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Lörrach (ots) - Gesamteinnahmen von rund 4,2 Milliarden Euro
Einnahmen von rund 4,2 Milliarden Euro an Zöllen, Einfuhrumsatzsteuer und
Verbrauchsteuern konnte das Hauptzollamt Lörrach 2025 verbuchen. Aus der
Gesamtsumme entfielen 64 Millionen Euro - 87 Millionen im Vorjahr - auf die
reinen Zolleinnahmen, welche an die Europäische Union abzuführen sind, und 3,9
Milliarden Euro - 4,2 Milliarden im Jahr 2024 - auf die
Einfuhrumsatzsteuereinnahmen. Die Einnahmen aus Verbrauchsteuern stiegen
hingegen 2025 auf 256 Millionen Euro, 18 Millionen Euro mehr als im Jahr davor.
Verbrauchsteuern sind nationale Abgaben, die den Verbrauch oder Gebrauch
bestimmter Waren belasten. Zu den in Deutschland erhobenen Verbrauchsteuern
gehören die Tabaksteuer, Kaffeesteuer, Alkoholsteuer, Alkopopsteuer, Biersteuer,
die Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer. Auch die Strom- und
Energiesteuereinnahmen sind in diesem Betrag enthalten. Die Kraftfahrzeugsteuer
auf Fahrzeuge, welche auf Halterinnen und Halter mit Wohnsitz im Bezirk des
Hauptzollamts Lörrach zugelassen sind, wird vom Hauptzollamt Singen eingezogen
und verwaltet. Ebenso wird die Alkoholsteuer, die bei den vielen
Alkoholherstellungsbetrieben, auch bei den sogenannten Kleinbrennereien im
Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamts Lörrach, entsteht und hier von
Steueraufsichtsbeamtinnen und -beamten im Außendienst überwacht werden, beim
Hauptzollamt Stuttgart erhoben. Die jeweiligen Beträge werden in deren
Statistiken erfasst.
Abgaben werden nicht nur an den Grenz- oder Binnenzollstellen, sondern auch über
verpflichtende Steuererklärungen von Betrieben und Unternehmen erhoben. Von
Betriebsprüferinnen und -prüfern wurden in zoll- und steuerpflichtigen
Unternehmen zurückliegende Zeiträume nachträglich nochmals zur Nachkontrolle
eingesehen, so ergaben sich bei jenen Wirtschaftsbeteiligten rund 5,9 Millionen
Euro an Nachforderungen, 354.000 Euro konnten an Unternehmen erstattet werden.
Um Billigimporten keinen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, richtet sich der
Fokus der Zöllnerinnen und Zöllner bei der zollrechtlichen Abfertigung von
gewerblich oder privat ein-, aus- oder durch Deutschland bzw. die EU geführten
Warensendungen, welche im Gepäck von Reisenden, im Lkw oder auch per Post in den
Bezirk des Hauptzollamts Lörrach gelangen, nicht nur auf die Erhebung von
Abgaben. Für bestimmte Warengruppen bestehen daneben Einfuhrbeschränkungen oder
gar -verbote, welche zu prüfen und beachten sind. Elektronische Kommunikations-
und Unterhaltungselektronik, Spielzeuge oder elektrische Geräte, aber auch
Nahrungsergänzungsmittel dürfen nur dann Eingang in die EU finden, wenn sie den
bestehenden Sicherheitsstandards entsprechen. Auskunft darüber gibt in der Regel
das angebrachte, idealerweise nicht gefälschte CE-Kennzeichen. 37 Beanstandungen
gab es dazu im letzten Jahr bei den Zollstellen im Bezirk des Hauptzollamts
Lörrach, den Zollämtern Rheinfelden-Autobahn, Weil am Rhein und Weil am
Rhein-Autobahn, Freiburg und Appenweier - erfreulicherweise 27 weniger als im
Jahr zuvor. Die Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie schützt nicht nur
das geistige Eigentum von Unternehmen, welche in die Entwicklung von Produkten
erhebliche kreative, wissenschaftliche und finanzielle Ressourcen stecken.
Billig produzierte gefälschte Markenware ist obendrein häufig mit Schadstoffen
belastet, welche sich auf die Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern
auswirken können und stellt in verschiedener Hinsicht ein Sicherheitsrisiko dar.
Mehr als 499 gefälschte Gegenstände wurden im letzten Jahr deshalb
beschlagnahmt. Sieben artenschutzrechtliche Verstöße gegen die Regelungen zum
Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen mussten festgestellt werden, damit einer
weniger als im Vorjahr. Das Einfuhrvolumen umfasste bei den genannten
Zollstellen im Jahr 2025 drei Millionen abgefertigte Warenpositionen, trotz
zurückgegangener Einnahmen 256.000 mehr als 2024. Daneben wurden mehr als 3.500
Postsendungen abgefertigt. Überwiegend handelte es sich hier um
Internetbestellungen von Privatpersonen. Gegenüber dem Jahr 2024 reduzierte sich
diese Zahl um mehr als 1.100 Sendungen. Zur Ausfuhr wurden 17,8 Millionen
Warenpositionen abgefertigt, hier eine Steigerung gegenüber 2024 um mehr als
400.000 Positionen. Rund 845.000 Lastkraftfahrzeuge haben dazu den Grenzübergang
Weil am Rhein-Autobahn in beide Richtungen passiert, somit rund 25.000 mehr als
im Vorjahr. Beim Zollamt Rheinfelden-Autobahn wurden rund 537.000 Brummis
gezählt, ein leichter Rückgang gegenüber 2024 um 29.000 Fahrzeuge. Im privaten
Reiseverkehr wurden beim Überqueren der Landesgrenze rund 74.000 Personen
beziehungsweise 36.000 Fahrzeuge, vom Lkw über den Kleintransporter bis zum Pkw,
sowie rund 4.000 grenzüberschreitende Reisezüge einer Kontrolle unterzogen.
