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Chornobyl/Ukraine (ots) - 14. 4. 2026 - Vor dem 40. Jahrestag der
Reaktorkatastrophe von Chornobyl protestieren zwei Greenpeace-Aktivist:innen mit
einem "Stand With Ukraine"-Banner unmittelbar vor der Atomruine dafür, die
Ukraine beim Schutz der Unfallstelle stärker zu unterstützen. Die durch einen
russischen Drohnenangriff stark beschädigte Schutzhülle über dem Unglücksreaktor
kann ihre Funktion nicht mehr sicherstellen. Durch den Angriff wurde die äußere
Hülle durchschlagen und ein Feuer zerstörte rund 50 Prozent der Isolierschicht.
Da diese für die Regulierung der Luftfeuchtigkeit innerhalb der Schutzhülle
nötig ist, stellt Kondenswasser seitdem ein wachsendes Problem dar und
destabilisiert den darunter liegenden Sarkophag mit der Reaktorruine. Für eine
wirksame Reduzierung der hohen Strahlenbelastung muss die auf 100 Jahre
ausgelegte Schutzhülle über diesen Zeitraum hinweg intakt bleiben. Die komplexen
Folgen des Angriffs listet ein neuer Report von Greenpeace auf ( LINK
(https://t1p.de/hw9h1) ).
"Vierzig Jahre nach der Katastrophe zeigt sich: Atomkraft bleibt ein
unkalkulierbares Risiko, das in den Händen von Aggressoren zur Waffe wird", sagt
Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. "Wer die Schutzhülle von Chornobyl
angreift, nimmt eine weitere Atomkatastrophe in Kauf. Wir stehen an der Seite
der Ukraine und fordern mehr Mittel für den sofortigen Wiederaufbau der Hülle."
Erneuerbare Energien sollen künftig verlässlich Energie für Chornobyl liefern
Russische Drohnenangriffe auf zentrale Kraftwerke, Stromleitungen und
Umspannwerke unterbrechen immer wieder die Energieversorgung für Chornobyl.
Damit verbunden sind Ausfälle bei Anlagen, die die Sicherheit des Komplexes
gewährleisten sollen. Diese Probleme wollen die staatlichen Betreiber jetzt mit
einem Solarkraftwerk lösen, das direkt auf dem ehemaligen Werksgelände errichtet
wird. Das Ziel ist es dabei, durch eine dezentrale Energieversorgung unabhängig
vom ukrainischen Stromnetz zu werden. "Unabhängig, kostengünstig und sicher -
auch die Bewacher:innen der Atomruine haben erkannt, dass die Zukunft in
Erneuerbaren Energien liegt", so Smital.
Ehemaliger Kühlwassersee des Reaktors gefährdet die Umwelt
Die Folgen des Unglücks sind bis heute nicht unter Kontrolle und vollständig
erforscht. Direkt neben der Atomruine befindet sich der mehrere Quadratkilometer
große künstliche Kühlwassersee des ehemaligen Kraftwerkes. Nach der Explosion
des Reaktors lagerten sich in seinem Sediment radioaktive Nuklide und kleinste
Bruchstücke des Kernbrennstoffes ab. Expert:innen von Greenpeace haben zusammen
mit Wissenschaftler:innen des Hydrometeorolgischen Instituts (UHMI) der Ukraine
Ende vergangenen Jahres Sedimentproben aus dem See entnommen. Die Ergebnisse
werden in den kommenden Monaten veröffentlicht. Der See trocknet seit längerem
aus. Die Frage ist, was dabei mit den radioaktiven Teilchen im erodierenden
Sediment passiert. "Der austrocknende Kühlwassersee ist eine tickende Zeitbombe.
Wir dürfen die Ukraine neben dem Krieg nicht auch noch dieses Erbe der Atomkraft
allein schultern lassen", sagt Smital.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Heinz Smital, Tel.0171-8780803, oder
Pressesprecher Björn Jettka derzeit in Kyiv, Tel. 0171-8780778. Fotos und
Videomaterial der Aktion finden Sie hier https://t1p.de/3wrm9 Den Report finden
Sie hier: https://t1p.de/hw9h1 Pressestelle: Tel. 040-30618-340,
presse@greenpeace.de; http://www.greenpeace.de/
Pressekontakt:
Rückfragen bitte an Heinz Smital, Tel.0171-8780803, oder Pressesprecher Björn
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6343/6254656
OTS: Greenpeace e.V.
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