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Heilbronn (ots) - "Dass der Zoll unsere Wirtschaft und die Menschen in unserem
Land in unsicheren Zeiten und angesichts globaler Krisen schützt, das belegen
auch die Zahlen des Hauptzollamts Heilbronn," so Christina Taylor-Lucas,
Leiterin der Ortsbehörde der Bundeszollverwaltung in der Region
Heilbronn-Franken.
- Über 777 Millionen Euro Einnahmen für Deutschland und Europa,
- annähernd 10.000 kontrollierte Personen und deutlich mehr als
5.000 kontrollierte Objekte,
- mehr als 8,8 Millionen abgefertigte Positionen im
grenzüberschreiten-den Warenverkehr,
- über 114 Millionen Euro eingetriebene Forderungen durch den
Vollstreckungsdienst und
- knapp 10 Millionen Euro nacherhobene bzw. zurückgeforderte
Abgaben aufgrund der Arbeit des Prüfungsdiensts.
Das sind nur wenige Eckdaten aus den Bereichen Einnahmen, Warenabfertigung sowie
Schutz von Sicherheit und Ordnung, anhand derer sich die Aufgaben und
Tätigkeitsschwerpunkte der Bundesbehörde in Nordwürttemberg ableiten lassen.
  Wie ein Tag der offenen Tür - nur ohne Besucher "Anhand der Jahreszahlen
lässt sich das abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Wirken unserer
Verwaltung anschaulich darstellen," so die Leiterin des Hauptzollamts Heilbronn
über die Arbeit ihrer mehr als 600 Beschäftigten.
Deren Aufgaben sind neben der Sicherung der Staatsfinanzen, der Schutz der
Sozialsysteme sowie der Umwelt- und Verbraucherschutz. "Alle Beschäftigten aus
Heilbronn sowie von den Standorten in Ludwigsburg, Stuttgart,
Tauberbischofsheim, Tübingen und Untermünkheim haben mit ihrer Arbeit wieder
bewiesen, dass auf den Zoll als wichtige Finanz- und Wirtschaftsverwaltung
Verlass ist. Wir sind auch mit Vollzugs- und Ordnungsfunktionen betraut und
kontrollieren und prüfen daher auch weit im Binnenland, abseits von Grenzen," so
Regierungsdirektorin Taylor-Lucas, über die Aufgabenstellungen des Hauptzollamts
Heilbronn.
Einnahmen
Wie schon in den vergangenen Jahren war auch im Kalenderjahr 2025 die
Einfuhrumsatzsteuer mit mehr als 405 Millionen Euro (2024: 377,2 Millionen Euro)
die größte Einnahmequelle. Gefolgt von der Kraftfahrzeugsteuer mit 193,8
Millionen Euro (2024: 197,6 Millionen Euro), den Verbrauchsteuern mit 126,1 Euro
(2024: 141,7 Millionen Euro) und den Zöllen in Höhe von 51,6 Millionen Euro
(2024: 47,5 Millionen Euro). Dass im Sachgebiet Abgabenerhebung auch Gelder an
Wirtschaftsbeteiligte ausbezahlt werden, zeigen die Entlastungen, Erstattungen
und Vergütungen, die sich v.a. bei der Energiesteuererstattung auf 18,6
Millionen Euro (2024: 10,9 Millionen Euro) und der Stromsteuererstattung auf
26,8 Millionen Euro (2024: 19,3 Millionen Euro) beliefen und sich damit
wesentlich steigerten.
