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Berlin (ots) - Die FSM-Beschwerdestelle veröffentlicht die Jahresstatistik 2025:
Mit insgesamt 28.598 eingegangenen Meldungen verzeichnete die Beschwerdestelle
2025 die zweithöchste Anzahl an Beschwerden seit Gründung des Vereins im Jahr
1997. In 74 Prozent der Fälle (21.072 Meldungen) war die Beschwerde begründet,
es wurde also ein Rechtsverstoß festgestellt. Dies bedeutet eine deutliche
Steigerung gegenüber der Vorjahresquote von 68 Prozent. Besonders
besorgniserregend ist dabei, dass dies fast ausschließlich auf die Zunahme der
Meldungen von Darstellungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger
zurückzuführen ist.
Alle Zahlen im Detail finden Sie in unserer Statistik der Beschwerdestelle 2025
(https://www.fsm.de/files/2026/04/fsm_statistik_2025.pdf) .
Jede eingegangene Beschwerde wird vom juristischen Team der FSM einzeln auf
Verstöße gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) geprüft. Dies
umfasst zumeist auch die Prüfung von Tatbeständen aus dem Strafgesetzbuch
(StGB).
Martin Drechsler, Geschäftsführer der FSM: "Im letzten Jahr verzeichneten wir
bei den Meldungen zu Darstellungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger
einen massiven Anstieg um 50 Prozent. Besonders die Zunahme virtueller und
teilweise KI-generierter Missbrauchsdarstellungen zeigt, dass wir es mit einer
neuen Qualität der Gefährdung zu tun haben. Unsere Bilanz beweist jedoch auch:
Konsequentes Handeln wirkt. Im Inland erwirken wir die Löschung uns gemeldeter
illegaler Inhalte fast ausnahmslos innerhalb von höchstens zwei Tagen. Um diese
wichtige Leistung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen jeden Tag aufs Neue
erbringen zu können, ist eine nachhaltige und verlässliche Förderung unserer
Arbeit wichtiger denn je."
Zentrale Entwicklungen bei Missbrauchsdarstellungen
Darstellungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger (CSAM: Child Sexual Abuse
Material) bilden mit 58 Prozent (12.147 Fälle) die mit Abstand größte Kategorie
der begründeten Beschwerden. Damit übertrifft dieser Bereich den bisherigen
Schwerpunkt Pornografie deutlich. Ein prägendes Phänomen des Jahres 2025 war
dabei die Zunahme von virtuellen Missbrauchsdarstellungen . Insgesamt wurden
2.332 solcher Fälle registriert. Ob diese Inhalte mittels Künstlicher
Intelligenz generiert, gezeichnet oder anderweitig erstellt wurden, ist
technisch oft nicht eindeutig feststellbar - rechtlich stellen sie jedoch in
jedem Fall eine schwerwiegende Verletzung des Jugendschutzes dar.
Schnelle Abhilfe trotz Internationalisierung
Die Hosting-Struktur illegaler Inhalte hat sich weiter ins Ausland verlagert.
Während 2024 noch über die Hälfte der gemeldeten Inhalte in Deutschland
gespeichert war, lag dieser Anteil 2025 nur noch bei rund 23 Prozent . Über 77
Prozent der gemeldeten Missbrauchsdarstellungen wurden auf ausländischen Servern
identifiziert. Die Effektivität bleibt hoch: Missbrauchsdarstellungen
Minderjähriger, die auf deutschen Servern gespeichert sind, leitet die FSM
sofort an das Bundeskriminalamt (BKA) weiter und informiert im
Notice-and-Takedown-Verfahren den Hostprovider. Inländische Inhalte konnten so
im Durchschnitt innerhalb von 2 Tagen entfernt werden.
Bei im Ausland gehosteten Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von
Minderjährigen informiert die Beschwerdestelle den Hostprovider und leitet die
Meldung zusätzlich an die zuständige Partner-Hotline im
Beschwerdestellennetzwerk INHOPE weiter. Bei ausländischen Hostern betrug die
Löschquote realer Missbrauchsdarstellungen nach vier Wochen 94,5 Prozent. Ein
Sonderfall sind die bereits erwähnten sog. virtuellen Missbrauchsdarstellungen,
also nicht-reale Bildinhalte, die beispielsweise gezeichnet oder KI-generiert
sein können. Diese sind in Deutschland ebenso unzulässig und strafbar wie reale
Missbrauchsdarstellungen. In anderen Ländern, beispielsweise den USA oder
Kanada, sind sie jedoch nicht grundsätzlich verboten und werden daher häufig
nicht entfernt. Daher lag die Löschquote bei im Ausland gehosteten virtuellen
Missbrauchsdarstellungen nur bei 72,9 Prozent.
Pornografie, Gewalt und Hasskriminalität
Die Kategorie Pornografie macht mit 8.360 Fällen (40 Prozent) den zweitgrößten
Anteil an den gemeldeten Beschwerden aus. Hierbei handelt es sich primär um
Verstöße gegen die Pflicht zur Altersverifikation, denn solche Inhalte dürfen
nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden. Die Zahlen im Bereich
Hasskriminalität (160 Fälle) sowie Gewaltdarstellungen (264 Fälle) sind im
Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig und machen weiterhin rund zwei Prozent
des Gesamtvolumens aus. Ein bemerkenswerter Rückgang war zudem bei den
Beschwerden gegen Mitgliedsunternehmen der FSM zu verzeichnen (932 Meldungen
gegenüber 4.849 im Vorjahr). Mitglieder der FSM sind verpflichtet, umgehend auf
Hinweise der Beschwerdestelle zu reagieren.
Über die FSM-Beschwerdestelle
Die FSM-Beschwerdestelle nimmt seit 1997 Hinweise auf jugendgefährdende
Online-Inhalte entgegen. Nutzerinnen und Nutzer können Verstöße einfach über das
Online-Formular (https://www.fsm.de/fsm/beschwerdestelle/#inhalte-melden)
melden. Die FSM ist als vertrauenswürdiger Hinweisgeber anerkannt und wird im
Rahmen des Verbunds Safer Internet DE durch das Digital Europe Programme der
Europäischen Union kofinanziert.
Über die FSM
Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter ( FSM e.V.
(https://www.fsm.de/) ) ist eine von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM)
anerkannte Selbstkontrolleinrichtung für den Bereich Telemedien. Sie
beaufsichtigt und berät eine Vielzahl von Unternehmen aus der
Telekommunikations- und Online-Branche. Der Verein setzt sich seit 1997 dafür
ein, dass Kinder und Jugendliche mit einem sicheren und besseren Internet
aufwachsen können - insbesondere über die Bekämpfung illegaler,
jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte in Online-Medien.
Dazu betreibt die FSM eine Beschwerdestelle, an die sich alle wenden können, um
Online-Inhalte zu melden. Die FSM-Beschwerdestelle wird unter dem Dach von
Saferinternet.de von der Europäischen Union kofinanziert. Darüber hinaus gehören
die umfangreiche Aufklärungsarbeit und die Medienkompetenzförderung von Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen zu den weiteren Aufgaben der FSM.
Pressekontakt:
FSM e. V., Jonas Weissberg, Beuthstr. 6, 10117 Berlin;
Tel.: 030 24 04 84 - 43, mailto:weissberg@fsm.de, http://www.fsm.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/66501/6261183
OTS: FSM - Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter
e.V.
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