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HZA-HN: Hauptzollamt Heilbronn stellt die Jahreszahlen 2025 vor (FOTO)

15.05.2026 07:14 Uhr Hauptzollamt Heilbronn

Heilbronn (ots) - "Dass der Zoll unsere Wirtschaft und die Menschen in unserem Land in unsicheren Zeiten und angesichts globaler Krisen schützt, das belegen auch die Zahlen des Hauptzollamts Heilbronn," so Christina Taylor-Lucas, Leiterin der Ortsbehörde der Bundeszollverwaltung in der Region Heilbronn-Franken.

- Über 777 Millionen Euro Einnahmen für Deutschland und Europa, - annähernd 10.000 kontrollierte Personen und deutlich mehr als 5.000 kontrollierte Objekte, - mehr als 8,8 Millionen abgefertigte Positionen im grenzüberschreiten-den Warenverkehr, - über 114 Millionen Euro eingetriebene Forderungen durch den Vollstreckungsdienst und - knapp 10 Millionen Euro nacherhobene bzw. zurückgeforderte Abgaben aufgrund der Arbeit des Prüfungsdiensts.

Das sind nur wenige Eckdaten aus den Bereichen Einnahmen, Warenabfertigung sowie Schutz von Sicherheit und Ordnung, anhand derer sich die Aufgaben und Tätigkeitsschwerpunkte der Bundesbehörde in Nordwürttemberg ableiten lassen.   Wie ein Tag der offenen Tür - nur ohne Besucher "Anhand der Jahreszahlen lässt sich das abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Wirken unserer Verwaltung anschaulich darstellen," so die Leiterin des Hauptzollamts Heilbronn über die Arbeit ihrer mehr als 600 Beschäftigten.

Deren Aufgaben sind neben der Sicherung der Staatsfinanzen, der Schutz der Sozialsysteme sowie der Umwelt- und Verbraucherschutz. "Alle Beschäftigten aus Heilbronn sowie von den Standorten in Ludwigsburg, Stuttgart, Tauberbischofsheim, Tübingen und Untermünkheim haben mit ihrer Arbeit wieder bewiesen, dass auf den Zoll als wichtige Finanz- und Wirtschaftsverwaltung Verlass ist. Wir sind auch mit Vollzugs- und Ordnungsfunktionen betraut und kontrollieren und prüfen daher auch weit im Binnenland, abseits von Grenzen," so Regierungsdirektorin Taylor-Lucas, über die Aufgabenstellungen des Hauptzollamts Heilbronn.

Einnahmen

Wie schon in den vergangenen Jahren war auch im Kalenderjahr 2025 die Einfuhrumsatzsteuer mit mehr als 405 Millionen Euro (2024: 377,2 Millionen Euro) die größte Einnahmequelle. Gefolgt von der Kraftfahrzeugsteuer mit 193,8 Millionen Euro (2024: 197,6 Millionen Euro), den Verbrauchsteuern mit 126,1 Euro (2024: 141,7 Millionen Euro) und den Zöllen in Höhe von 51,6 Millionen Euro (2024: 47,5 Millionen Euro). Dass im Sachgebiet Abgabenerhebung auch Gelder an Wirtschaftsbeteiligte ausbezahlt werden, zeigen die Entlastungen, Erstattungen und Vergütungen, die sich v.a. bei der Energiesteuererstattung auf 18,6 Millionen Euro (2024: 10,9 Millionen Euro) und der Stromsteuererstattung auf 26,8 Millionen Euro (2024: 19,3 Millionen Euro) beliefen und sich damit wesentlich steigerten.

