Berlin
Top-News
Berlin, Stadt
Fläche: 891,76 km²
Einwohner: 3.388.434
PLZ: 10178
|
Kommentar von "nd.DerTag" zum neuen Bundeshaushalt |
 |
| 6.07.2026 19:40 Uhr |
nd.DerTag / nd.DieWoche |
|
|
Berlin (ots) - Nach einem Urlaub mit dem neuen Bundeshaushalt begrüßt zu werden,
hat erst einmal etwas Beruhigendes. Denn irgendwie ist trotz allerlei
Aufregungen in den vergangenen Wochen das meiste beim Alten geblieben. Wieder
heißt es: alles für die Rüstung.
Die höhere Staatsverschuldung begründet SPD-Finanzminister mit den Folgen des
Iran-Krieges. Also ist die logische Konsequenz, in den kommenden vier Jahren
weitere 607 Milliarden Euro in die Verteidigung zu investieren. Das bedeutet,
fast jeder dritte vom Bund ausgegebene Euro fließt in Panzer, Drohnen und
Kampfflugzeuge. Dafür muss der Staat - Klingbeils Logik zufolge - natürlich an
anderen Stellen sparen. Ein Drittel aller Haushalte in Deutschland verliert
daher den Anspruch auf das Wohngeld, der Klima- und Transformationsfonds wird
zusammengekürzt, im Gesundheitssektor raufen sich die Beteiligten nur noch die
Haare.
Wie sich derlei drastische Einsparungen auswirken, davon können
Entwicklungsorganisationen ein Lied singen. Sie protestierten am Montag gegen
weitere Sparmaßnahmen vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Bereits 2023 kürzte
die Ampel-Regierung den Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um fast 20 Prozent, 2025 halbierten Union
und SPD die Mittel für die humanitäre Hilfe im Vergleich zum Vorjahr.
Entwicklungszusammenarbeit soll die langfristige Überwindung von Armut und
Ungleichheit sicherstellen, humanitäre Hilfe die Folgen akuter Krisen begrenzen.
Bis 2030 könnten durch die Kürzungen 9,4 bis 22,6 Millionen vermeidbare
Todesfälle nicht verhindert werden, darunter jene von rund fünf Millionen
Kindern unter fünf Jahren, wie die Organisationen berechneten.
Den drastischen Zahlen zum Trotz heizt die Bundesregierung mit ihren
Investitionen in Panzer und Drohnen die Krisenherde weiter an. 2024 lebten laut
Daten des Friedensforschungszentrums Oslo rund 676 Millionen Frauen in der Nähe
eines tödlichen Konflikts - so viele wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht
mehr. Ebenfalls auf immer neuen Höhepunkten befinden sich indes die Umfragewerte
der AfD. Die häufigste Begründung für rechte Wahlvorhaben: Unzufriedenheit mit
der Regierung. So viel zum Erfolg von den Drohnen für das Volk.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/59019/6309328
OTS: nd.DerTag / nd.DieWoche
|
|
Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - nd.DerTag / nd.DieWoche
Für den Inhalt übernehmen wir keine Verantwortung
|