücken, digitale Vertriebskanäle und
unzureichender Vollzug führten dazu, dass Nachfrage in grenzüberschreitende,
graue oder illegale Kanäle abwandere. Damit gerieten nicht nur Steuereinnahmen
unter Druck. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher, rechtstreue Unternehmen
sowie Handel und Strafverfolgungsbehörden trügen die Folgen, darin waren sich
die Panelisten grundsätzlich einig.
"Der Tabakmarkt macht die Dimension des Problems wie ein Brennglas sichtbar:
24,6 Prozent der in Deutschland gerauchten Zigaretten werden nicht hierzulande
versteuert. Fast zwei Milliarden Zigaretten pro Jahr sind illegal, also
Fälschungen oder Schmuggelware", verdeutlichte Jorge Araya Remagni, Area
Director Central Europe and General Manager BAT Germany, in seiner
Eröffnungsrede.
"Es gibt bei illegalen Zigaretten ein geringes Entdeckungsrisiko, geringen
Verfolgungsdruck, aber hohe Renditen und wenig Strafandrohung", unterstrich
Frank Buckenhofer als Vorsitzender der Bezirksgruppe Zoll bei der Gewerkschaft
der Polizei.
"Durch die stärkeren Kontrollen der EU-Außengrenzen verlagert die Organisierte
Kriminalität die Produktion direkt in die EU. Während wir hier sitzen, wird
kräftig produziert", so der Osnabrücker Strafrechtsprofessor Arndt Sinn.
"Alles, was in Deutschland konsumiert wird, muss auch in Deutschland versteuert
werden. Das passiert heute nicht und wird nach der Preiserhöhung durch die
Steuer noch viel weniger funktionieren. Wenn der Staat trotzdem mit mehr
Einnahmen rechnet, muss er auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Wir sind
bereit unseren Beitrag zu leisten", erklärte Blagoje Jovanovic, Deutschlandchef
von British American Tobacco.
Nikotin Pouches: Regulierungslücke statt Verbraucherschutz
Besonders deutlich wurde der regulatorische Handlungsbedarf auch bei tabakfreien
Nikotin Pouches. Rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland nutzen die Produkte
laut Bundesinstitut für Risikobewertung bereits, obwohl ein deutscher
Rechtsrahmen fehlt. Der Markt existiert damit faktisch, aber Produktstandards,
Alterskontrollen, Besteuerung und behördlicher Vollzug fehlen. Nach vorliegenden
Schätzungen liegt das ungenutzte Steuerpotenzial 2027 bei rund 500 Millionen
Euro und könnte bis 2029 auf mehr als 800 Millionen Euro steigen.
Die Wissenschaftlerin Maike Roth von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
hat die Einstellung von Nikotinkonsumentinnen und Konsumenten untersucht und
erklärte: "Nach unseren Ergebnissen haben die Nutzer neuer Nikotinprodukte noch
deutlich häufiger Zugänge zum Schwarzmarkt als Zigarettenraucher. Das zeigt, wie
etabliert die illegalen Kanäle bei den Produkten bereits sind."
Anja Karliczek MdB, Mitglied des Finanzausschusses und Vorsitzende des
Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages, wandte ein: "Wenn die Produkte
bereits breitflächig verfügbar sind, müssen wir uns auch den Tatsachen stellen.
Die aktuelle Lage stellt keine Verbesserung beim Gesundheits-, Jugend-, oder
Verbraucherschutz dar, stärkt aber gleichzeitig illegale Strukturen". Weiter gab
sie an: "Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit, deshalb sollten
wir nicht die Augen vor dem verschließen, was ohnehin schon da ist. Die Produkte
sind im Markt verfügbar, dann sollten sie auch besteuert werden."
"BAT fordert einen eigenständigen, praktikablen Rechtsrahmen mit verbindlichen
Produktstandards, wirksamen Alterskontrollen, verantwortungsvollen
Vermarktungsregeln, risikoorientierter Besteuerung und konsequentem Vorgehen
gegen illegale Anbieter. Eine solche Regulierung würde bestehende Nachfrage in
kontrollierte Kanäle lenken, Verbraucher besser schützen und zusätzliche
Einnahmen für den Staat ermöglichen", erklärte Deutschlandchef Blagoje Jovanovic
abschließend.
Breites Panel aus Politik, Wissenschaft, Vollzug und Wirtschaft
Auf dem Podium diskutierten Anja Karliczek MdB, Mitglied des Finanzausschusses
und Vorsitzende des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages, Prof. Dr.
Prof. h.c. Arndt Sinn von der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Christian Traxler
von der Hertie School, Frank Buckenhofer von der Gewerkschaft der Polizei,
Blagoje Jovanovic, Commercial Director British American Tobacco (Germany) GmbH,
Mohammad Reza Amiri, Geschäftsführer der Intrade Concepts GmbH, sowie Maike Roth
von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Moderiert wurde die Diskussion von
Archibald Preuschat, F.A.Z.
*Quellen: IPSOS YBS Entsorgungsstudie Q1/2026; KPMG, Illicit cigarette and
heated tobacco consumption, and oral nicotine share in Europe, 2025 results;
Consumer Choice Center, "Nikotin Pouches: Legalisieren, regulieren, besteuern -
statt Graumarkt" (2026).
Pressekontakt:
British American Tobacco (Industrie) GmbH
Natja Rieber, Corporate Affairs Manager
E-Mail: mailto:natja_rieber@bat.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/12459/6385648
OTS: British American Tobacco (Germany) GmbH
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