|
Braunschweig (ots) - Fast 3,6 Milliarden Euro Steuereinnahmen - Steigerung um 54
%; 64 Millionen Euro Nacherhebungen durch den Prüfungsdienst; fast 103 Millionen
Euro offene Forderungen vollstreckt und mehr als 1,2 Millionen festgesetzte
Geldbußen und Verwarnungsgelder im Bereich der Finanzkontrolle Schwarzarbeit.
Im Jahr 2025 flossen durch die Einnahmen des Hauptzollamts Braunschweig mehr als
3,15 Milliarden Euro in die Staatskasse. Diese Einnahmesumme ergab sich aus den
Verbrauch-/ Verkehrssteuern und der Einfuhrumsatzsteuer mit fast 2,54
Milliarden. Die verbleibenden Einnahmen in Höhe von rund 610 Millionen Euro
ergaben sich aus der Energie-, Strom-, Tabak-, Alkohol-, Kaffee-, Bier- und
Schaumweinsteuer sowie der Luftverkehr- und Kraftfahrzeugsteuer. Die Einnahmen
aus Zöllen in Höhe von mehr als 385 Millionen Euro für Waren aus Drittländern
fließen in den Haushalt der Europäischen Union. Der Prüfungsdienst hat sein
Ergebnis nahezu verfünffacht und konnte Nacherhebungen in Höhe von 64,4
Millionen Euro feststellen. Zudem haben die Beschäftigten der
Vollstreckungsstelle Zahlungsrückstände von rund 102,8 Millionen Euro
eingenommen.
Sehr zufrieden mit den guten Ergebnissen für das abgelaufene Jahr zeigte sich
die Leiterin des Hauptzollamts Braunschweig, Frau Regierungsdirektorin Regine
Andreas, zusammen mit ihren 653 Beschäftigten und den 79 Nachwuchskräften nach
den nun vorliegenden Zahlen für 2025.
"Auch im Jahr 2025 hat sich der Zoll in Braunschweig und an seinen anderen
Standorten für den Schutz der Bevölkerung und Umwelt eingesetzt und seinen
Beitrag für die Sicherheit in der Bundesrepublik Deutschland geleistet. Darüber
hinaus hat sich das Hauptzollamt Braunschweig erneut als verlässlicher Partner
der Wirtschaft bewiesen sowie für faire Wettbewerbsbedingungen und ein stabiles
Sozialsystem gesorgt.", so die Leiterin des Hauptzollamts. "Dafür möchte ich
mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die mit ihrem Einsatz für
Wirtschaft und Sicherheit einen Beitrag zur Erfüllung des breiten
Aufgabenspektrums des Zolls geleistet haben."
Warenabfertigung bei den Zollämtern
Die sechs Zollämter des Hauptzollamts Braunschweig in Braunschweig, Goslar,
Göttingen, Helmstedt, Hildesheim und Wolfsburg fertigten fast 7,2 Millionen
Warensendungen ab. Dabei handelte es sich um Ein-, Ausfuhr- und Versandverfahren
der im Bezirk ansässigen Unternehmen sowie der Bürgerinnen und Bürger.
Die Zollämter überwachen den Warenverkehr und erheben im Bereich der Einfuhr
Steuern und Zölle und sind im Bereich der Ausfuhr insbesondere für die
Einhaltung des Außenwirtschaftsrechts zuständig. Zollkontrollen finden vor allem
im Hinblick auf Verbote und Beschränkungen, beispielsweise zum Schutz der
Gesundheit von Menschen und Tieren, der Umwelt oder des gewerblichen Eigentums
statt. Des Weiteren sind die Zollämter örtliche Kontaktstellen im Bereich der
Kraftfahrzeugsteuer.
Kontrollen
Das kleinste Sachgebiet des Hauptzollamts Braunschweig ist das Sachgebiet C mit
23 Beschäftigten, dem die Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) mit Sitz in
Göttingen angehört. Die KEV führt mobile zoll- und verbrauchsteuerrechtliche
Kontrollen im Schichtdienst durch und überwacht dabei sowohl den
grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehr als auch die Einhaltung von
Verbrauchsteuervorschriften im Binnenland.
Im Jahr 2025 führte die KEV 14.424 Kontrollen an Fahrzeugen, Objekten und
Personen durch und konnte dabei Steuern in Höhe von 415.624 Euro festsetzen und
ihr Ergebnis nahezu verdoppeln (2024: 211.570 Euro).
Außerdem kam es zu vielen Sicherstellungen im Rahmen von eingeleiteten
Ordnungswidrigkeiten- und (Steuer-)Strafverfahren.
494 kg Tabak (2024: 219 kg), 165.132 Stück Zigaretten, Zigarren/ Zigarillos und
Heets (2024: 286.740 Stück) sowie 930,1 Liter Substitute für Tabakwaren/ Liquids
(2024: 271,7 Liter) wurden unter den Tabaksteuergegenständen sichergestellt.
