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Stuttgart (ots) -
- Operation Herakles: Weiterer Schlag gegen den internationalen
Cyber-Anlagebetrug
- Knapp 10.000 von Cyberkriminellen genutzte Rufnummern
abgeschaltet
- BKA, BNetzA und österreichisches BKA an erfolgreicher
Zusammenarbeit von CCZ, LKA und Bafin zum Schutz von
Verbraucherinnen und Verbrauchern vor Betrug beteiligt
Das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum
(CCZ) und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) haben in enger
Kooperation mit dem Bundeskriminalamt (BKA), der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sowie der Bundesnetzagentur (BNetzA) und
in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundeskriminalamt die Infrastruktur
von mutmaßlichen Cyber-Kriminellen erneut erheblich geschwächt.
Im Zuge der "Operation Herakles" als Teil der groß angelegten
Anti-Scam-Strategie von CCZ und LKA ist es gelungen, innerhalb der letzten drei
Monate 9.304 deutsche Rufnummern, die nach bisherigen Erkenntnissen zur Begehung
von Betrugsstraftaten, insbesondere nach dem Modus Operandi Cyber-Trading-Fraud
(Cyber-Anlagebetrug), genutzt wurden, zu identifizieren und abzuschalten. Damit
wurden seit Beginn der Operation Herakles 13.888 Rufnummern abgeschaltet, davon
13.397 deutsche und 491 österreichische Rufnummern. Mit Blick auf identifizierte
österreichische Rufnummern erfolgt ein enger und vertrauensvoller Austausch mit
dem österreichischen BKA.
Die sich gegen bislang unbekannte Täter wegen des Verdachts der Verabredung zum
gewerbsmäßigen Bandenbetrug richtenden Maßnahmen wurden unter der Leitung des
CCZ in enger Zusammenarbeit mit dem LKA sowie mit Unterstützung durch das BKA
vollzogen. Die Finanzaufsicht Bafin ermittelt in eigener Zuständigkeit gegen
unerlaubte Geschäfte des Cyber-Tradings. Mit ihren Ermittlungsergebnissen, die
zur Identifizierung zahlreicher verdächtiger Rufnummern geführt haben, hat die
Bafin die Maßnahmen wesentlich gefördert.
Die Bundesnetzagentur hat im Zusammenhang mit dem Vorgehen aufsichtsrechtliche
Maßnahmen gegen die verantwortlichen Telekommunikationsunternehmen ergriffen.
Ziel war es, die missbräuchliche Registrierung und Nutzung von Rufnummern durch
Täter zu verhindern. So wurden die Unternehmen aufgefordert, Rufnummern
abzuschalten und ihre Registrierungsprozesse anzupassen. Gleichermaßen wurden
sie verpflichtet, die Compliance-Kontrollen ihrer Vertriebspartner und Händler
zu verstärken und diese einer eingehenderen Überprüfung zu unterziehen, um
weiterem Missbrauch vorzubeugen.
Im Rahmen der Zusammenarbeit wurden Strukturen und Verfahrenswege
institutionalisiert, die es den beteiligten Behörden künftig ermöglichen,
erhebliche Mengen deliktisch genutzter Rufnummern systematisch zu identifizieren
und einer Abschaltung zuzuführen. Dabei greifen strafprozessuale,
polizeirechtliche und aufsichtsrechtliche Maßnahmen ineinander.
Mit der "Operation Herakles" verfolgen die beteiligten Behörden erstmals ein
abgestimmtes strategisches Ziel, nämlich die kriminelle Infrastruktur
systematisch und nachhaltig zu schwächen und die Täterschaft aus dem
Bundesgebiet zu verdrängen. Im Wege zielgerichteter strafprozessualer Maßnahmen
sollen anhängige Straftaten aufgeklärt, Tatverdächtige ermittelt, kriminelle
Gruppierungen wirksam beeinträchtigt, weitere Straftaten verhindert sowie
potenzielle Geschädigte nachhaltig geschützt werden. Bereits im Juni und Oktober
2025 ist es gelungen über 2.200 mutmaßlich zur Umsetzung von
Cyber-Betrugsstraftaten genutzte Domains vom Netz zu nehmen. Im Dezember wurden
rund 3.500 mutmaßlich zur Begehung solcher Taten genutzte Rufnummern
abgeschaltet (Gemeinsame Pressemitteilung des CCZ, des LKA und der Bafin vom
08.12.2025 / Gemeinsame Pressemitteilung des CCZ, des LKA und der Bafin vom 13.
Oktober 2025 / Gemeinsame Pressemitteilung der CCZ und des LKA vom 17. Juni
2025).
Das CCZ und das LKA werden in Kooperation mit dem BKA, der Bafin und der BNetzA
sowie ausländischen Partnern ihr entschiedenes Vorgehen gegen solche Straftaten
im Netz fortsetzen und weitere Maßnahmen ergreifen, um Cyber-Trading-Betrug
sowie andere Betrugsformen weiter nachhaltig zu bekämpfen.
Zusätzliche Information
Das Deliktsphänomen "Cyber-Trading-Fraud" hat sich in den letzten Jahren zu
einem Massenphänomen mit industriellem Ausmaß entwickelt, mit stetig steigenden
Fallzahlen und Schadenssummen. Die Polizei, das Cybercrime-Zentrum und die Bafin
empfehlen bei besonders verlockend klingenden Angeboten:
- Informieren Sie sich genau über die Trading-Plattform, bevor Sie sich anmelden
oder Geld überweisen.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um das Angebot
in Ruhe zu prüfen und zu bewerten.
- Geben Sie keine vertraulichen Daten, wie Zugangsdaten zum Online-Banking oder
Depot, preis.
- Übermitteln Sie keine Kopien Ihrer Ausweisdokumente oder Zahlungskarten.
- Erstatten Sie im Betrugsfall Strafanzeige.
Die Bafin weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass Anbieter von
Finanz- und Wertpapier-dienstleistungen in Deutschland grundsätzlich einer
Erlaubnis bedürfen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten vor Investitionen
prüfen, ob ein Unternehmen über eine entsprechende Zulassung verfügt.
Über die Maschen der Kriminellen und wie Sie sich schützen können, informieren
die Polizei und die Bafin ausführlich auf ihren Webseiten: Polizeiliche
Kriminalprävention und der Bafin
Nutzen Sie den Service der Verbraucherzentrale oder einer unabhängigen
Finanzberatung und lassen Sie Angebote prüfen.
Rückfragen bitte an:
Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe / Cybercrime-Zentrum
Baden-Württemberg
Pressestelle
Oberstaatsanwalt Mirko Heim
E-Mail: mailto:pressestelle@genstakarlsruhe.justiz.bwl.de
Telefon: 0721 926-9750
Landeskriminalamt Baden-Württemberg
Pressesprecherin: Alexandra Vischer
E-Mail: mailto:pressestelle-lka@polizei.bwl.de
Telefon: 0711 5401-2044
Bafin - Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Pressesprecher: Anti-Financial Crime
Ruprecht Hammerschmidt
E-Mail: mailto:ruprecht.hammerschmidt@Bafin.de
Telefon: 0228 4108-3135
Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und
Eisenbahnen
Pressestelle: Matthias Podolski
E-Mail: mailto:pressestelle@bnetza.de
Telefon: 0228 14-9921
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