Die beigetriebenen Forderungen, die vom Sachgebiet Vollstreckung und Verwertung an den Standorten Heilbronn und Tübingen erhoben und verwaltet werden, erhöhten sich, wie auch in den vergangenen Jahren, dieses Mal sogar erheblich. Nach zuletzt knapp 100 Millionen Euro im Jahr 2024 vereinnahmten die Zöllnerinnen und Zöllner bei fast 326.000 abgearbeiteten Vollstreckungsaufträgen (2024: 299.290 Aufträge) die Summe von 114,2 Millionen Euro. "Das starke Einnahmeplus geht eindeutig auch mit einer deutlichen Steigerung der Anzahl an eingegangenen Vollstreckungsfällen einher", zeigt sich Oberregierungsrätin Mühlbacher, Sachgebietsleiterin der Organisationseinheit, zufrieden. Mit knapp 25 Millionen Euro beigetriebener Kraftfahrzeugsteuer und etwa 15,8 Millionen Euro an vom Zoll verwalteten Abgaben wurden damit lediglich rund 35 Prozent der Gesamtsumme für die eigene Verwaltung beigetrieben. Der Großteil der beigetriebenen Summen von 7,2 und 66,2 Millionen Euro wurde für die Bundesagentur für Arbeit und sonstige Sozialbehörden vereinnahmt.

Schutz von Sicherheit und Ordnung

Die Kernaufgaben der Kontrolleinheit Verkehrswege, die in der Heilbronner Liegenschaft Am Thomaswert untergebracht ist, sind, neben der Überwachung des grenzüberschreitenden Barmittelverkehrs, die Bekämpfung des internationalen Waffen- und Zigarettenschmuggels sowie die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Rauschgiftkriminalität. "Die Kontrolltätigkeit wurde weiter intensiviert, was durch optimierte Kontrollabläufe sowie effizientere Prozesse innerhalb der Kontrolleinheit sichergestellt werden konnte," so Zolloberamtsrat Lehmann, Sachgebietsleiter Kontrollen. Die Anzahl der überprüften Personen und Objekte wurden erneut gesteigert. Dies führte insgesamt zu einer höheren Kontrolldichte im Vergleich zum Vorjahr 2024. "Insbesondere im Bereich des Straßenverkehrs ist eine deutliche Zunahme der kontrollierten Pkw festzustellen. In diesem Zusammenhang konnte auch bei der Verzollung von Fahrzeugen aus Drittländern eine signifikante Steigerung erzielt werden, was sich entsprechend positiv auf die Einnahmesituation auswirkte," unterstreicht Lehmann bei der Betrachtung der Zahlen aus 2025.

Im Bereich der Tabakwaren und tabakähnlichen Erzeugnissen zeigt sich ein insgesamt stabiles bis steigendes Niveau der Sicherstellungen. Die sichergestellte Menge an Substituten für Tabakwaren konnte auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Bei Wasserpfeifentabak wurde ebenfalls eine Steigerung verzeichnet, wobei das Ergebnis maßgeblich durch einzelne größere Sicherstellungen beeinflusst wurde. Auch im Bereich der aus dem Verkehr gezogenen Zigaretten ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. Insgesamt konnten über 300.000 Stück sichergestellt werden. Dieses Ergebnis basiert auf mehreren umfangreicheren Einzelaufgriffen im Bereich von jeweils zwischen 50.000 und 80.000 Stück, die in Summe zu der positiven Entwicklung beigetragen haben. Im Gegensatz dazu ist im Bereich der Betäubungsmittel ein Rückgang, insbesondere bei Marihuana, zu verzeichnen. "Dieser ist maßgeblich auf veränderte Logistikstrukturen zurückzuführen; ein bedeutender Postdienstleister hat seine Warenströme in ein anderes Logistikzentrum innerhalb Deutschlands verlagert, wodurch entsprechende Kontrollmöglichkeiten im hiesigen Zuständigkeitsbereich entfallen sind," erklärt der Sachgebietsleiter den Rückgang der Rauschgiftaufgriffe.

Grenzüberschreitender Warenverkehr

Die Anzahl der Zollabfertigungen hat sich weiter erhöht. Mehr als 8,8 Millionen Warenpositionen fertigten die rund 70 Beschäftigten der vier Zollämter und des Sachgebiets Abgabenerhebung zur Ein-, Aus- oder Durchfuhr ab. Gleichzeitig kontrollierten sie die grenzüberschreitende Warenverkehre unter risikoanalytischen Gesichtspunkten, z.B. hinsichtlich deren Produktsicherheit.