Die beigetriebenen Forderungen, die vom Sachgebiet Vollstreckung und Verwertung
an den Standorten Heilbronn und Tübingen erhoben und verwaltet werden, erhöhten
sich, wie auch in den vergangenen Jahren, dieses Mal sogar erheblich. Nach
zuletzt knapp 100 Millionen Euro im Jahr 2024 vereinnahmten die Zöllnerinnen und
Zöllner bei fast 326.000 abgearbeiteten Vollstreckungsaufträgen (2024: 299.290
Aufträge) die Summe von 114,2 Millionen Euro. "Das starke Einnahmeplus geht
eindeutig auch mit einer deutlichen Steigerung der Anzahl an eingegangenen
Vollstreckungsfällen einher", zeigt sich Oberregierungsrätin Mühlbacher,
Sachgebietsleiterin der Organisationseinheit, zufrieden. Mit knapp 25 Millionen
Euro beigetriebener Kraftfahrzeugsteuer und etwa 15,8 Millionen Euro an vom Zoll
verwalteten Abgaben wurden damit lediglich rund 35 Prozent der Gesamtsumme für
die eigene Verwaltung beigetrieben. Der Großteil der beigetriebenen Summen von
7,2 und 66,2 Millionen Euro wurde für die Bundesagentur für Arbeit und sonstige
Sozialbehörden vereinnahmt.
Schutz von Sicherheit und Ordnung
Die Kernaufgaben der Kontrolleinheit Verkehrswege, die in der Heilbronner
Liegenschaft Am Thomaswert untergebracht ist, sind, neben der Überwachung des
grenzüberschreitenden Barmittelverkehrs, die Bekämpfung des internationalen
Waffen- und Zigarettenschmuggels sowie die Bekämpfung der grenzüberschreitenden
Rauschgiftkriminalität. "Die Kontrolltätigkeit wurde weiter intensiviert, was
durch optimierte Kontrollabläufe sowie effizientere Prozesse innerhalb der
Kontrolleinheit sichergestellt werden konnte," so Zolloberamtsrat Lehmann,
Sachgebietsleiter Kontrollen. Die Anzahl der überprüften Personen und Objekte
wurden erneut gesteigert. Dies führte insgesamt zu einer höheren Kontrolldichte
im Vergleich zum Vorjahr 2024. "Insbesondere im Bereich des Straßenverkehrs ist
eine deutliche Zunahme der kontrollierten Pkw festzustellen. In diesem
Zusammenhang konnte auch bei der Verzollung von Fahrzeugen aus Drittländern eine
signifikante Steigerung erzielt werden, was sich entsprechend positiv auf die
Einnahmesituation auswirkte," unterstreicht Lehmann bei der Betrachtung der
Zahlen aus 2025.
Im Bereich der Tabakwaren und tabakähnlichen Erzeugnissen zeigt sich ein
insgesamt stabiles bis steigendes Niveau der Sicherstellungen. Die
sichergestellte Menge an Substituten für Tabakwaren konnte auf dem Niveau des
Vorjahres gehalten werden. Bei Wasserpfeifentabak wurde ebenfalls eine
Steigerung verzeichnet, wobei das Ergebnis maßgeblich durch einzelne größere
Sicherstellungen beeinflusst wurde. Auch im Bereich der aus dem Verkehr
gezogenen Zigaretten ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. Insgesamt konnten
über 300.000 Stück sichergestellt werden. Dieses Ergebnis basiert auf mehreren
umfangreicheren Einzelaufgriffen im Bereich von jeweils zwischen 50.000 und
80.000 Stück, die in Summe zu der positiven Entwicklung beigetragen haben. Im
Gegensatz dazu ist im Bereich der Betäubungsmittel ein Rückgang, insbesondere
bei Marihuana, zu verzeichnen. "Dieser ist maßgeblich auf veränderte
Logistikstrukturen zurückzuführen; ein bedeutender Postdienstleister hat seine
Warenströme in ein anderes Logistikzentrum innerhalb Deutschlands verlagert,
wodurch entsprechende Kontrollmöglichkeiten im hiesigen Zuständigkeitsbereich
entfallen sind," erklärt der Sachgebietsleiter den Rückgang der
Rauschgiftaufgriffe.
Grenzüberschreitender Warenverkehr
Die Anzahl der Zollabfertigungen hat sich weiter erhöht. Mehr als 8,8 Millionen
Warenpositionen fertigten die rund 70 Beschäftigten der vier Zollämter und des
Sachgebiets Abgabenerhebung zur Ein-, Aus- oder Durchfuhr ab. Gleichzeitig
kontrollierten sie die grenzüberschreitende Warenverkehre unter
risikoanalytischen Gesichtspunkten, z.B. hinsichtlich deren Produktsicherheit.