Dabei wurden an Betäubungsmitteln unter anderem 10,5 Kilogramm Kokain, vier
Kilogramm Amphetamine und Metamphetamine, mehr als 48 Kilogramm Haschisch, 457
Kilogramm Marihuana, 42 Gramm Heroin sowie rund 700 Gramm Ecstasy bzw. MDMA
sichergestellt, außerdem 133 nach waffenrechtlichen Bestimmungen verbotene
Gegenstände. Es kam zu 25 Sicherstellungen von Barmitteln, welche im Fall der
Ein-, Aus- und Durchfuhr von einer Person in Beträgen von mehr als 10.000 Euro
bei den Grenzzollstellen anzumelden sind. Die Gesamtsumme der sichergestellten
Barmittel belief sich auf mehr als 500.000 Euro, etwas weniger als 2024. Bei
Kontrollen des Grenzverkehrs und auch im Grenzraum wurden zudem mehr als 58.000
unversteuerte Zigaretten sowie 483 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak
sichergestellt bzw. beschlagnahmt. Eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum
ergab sich bei den erteilten Bestätigungen zu Umsatzsteuerzwecken bei der
Ausfuhr im nichtkommerziellen Reiseverkehr für Bürgerinnen und Bürger, welche
ihren Wohnsitz außerhalb der EU haben: 2,7 Millionen sogenannter
Ausfuhrkassenzettel wurden an den Serviceschaltern des Hauptzollamts Lörrach im
Jahr 2025 abgestempelt, 200.000 weniger als im Jahr davor. Zum Einzug nicht zum
Fälligkeitsdatum entrichteter Steuerforderungen führt die Zollverwaltung
Vollstreckungsverfahren selbst durch und hat dazu auch Vollziehungsbeamtinnen
und -beamte im Außendienst im Einsatz. Aber nicht nur für die Zollverwaltung
selbst ist das in diesem Bereich eingesetzte Personal tätig, auch für andere
Behörden und öffentlich-rechtliche Organisationen, wie zum Beispiel für die
Bundesagentur für Arbeit, deren Jobcenter und Familienkassen, für Krankenkassen
und Berufsgenossenschaften, vollstreckt der Zoll deren Forderungen. Im
vergangenen Jahr wurde dieser Aufgabenbereich des Hauptzollamts Lörrach mit
346.000 neuen Vollstreckungsaufträgen betraut, mehr als 121 Millionen Euro
wurden so beigetrieben. Das Ergebnis aus dem Aufgabenbereich Finanzkontrolle
Schwarzarbeit zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung
wurde bereits am 23. Februar 2026 bekanntgegeben
(https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/121255/6221641). Die Arbeitsstatistik
der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des ZOLLs ist auch auf der Internetseite der
Bundeszollverwaltung www.zoll.de eingestellt. "Auch wenn die Gesamteinnahmen
etwas zurückgingen, kann ich mit dem Ergebnis des letzten Jahres und damit auch
der Arbeit meiner rund 1.000 Beschäftigten in den unterschiedlichen
Aufgabenbereichen erneut sehr zufrieden sein", so Matthias Heuser, Leiter des
Hauptzollamts Lörrach. "Unser fast 5.000 Quadratkilometer großer Bezirk
erstreckt sich über fünf Land- bzw. Stadtkreise. Kaum eine Bundes- oder
Landesbehörde kann seinen Beschäftigten eine solche Aufgabenvielfalt bieten, wie
die Zollverwaltung. In über 75 Jahren Zoll in der Bundesrepublik Deutschland
haben sich nicht nur die Arbeitsbedingungen gewandelt, auch das
Aufgabenportfolio hat sich geändert. Vor allem die fortschreitende
Digitalisierung formt die Arbeitswelt der bundesweit rund 48.000 Zöllnerinnen
und Zöllner in vielen Bereichen neu." Das Hauptzollamt Lörrach bietet
Ausbildungsplätze für die Laufbahn des mittleren Dienstes und Studienplätze für
die Laufbahn des gehobenen Dienstes mit dem Abschluss Bachelor of Laws oder
Bachelor of Science für künftige Verwaltungsinformatikerinnen und -informatiker
an. In einem Wochenpraktikum oder bei Schnuppertagen können Ausbildungs- und
Studieninteressierte Einblicke in die Tätigkeiten gewinnen. Auskünfte erteilt
die Berufsberatung des Hauptzollamts Lörrach, Informationen können auch auf
www.zoll-karriere oder auf www.zoll.de abgerufen werden. Bewerbungen um ein
Praktikum oder zur Teilnahme an einem Schnuppertag sind an
berufsinfo.hza-loerrach@zoll.bund.de zu richten.
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Lörrach
Pressesprecherin
Antje Bendel
Telefon: 07621 941-1200
E-Mail: presse.hza-loerrach@zoll.bund.de
www.zoll.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/121255/6274169
OTS: Hauptzollamt Lörrach
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