Des Weiteren konnten unter anderem 207 kg Betäubungsmittel (2024: über 5,5 kg
und rund 5,5 Liter) sowie 6.889 Stück (2024: 2.223 Stück) und 1.466 ml Arznei-
und Dopingmittel (2024: 312 ml) sichergestellt werden.
Als Ergebnis der Jahresbetrachtung 2025 lässt sich festhalten, dass der
bundesweite Trend, weg von klassischen Tabakwaren hin zu synthetischen
Konsumartikeln, sich auch in den Sicherstellungen der KEV widerspiegelt. Die
Zahl der sichergestellten Zigaretten nimmt seit Jahren ab, die von Substituten
und Liquids hingegen liegen 340 % über dem Vorjahreswert.
Auch im Bereich der Sicherstellung von Plagiaten im Rahmen des gewerblichen
Rechtschutzes gab es enorme Steigerungen 2025 wurden 32.934 Stück gefälschte
Artikel mit einer Schadenssumme von mehreren hunderttausend Euro sichergestellt.
Prüfungsdienst und Steueraufsicht
Um dem ständig weltweit zunehmenden Warenfluss gerecht zu werden, hat der Zoll
zum Schutz der heimischen Wirtschaft und Industrie die erforderlichen
nachträglichen Kontrollen in die Wirtschaftsbetriebe verlagert. Bei der
Bewertung von Produktions- und Handelsprozessen wird nicht nur sichergestellt,
dass die Zoll- und Verbrauchsteuervorschriften eingehalten werden, sondern es
werden auch Hinweise zur besseren kaufmännischen Erfassung bzw. Abwicklung von
Importen oder Steuerlagern gegeben. Die Aufgaben des Prüfungsdienstes sind
vielfältig: Diese umfassen z.B. die verbrauchsteuerrechtliche Bewertung von
Müllverbrennungs- und Biogasanlagen, die fachliche Begleitung der Neueinrichtung
von Brennereien, die Überprüfung von temporär zur Reparatur eingeführter Technik
oder Ermittlung des tatsächlichen Kaufpreises von eingeführten Fabrikanlagen,
aber auch die Überwachung von zollfrei eingeführtem Übersiedlungsgut.
Um eine gleichmäßige Besteuerung zu gewährleisten, führten Zoll- und
Verbrauchsteuerprüfer des Sachgebiets D (Prüfungsdienst) des Hauptzollamts
Braunschweig im letzten Jahr 1.146 Prüfungen und Steueraufsichtsmaßnahmen durch
und kamen dabei in 108 Fällen zu Beanstandungen. Aufgrund der Prüfungen wurden
64,4 Millionen Euro Steuern nacherhoben oder zurück¬gefordert. Auch wenn sich
die Anzahl der Prüfungen und Beanstandungen auf einem ähnlichen Niveau wie im
Jahr zuvor belief, konnte das Ergebnis nahezu verfünffacht werden (2024: 13,9
Millionen; 2023: 4,3 Millionen Euro). Erstattet wurden den Betrieben 901.418
Euro (2024: 111.398 Euro und 2023: 416.927 Euro). Dies spiegelt die erfolgreiche
Risikoanalyse des Hauptzollamts Braunschweig wieder.
Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung
Im Jahr 2025 wurden durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des
Hauptzollamts Braunschweig mit ihren Standorten in Braunschweig, Göttingen und
Hildesheim insgesamt 605 Arbeitgeberprüfungen durchgeführt.
Dabei wurden 9.277 Personen an ihren Arbeitsstellen in verschiedenen
Wirtschaftsbranchen überprüft, so z. B. Bau-, Hotel- und Gaststättengewerbe,
Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe sowie im Bereich der
Clankriminalität. Zuständig ist die FKS für die wirksame Bekämpfung von
Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung sowie der Einhaltung der Zahlung des
gesetzlichen Mindestlohns. Durch umfangreiche Prüf- und Ermittlungsmaßnahmen
trägt die FKS zur Sicherung der Sozialsysteme und Staatseinnahmen bei. Im Rahmen
der risikoorientierten Prüfungen leiteten die Zöllnerinnen und Zöllner 2.637
Straf- sowie 1.454 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Zudem konnten 2.756
Strafverfahren und 930 Ordnungswidrigkeitenverfahren abgeschlossen werden. Durch
die abgeschlossenen Ermittlungsverfahren der FKS wurde eine Schadenssumme von
rund 4,6 Millionen Euro aufgedeckt und Verstöße mit Bußgeldern in Höhe von 1,2
Millionen Euro sanktioniert. Es wurden Freiheitsstrafen von insgesamt 246
Monaten verhängt. Die Summe der Geldstrafen aus Urteilen und Strafbefehlen hat
sich um 22 % auf 732.230 Euro erhöht (2024: 596.305 Euro). Bei den Buß- und
Verwarngeldern mit 1.225.298 Euro ist ebenfalls eine Steigerung von 52 % zu
verzeichnen (2024: 805.425 Euro).