Prüfungsdienst und Finanzkontrolle Schwarzarbeit Im Bereich des Prüfungsdiensts
stabilisierte sich die im letzten Jahr bereits stark erhöhte Prüfungsdichte auf
hohem Niveau. Bei 6.312 durchgeführten Steueraufsichtsmaßnahmen wurden einfach
gelagerte Sachverhalte zoll- und steuerrechtlich von den im Außendienst
befindlichen Zöllnerinnen und Zöllner des Sachgebiets Prüfungen überprüft. Die
Anzahl der komplexen Außen- und Betriebsprüfungen wurde im zweiten Jahr in Folge
auf 577 Prüfungen gesteigert (2024: 565 und 2023: 285 Prüfungen). Bei derartigen
Maßnahmen werden Wirtschaftsbeteiligte und Unternehmen bzw. deren zoll- und
steuerpflichtigen Vorgänge umfassend für zurückliegende Zeiträume einer
detaillierten Überprüfung unterzogen. Nach einem merklichen Rückgang der
Nacherhebungen und Rückforderungen durch den Prüfungsdienst (2023: 16,4
Millionen Euro und 2024: 4,2 Millionen Euro) kletterte der rückwirkend aufgrund
von zoll- und steuerrechtlichen Prüfungen vereinnahmte Betrag in 2025 wieder auf
über 9,4 Millionen Euro.
Dass Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung konsequent und risikoorientiert
verfolgt werden, belegen die Zahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. "Die
Prüfergebnisse zeigen eindeutig die neue Ausrichtung des Zolls hin zu
qualitativen Verfahren: Es gibt weniger, dafür risikoorientiert ausgewählte
Prüfvorgänge, aus denen jedoch deutlich mehr Ermittlungsverfahren resultieren,"
erklärt Regierungsrätin Saskia Rübel, stellvertretende Sachgebietsleiterin der
Finanzkontrolle Schwarzarbeit, die Bilanzzahlen. Im Jahr 2025 konnten mehrere
Strafverfahren mit sechsstelligen Schadenssummen abgeschlossen werden; die
Ermittlungen ergaben in Schadensberechnungen der DRV eine Summe von rund 5
Millionen Euro.
Nicht enthalten ist darin das Ergebnis eines großen, bundesweiten
Ermittlungskomplexes, in den mehr als zehn Ermittler der Heilbronner FKS über
Monate eingebunden waren. Nach Abschluss der Ermittlungen beläuft sich die Summe
der von der Tätergruppierung ausgestellten Scheinrechnungen auf über 170.000.000
Euro in einem Zeitraum von fünf Jahren. Dadurch entstand den
Sozialversicherungen ein geschätzter Schaden von rund 71 Millionen Euro. Die
Haupttäter befinden sich nach wie vor in Haft. Das Gerichtsverfahren wird
demnächst eröffnet. Den Tätern wird vorgeworfen, als Mitglieder einer
kriminellen Vereinigung Straftaten begangen zu haben. "Neben Beihilfe zum
Sozialversicherungsbetrug werden dem Familienclan Steuerhinterziehung, Verstöße
gegen das Zahlungsdienstaufsichtsgesetz und Geldwäsche vorgeworfen," erläutert
die Polizeiführerin und Fachgebietsleiterin Hermann die Hintergründe zu dem
komplexen Ermittlungen.
Personal und Einstellung von Nachwuchskräften Die Anzahl der Stammbeschäftigten
erhöhte sich zum Vorjahr um 50 neue Kolleginnen und Kollegen, so dass das
Hauptzollamt aktuell mit knapp 60 in der zweijährigen Ausbildung und im
dreijährigen dualen Studium befindlichen Nachwuchskräften nur noch knapp unter
700 Beschäftigte zählt. Auch für den nächsten, in Kürze bevorstehenden
Ausbildungs- und Studienbeginn zum 1. September 2026 werden wieder 20 neue
Nachwuchskräfte (fünf für den gehobenen Zolldienst des Bundes und 15 für den
mittleren Zolldienst des Bundes) beim Ausbildungshauptzollamt Heilbronn
eingestellt. Nach dem Auswahlverfahren ist vor dem Auswahlverfahren. Für den
Berufsstart zum 1. September 2027 läuft die Bewerbungsfrist noch bis 15. Oktober
2026 für Ausbildungsplätze für die Laufbahn des mittleren Dienstes und für
Studienplätze für die Laufbahn des gehobenen Dienstes mit dem Abschluss Bachelor
of Laws.