Prüfungsdienst und Finanzkontrolle Schwarzarbeit Im Bereich des Prüfungsdiensts stabilisierte sich die im letzten Jahr bereits stark erhöhte Prüfungsdichte auf hohem Niveau. Bei 6.312 durchgeführten Steueraufsichtsmaßnahmen wurden einfach gelagerte Sachverhalte zoll- und steuerrechtlich von den im Außendienst befindlichen Zöllnerinnen und Zöllner des Sachgebiets Prüfungen überprüft. Die Anzahl der komplexen Außen- und Betriebsprüfungen wurde im zweiten Jahr in Folge auf 577 Prüfungen gesteigert (2024: 565 und 2023: 285 Prüfungen). Bei derartigen Maßnahmen werden Wirtschaftsbeteiligte und Unternehmen bzw. deren zoll- und steuerpflichtigen Vorgänge umfassend für zurückliegende Zeiträume einer detaillierten Überprüfung unterzogen. Nach einem merklichen Rückgang der Nacherhebungen und Rückforderungen durch den Prüfungsdienst (2023: 16,4 Millionen Euro und 2024: 4,2 Millionen Euro) kletterte der rückwirkend aufgrund von zoll- und steuerrechtlichen Prüfungen vereinnahmte Betrag in 2025 wieder auf über 9,4 Millionen Euro.

Dass Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung konsequent und risikoorientiert verfolgt werden, belegen die Zahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. "Die Prüfergebnisse zeigen eindeutig die neue Ausrichtung des Zolls hin zu qualitativen Verfahren: Es gibt weniger, dafür risikoorientiert ausgewählte Prüfvorgänge, aus denen jedoch deutlich mehr Ermittlungsverfahren resultieren," erklärt Regierungsrätin Saskia Rübel, stellvertretende Sachgebietsleiterin der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, die Bilanzzahlen. Im Jahr 2025 konnten mehrere Strafverfahren mit sechsstelligen Schadenssummen abgeschlossen werden; die Ermittlungen ergaben in Schadensberechnungen der DRV eine Summe von rund 5 Millionen Euro.

Nicht enthalten ist darin das Ergebnis eines großen, bundesweiten Ermittlungskomplexes, in den mehr als zehn Ermittler der Heilbronner FKS über Monate eingebunden waren. Nach Abschluss der Ermittlungen beläuft sich die Summe der von der Tätergruppierung ausgestellten Scheinrechnungen auf über 170.000.000 Euro in einem Zeitraum von fünf Jahren. Dadurch entstand den Sozialversicherungen ein geschätzter Schaden von rund 71 Millionen Euro. Die Haupttäter befinden sich nach wie vor in Haft. Das Gerichtsverfahren wird demnächst eröffnet. Den Tätern wird vorgeworfen, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung Straftaten begangen zu haben. "Neben Beihilfe zum Sozialversicherungsbetrug werden dem Familienclan Steuerhinterziehung, Verstöße gegen das Zahlungsdienstaufsichtsgesetz und Geldwäsche vorgeworfen," erläutert die Polizeiführerin und Fachgebietsleiterin Hermann die Hintergründe zu dem komplexen Ermittlungen.

Personal und Einstellung von Nachwuchskräften Die Anzahl der Stammbeschäftigten erhöhte sich zum Vorjahr um 50 neue Kolleginnen und Kollegen, so dass das Hauptzollamt aktuell mit knapp 60 in der zweijährigen Ausbildung und im dreijährigen dualen Studium befindlichen Nachwuchskräften nur noch knapp unter 700 Beschäftigte zählt. Auch für den nächsten, in Kürze bevorstehenden Ausbildungs- und Studienbeginn zum 1. September 2026 werden wieder 20 neue Nachwuchskräfte (fünf für den gehobenen Zolldienst des Bundes und 15 für den mittleren Zolldienst des Bundes) beim Ausbildungshauptzollamt Heilbronn eingestellt. Nach dem Auswahlverfahren ist vor dem Auswahlverfahren. Für den Berufsstart zum 1. September 2027 läuft die Bewerbungsfrist noch bis 15. Oktober 2026 für Ausbildungsplätze für die Laufbahn des mittleren Dienstes und für Studienplätze für die Laufbahn des gehobenen Dienstes mit dem Abschluss Bachelor of Laws.