Ahndung steuerlicher Zuwiderhandlungen
Neben dem Fachgebiet 1, welches Teil der FKS ist, gehört zu dem Sachgebiet F
(Ahndung) des Hauptzollamts Braunschweig noch das Fachgebiet 2. Das Fachgebiet 2
ist sowohl für die Ahndung von steuerlichen Zuwiderhandlungen als auch die
Ahndung von Verstößen gegen das Außenwirtschafts-, Marktordnungs- und
Barmittelrecht sowie sonstigen Verboten und Beschränkungen für den Warenverkehr
über die Grenze zuständig.
Dieses Fachgebiet ist die zentrale Strafsachen- und Bußgeldstelle für die
Hauptzollämter Magdeburg, Hannover und Braunschweig und dessen
Zuständigkeitsbereich erstreckt sich somit über die Hälfte des Bundeslandes
Niedersachsen sowie ganz Sachsen-Anhalt. Durch das Fachgebiet 2 des
Hauptzollamts Braunschweig kam es zur Einleitung von insgesamt 2.156
Ermittlungsverfahren hinsichtlich Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. (2024:
1.899). Davon konnten 2.005 Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren 2025
abgeschlossen werden (2024: 2.101).
Vollstreckung
Das Sachgebiet G (Vollstreckung und Verwertung) beschäftigt sich mit der
Beitreibung rückständiger öffentlich-rechtlicher Geldforderungen für die
Bundeszollverwaltung, andere Bundesbehörden sowie Körperschaften und Anstalten
des öffentlichen Rechts.
Im Jahr 2025 hat die Vollstreckungsstelle des Hauptzollamts Braunschweig mit
Sitz in Helmstedt und Hannover 291.713 Vollstreckungsfälle bearbeitet (2024:
269.527; Steigerung um rund 8,2 %).
Mit der Beitreibung von nicht gezahlten Beiträgen und Steuern oder
zurückgeforderten Sozialleistungen in Höhe von nahezu 102,8 Millionen Euro
erzielten die Bediensteten 2025 wieder ein höheres Ergebnis als im Vorjahr mit
knapp 17 % Steigerung (2024: 88,1 Millionen Euro; 2023: 75,1 Millionen Euro).
Neben der Vollstreckung gibt es im Sachgebiet G noch den Arbeitsbereich der
Verwertung. Dieser ist für die Verwertung gepfändeter Gegenstände und die
Vernichtung sichergestellter Waren zuständig. Die Verwertung wird über die
Internetplattform www.zoll-auktion.de betrieben. Auf dieser elektronischen
Plattform versteigert die Zollverwaltung nicht nur Pfandsachen, sondern auch
ausgesonderte Dienstkraftfahrzeuge oder Möbelstücke.
Karrieremöglichkeiten beim Zoll
Die Jahresbilanz des Hauptzollamts Braunschweig zeigt, wie vielfältig die
Aufgabenbereiche des Zolls sind, welche in ihrer Bandbreite häufig unbekannt
sind.
Informationen zur abwechslungsreichen zweijährigen Ausbildung oder zum
vielseitigen dreijährigen dualen Studium sowie zu weiteren Karrieremöglichkeiten
können auf den Internetseiten www.zoll.de oder www.zoll-karriere.de abgerufen
werden.
Für den Ausbildungs- und Studienbeginn zum 1. September 2027 sucht das
Hauptzollamt Braunschweig noch bis zum 15. Oktober 2026 Bewerberinnen und
Bewerber, die sich für eine Karriere beim Zoll interessieren.
Die größte Veranstaltung in diesem Jahr ist der Tag der Niedersachsen in
Braunschweig vom 12. bis zum 14. Juni 2026. Hier präsentiert sich das
Hauptzollamt Braunschweig auf rund 470 qm Ausstellungsfläche auf der Blaulicht-
und Technikmeile in der Kurt-Schumacher-Straße / Ecke John-F.-Kennedy-Platz mit
Röntgen-Van, Einsatzfahrzeugen, Spielen, Mitmach-Aktionen und vielen
Attraktionen rundum die Aufgaben des Zolls. Am Samstag, den 13.06.2026, um 12:00
Uhr gibt die Zollkapelle aus Berlin auf dem Burgplatz ein Konzert.
Verfasserin der Pressemitteilung:
Zollamtsrätin Dagmar Täger, Pressesprecherin des Hauptzollamts Braunschweig
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Braunschweig
Stabsstelle Kommunikation
Davide De Matteis, Telefon: 0531/1291-1017 oder
Nadine Laufer, Telefon: 0531/1291-8506
E-Mail: Presse.HZA-Braunschweig@zoll.bund.de
www.zoll.de
www.zoll-karriere.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/121224/6276441
OTS: Hauptzollamt Braunschweig
|