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Potsdam (ots) - 30 Jahre Kommando Spezialkräfte: In der neuen Ausgabe der
"Militärgeschichte" geht es um die Aufstellung des KSK 1996. Nur wenige Jahre
später wurde der Afghanistaneinsatz beschlossen - dieser Einsatz, der vor
beinahe 25 Jahren begann, ist ebenfalls Thema der Ausgabe. Weitere Beiträge
widmen sich dem Boxerkrieg in China, der Schlacht um Kiew von 1941 und der
"Starfighter"-Krise.
Das Kommando Spezialkräfte
Die Geschichte des Kommandos Spezialkräfte begann vor 30 Jahren, oder? Offiziell
in Dienst gestellt wurde es am 20. September 1996. Doch erste Überlegungen, dass
die Bundeswehr eigene Spezialkräfte benötigt und wie diese aussehen sollten, gab
es bereits wesentlich früher, wie Martin Rink in seinem Beitrag aufzeigt. Diese
Vorgeschichte reicht sogar über das Jahr 1994 hinaus, das allgemein als
Startschuss für den Aufbau des KSK gilt. Damals gelang es aufgrund fehlender
Kräfte nicht, deutsche Staatsbürger aus dem von Bürgerkrieg zerrissenen Ruanda
zu evakuieren. Es war deutlich geworden, dass die Bundeswehr ein neues
Aufgabenspektrum abdecken musste. Zugleich stellte sich die Frage, wie denn der
Soldat, der diesem neuen Kommando angehörte, aussehen sollte: Wollte man einen
Kämpfer à la John J. Rambo, einen smarten Offizier im Stil eines James Bond oder
war ein völlig anderer Typ gefordert und erwünscht?
25 Jahre Afghanistaneinsatz
Angehörige des KSK waren dann auch unter den ersten Kräften, die nach den
Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 in Afghanistan
zum Einsatz kamen - ein Einsatz, der wohl zu den prägendsten der bisherigen
Bundeswehrgeschichte gehört. Über 20 Jahre waren dort Tausende Soldatinnen und
Soldaten im Einsatz - sie machten Erfahrungen mit Kampf und Verlust und mussten
am Ende mit ansehen, wie das Land nach dem Abzug wieder in die Hände der Taliban
fiel. Wie konnte es dazu kommen und was war überhaupt das ursprüngliche Ziel
dieses Einsatzes gewesen?Warum die Bundesregierung im Dezember 2001 entschied,
sich an dem Kampfeinsatz zu beteiligen, untersucht Philipp Münch in seinem
Beitrag. Dabei macht er deutlich, dass politische Überlegungen zur
außenpolitischen Stellung Deutschlands eine tragende Rolle spielten.
Der "Starfighter" - eine gefährliche Affäre?
Pannen, Pech und praktische Fehler führten zu einer der tragischsten
Unfallserien der Bundeswehrgeschichte. Der "Starfighter" war für die Bundeswehr
in den 1960er-Jahren beschafft worden, um unter anderem die deutsche nukleare
Teilhabe im NATO-Bündnis abzusichern. Doch alsbald entwickelte er sich zum
"Witwenmacher". Zwischen 1964 und 1966 kam es zu mehr als 40 Totalausfällen.
Dass den im "Starfighter" verbauten Schleudersitzen daher eine besondere
Bedeutung zufiel, zeichnet Heiner Möllers in seinem Beitrag für unsere Rubrik
"Militärgeschichte im Bild" nach.
Das Boxerprotokoll
Einem bislang in der Forschung eher unterbelichteten Thema widmet sich der
Beitrag von Martin Schulz, der sich mit dem Boxerprotokoll von 1901 befasst. Das
um die Jahrhundertwende politisch schwache China stand unter dem Druck
ausländischer westlicher Mächte, die sich Einflusszonen im Fernen Osten sichern
wollten. Dagegen formierte sich in China die sogenannte Boxerbewegung; der
Widerstand weitete sich zu einem Krieg aus. Doch die nur rudimentär bewaffneten
Boxer hatten keine Chance gegen die modern ausgerüsteten internationalen
Truppen. Als Ergebnis der militärischen Auseinandersetzung musste die
chinesische Seite dem Boxerprotokoll zustimmen, das eine politische Demütigung
war und harte wirtschaftliche Sanktionen beinhaltete.
Die Schlacht um Kiew
Kiew war in der Geschichte schon mehrfach Schauplatz entscheidender
militärischer Kämpfe. Zuletzt versuchten die russischen Truppen bei ihrem
Überfall auf die Ukraine im Februar 2022, die ukrainische Hauptstadt mit einem
schnellen Vorstoß einzunehmen - und scheiterten. Auch im Zweiten Weltkrieg
spielte Kiew eine zentrale Rolle, wie Chris Helmecke aufzeigt: Die Stadt war
zentraler Streitpunkt zwischen Adolf Hitler und der militärischen Führung
darüber, wie der Krieg im Osten weitergeführt werden sollte. Sollte es gen
Moskau gehen, um das politische Zentrum der Sowjetunion einzunehmen, oder war
die südliche Region mit ihren kriegswichtigen Ressourcen das strategisch
sinnvollere Ziel? Im Spätsommer 1941 wurde die ukrainische Metropole schließlich
zum Schauplatz einer der größten Kesselschlachten der Geschichte und auch zum
Tatort der wohl bekanntesten einzelnen Massenerschießung von Jüdinnen und Juden
in Babyn Jar. Damit gehört sie zu den zentralen Orten nationalsozialistischer
Vernichtungspolitik.
Die Ausgabe finden Sie kostenlos zum Download auf unserer Website (https://zms.b
undeswehr.de/de/publikationen-ueberblick/militaergeschichte-zeitschrift-historis
che-bildung-heft-2026-3-6123114) .
Pressekontakt:
Oberstleutnant Michael Gutzeit
Leiter der Informationsarbeit
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
0331 9714 400
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/171701/6316408
OTS: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bu
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