Vertiefte Einblicke in die Berufswelt des Zolls, einem der größten Arbeitgeber
des Bundes, bietet das Hauptzollamt Heilbronn allen Jugendlichen, die sich für
einen abwechslungsreichen, sicheren und verantwortungsvollen Job interessieren,
am 30. Juli 2026 bei dem diesjährigen Schnuppertag an. Gerne dürfen Bewerbungen
hierfür bis spätestens 17. Juli 2026 an presse.hza-heilbronn@zoll.bund.de
gerichtet werden. Weitere Informationen können auch auf www.zoll-karriere.de
oder auf www.zoll.de abgerufen werden.
Einladung zum Tag der offenen Tür
Am 1. August 2026 zwischen 12:00 und 17:00 Uhr findet ein Tag der offenen Tür
beim Heilbronner Zoll statt. Diese Festveranstaltung wird als regionale
Sonderveranstaltung im Rahmen des Festjahres "75 Jahre Zoll in der
Bundesrepublik Deutschland" unter dem Motto "Wir sind der ZOLL - Die Vielfalt
der Aufgaben, Menschen und Generationen" in und um die Liegenschaft des
Heilbronner Hauptzollamts in der Kastellstraße 53 und der Karl-Marx-Straße 66
stattfinden.
Zusatzinformationen:
Die Jahresbilanz der Zollverwaltung wurde am 12. Mai veröffentlicht und ist
unter www.zoll.de abrufbar (Link: https://www.zoll.de/SharedDocs/Broschueren/DE/
Die-Zollverwaltung/jahresbericht_2025.html?nn=121266).
Der Zuständigkeitsbezirk des Hauptzollamts Heilbronn erstreckt sich über rund
5.500 Quadratkilometer und umfasst die Stadt- und Landkreise Heilbronn und
Ludwigsburg sowie den Hohenlohekreis, den Main-Tauber-Kreis und den Landkreis
Schwäbisch Hall. Zusätzlich ist die Kontrolleinheit Verkehrswege seit 1. Januar
2024 für Kontrollen im Rems-Murr-Kreis, dem Landkreis Böblingen, dem nördlichen
Teil des Landkreises Esslingen und dem Stadtkreis Stuttgart zuständig. Darüber
hinaus ist es zentral für ganz Baden-Württemberg zuständig für Suchverfahren im
Rahmen zollrechtlicher Versandverfahren, einschließlich der Inanspruchnahme von
Bürgen und der Abgabenerhebung in Suchverfahren, sowie für die Durchführung
sogenannter Sonderprüfungen von Unternehmen. Dem Sachgebiet Prüfungsdienst des
Hauptzollamts Heilbronn sind außer-dem die Zuständigkeit für Zollprüfungen,
Präferenzprüfungen und Außenprüfungen, einschließlich der Überwachungsmaßnahmen
für Betriebe aus dem Bezirk des Hauptzollamts Stuttgart übertragen. Im Bereich
der Außenwirtschaftsprüfungen und der Marktordnungsprüfungen, einschließlich der
Überwachungsmaßnahmen ist der Prüfungsdienst des Heilbronner Hauptzollamts auch
originär zuständig für die Bezirke der Hauptzollämter Stuttgart und Ulm. Im
Aufgabenbereich Vollstreckung ist das Hauptzollamt Heilbronn auch für Vorgänge
aus den Bezirken der Nachbarhauptzollämter Stuttgart und Ulm zuständig und somit
für den gesamten württembergischen Landesteil.
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Heilbronn
Pressesprecher
Marcel Schröder
Telefon: 07131-8970-1050
Mobil: 0175 / 26 90 512
Fax: 07131/8970-1999
E-Mail: presse.hza-heilbronn@zoll.bund.de
www.zoll.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/121248/6275138
OTS: Hauptzollamt Heilbronn
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