Vertiefte Einblicke in die Berufswelt des Zolls, einem der größten Arbeitgeber des Bundes, bietet das Hauptzollamt Heilbronn allen Jugendlichen, die sich für einen abwechslungsreichen, sicheren und verantwortungsvollen Job interessieren, am 30. Juli 2026 bei dem diesjährigen Schnuppertag an. Gerne dürfen Bewerbungen hierfür bis spätestens 17. Juli 2026 an presse.hza-heilbronn@zoll.bund.de gerichtet werden. Weitere Informationen können auch auf www.zoll-karriere.de oder auf www.zoll.de abgerufen werden.

Einladung zum Tag der offenen Tür

Am 1. August 2026 zwischen 12:00 und 17:00 Uhr findet ein Tag der offenen Tür beim Heilbronner Zoll statt. Diese Festveranstaltung wird als regionale Sonderveranstaltung im Rahmen des Festjahres "75 Jahre Zoll in der Bundesrepublik Deutschland" unter dem Motto "Wir sind der ZOLL - Die Vielfalt der Aufgaben, Menschen und Generationen" in und um die Liegenschaft des Heilbronner Hauptzollamts in der Kastellstraße 53 und der Karl-Marx-Straße 66 stattfinden.

Zusatzinformationen:

Die Jahresbilanz der Zollverwaltung wurde am 12. Mai veröffentlicht und ist unter www.zoll.de abrufbar (Link: https://www.zoll.de/SharedDocs/Broschueren/DE/ Die-Zollverwaltung/jahresbericht_2025.html?nn=121266).

Der Zuständigkeitsbezirk des Hauptzollamts Heilbronn erstreckt sich über rund 5.500 Quadratkilometer und umfasst die Stadt- und Landkreise Heilbronn und Ludwigsburg sowie den Hohenlohekreis, den Main-Tauber-Kreis und den Landkreis Schwäbisch Hall. Zusätzlich ist die Kontrolleinheit Verkehrswege seit 1. Januar 2024 für Kontrollen im Rems-Murr-Kreis, dem Landkreis Böblingen, dem nördlichen Teil des Landkreises Esslingen und dem Stadtkreis Stuttgart zuständig. Darüber hinaus ist es zentral für ganz Baden-Württemberg zuständig für Suchverfahren im Rahmen zollrechtlicher Versandverfahren, einschließlich der Inanspruchnahme von Bürgen und der Abgabenerhebung in Suchverfahren, sowie für die Durchführung sogenannter Sonderprüfungen von Unternehmen. Dem Sachgebiet Prüfungsdienst des Hauptzollamts Heilbronn sind außer-dem die Zuständigkeit für Zollprüfungen, Präferenzprüfungen und Außenprüfungen, einschließlich der Überwachungsmaßnahmen für Betriebe aus dem Bezirk des Hauptzollamts Stuttgart übertragen. Im Bereich der Außenwirtschaftsprüfungen und der Marktordnungsprüfungen, einschließlich der Überwachungsmaßnahmen ist der Prüfungsdienst des Heilbronner Hauptzollamts auch originär zuständig für die Bezirke der Hauptzollämter Stuttgart und Ulm. Im Aufgabenbereich Vollstreckung ist das Hauptzollamt Heilbronn auch für Vorgänge aus den Bezirken der Nachbarhauptzollämter Stuttgart und Ulm zuständig und somit für den gesamten württembergischen Landesteil.

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Heilbronn Pressesprecher Marcel Schröder Telefon: 07131-8970-1050 Mobil: 0175 / 26 90 512 Fax: 07131/8970-1999 E-Mail: presse.hza-heilbronn@zoll.bund.de www.zoll.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/121248/6275138 OTS: Hauptzollamt Heilbronn


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Hauptzollamt Heilbronn
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