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München (ots) - Fast alle modernen Fahrzeuge sind mit einer Vielzahl an Sensoren
und Kameras ausgestattet. Die gewonnenen Daten versorgen wichtige Systeme wie
etwa den Notbremsassistenten. Der ADAC hat in einem Systemvergleich untersucht,
wie sich wechselnde Wetterbedingungen auf die Funktionsweise der Sensoren
auswirken. Die Untersuchungen fanden in der AVL-Wetterhalle in Roding statt.
Hier können starke Regenschauer und Nebelwände sowie Blendung durch tiefstehende
Sonne nachgebildet werden. Für die Versuche wurden je nach Szenario Regen und
Nebel in verschiedenen Intensitäten erzeugt - in einem Fall simulierte ein
spezieller Scheinwerfer eine tiefstehende Sonne durch die Nebelwand. Die
Fahrzeuge fuhren für den Vergleich mit 30 km/h und mussten ein stehendes sowie
in einem zweiten Szenario ein bewegtes Hindernis rechtzeitig erkennen und
eigenständig bremsen.
Das Ergebnis zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Herstellern gibt.
Kein System ist in der Lage, alle Szenarien ohne Fehler zu bestehen. Die beste
Gesamtperformance zeigte der Mercedes CLA: Selbst im dichten Nebel, der sich bei
vielen Systemen als großes Problem herausstellte, war das Auto in der Lage dazu,
Hindernisse zu erkennen und ohne Kollision abzubremsen. Minuspunkte gab es, weil
das System in einem Fall zwar einen kreuzenden Fußgänger erkannte und eine
Bremsung einleitete, diese aber kurz darauf ohne erkennbaren Grund abbrach. Eine
weitere Erkenntnis ist, dass mehr Sensorik nicht unbedingt bessere Ergebnisse
zur Folge hat: Der Nio EL6 ist mit einem Radar, Lidar und einer Kamera
ausgestattet. Zwar erzielte das Fahrzeug insgesamt zufriedenstellende
Ergebnisse, zeigte aber bei dichtem Nebel mit Sichtweiten unter 20 Metern keine
oder nur unzureichende Reaktionen.
Überraschend positiv zeigte sich das System von Tesla, das ausschließlich auf
Kameras setzt. Regen oder leichter Nebel stellte das Fahrzeug vor keine
Probleme. In anspruchsvolleren Fällen erkannte das System zwar die Hindernisse
oder sprach eine Warnung aus, führte aber keine Notbremsung durch. Ein gänzlich
anderes Bild zeigte sich beim BYD Seal: Das Fahrzeug hatte bei nahezu allen
Bedingungen merkliche Schwächen - bei Starkregen und dichtem Nebel gab es quasi
keine Reaktion mehr. Leider gab das Fahrzeug aber auch keine Warnung aus, dass
die Systeme eingeschränkt sind oder unter den vorliegenden Bedingungen nicht
mehr funktionieren.
Im Fazit lässt sich festhalten, dass gut abgestimmte Assistenzsysteme auch unter
schwierigsten Umweltbedingungen eine sichere Unterstützung sein können.
Allerdings sollten sich Autofahrer nie alleine auf die Funktion der Sensoren
verlassen. Die Fahrzeughersteller müssen aus ADAC Sicht dem Fahrer klare
Hinweise geben, sobald ein Assistenzsystem nicht mehr zur Verfügung steht.
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