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Köln (ots) - Bei Arbeiten in der Höhe wird Hektik schnell zur Gefahr. Warum
Zeitdruck das Unfallrisiko erhöht und wie Planung, Teamarbeit und bewusstes
Tempo für mehr Sicherheit sorgen, zeigt eine neue Folge des Podcasts "Ganz
sicher" der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG
ETEM).
"Wenn's schnell gehen soll, mach langsam." - Was zunächst widersprüchlich
klingt, beschreibt einen zentralen Grundsatz für sicheres und gesundes Arbeiten.
Denn Zeitdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor. Darauf weist die BG ETEM hin.
Wenn Führungskräfte Stress und Hektik verbreiten, steigt die Fehleranfälligkeit
im Team. Selbst erfahrene Beschäftigte können dann grundlegende
Sicherheitsmaßnahmen übersehen oder wichtige Zwischenschritte auslassen. Die
möglichen Folgen: Unfälle und Verletzungen.
Deshalb gilt: vorausschauend planen und im Zweifel bewusst langsamer arbeiten.
In der aktuellen Podcastfolge spricht Industriekletterer Christian Otter,
Geschäftsführer des Kölner Seilkommandos, mit Moderatorin Katrin Degenhardt über
seinen Arbeitsalltag - und darüber, welche Maßnahmen sich für sicheres Arbeiten
in der Höhe bewährt haben. Ein zentraler Grundsatz seiner Arbeit lässt sich auf
viele Branchen übertragen: Erst klären, wie eine Aufgabe sicher beendet werden
kann - dann beginnen.
Redundanz ist Trumpf
Industriekletterinnen und -kletterer sind überall dort im Einsatz, wo Gerüste
oder Hubarbeitsbühnen an ihre Grenzen stoßen: an Fassaden, Kirchtürmen,
Windkraft- oder Mobilfunkanlagen - und auch in schwer zugänglichen Schächten.
Möglich wird das durch moderne Seilzugangstechniken.
Seile, Gurte und Helme sind sichtbar - die eigentliche Sicherheit entsteht
jedoch bereits im Vorfeld. Sie beginnt in der Ausbildung und setzt sich in der
sorgfältigen Einsatzplanung fort. Dabei werden sämtliche Arbeitsschritte sowie
mögliche Notfallszenarien im Voraus durchdacht. Vor jedem Einsatz analysieren
die Teams die Situation vor Ort: Welche Gefahren bestehen? Wie kann im Notfall
gerettet werden? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, beginnt die Arbeit.
Ein zentrales Prinzip ist Redundanz: Industriekletterer arbeiten grundsätzlich
mit zwei voneinander unabhängigen Sicherungssystemen - einem Arbeitsseil und
einer zusätzlichen Sicherung. Ergänzt wird dies durch organisatorische Maßnahmen
wie das Vier-Augen-Prinzip, bei dem sich Teammitglieder gegenseitig
kontrollieren.
Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Unfälle entstehen selten durch technisches
Versagen, sondern meist durch menschliche Fehler. Umso wichtiger sind klare
Abläufe, standardisierte Prozesse und regelmäßige Unterweisungen - auch über die
Höhenarbeit hinaus.
Praxis-Tipps für Arbeitsschutzverantwortliche
Aus dem Industrieklettern lassen sich konkrete Maßnahmen für viele
Arbeitsbereiche ableiten, etwa in den Branchen Energieversorgung oder
Elektrotechnik.
- Zeitdruck aktiv reduzieren: Realistische Zeitvorgaben setzen und bewusst
Puffer einplanen - Sicherheit darf kein "Zeitfaktor" sein.
- Klare Abläufe definieren: Standardisierte Prozesse und Checklisten helfen,
Fehler unter Stress zu vermeiden.
- Vier-Augen-Prinzip etablieren: Kritische Arbeitsschritte grundsätzlich
gegenprüfen lassen.
- Notfälle mitdenken: Rettungs- und Notfallkonzepte vorab festlegen und
regelmäßig üben.
- Sicherheitskultur stärken: Führungskräfte sollten Ruhe vorleben und sich klar
zur Priorität Sicherheit bekennen.
Podcast anhören und mehr Informationen
Wie Industriekletterer arbeiten, welche typischen Fehler es gibt und was andere
Branchen daraus lernen können, thematisiert die aktuelle Folge von "Ganz
sicher", dem Podcast der BG ETEM. Moderatorin Katrin Degenhardt spricht mit
Christian Otter über reale Einsätze, Beinaheunfälle und die Bedeutung einer
gelebten Sicherheitskultur.
Sein Fazit: "Wenn es schnell gehen soll, muss man besonders sorgfältig
arbeiten."
Der Podcast der BG ETEM ist auf der Webseite der BG ETEM unter der Adresse
http://www.bgetem.de/ganzsicher zu finden. Ebenso bei Spotify, YouTube Music,
Deezer, RTL+, Pocket Casts sowie Apple Podcasts. Zur Folge "Industrieklettern:
Sicher rauf, sicher runter" geht es hier (https://www.bgetem.de/presse-aktuelles
/themen-und-geschichten/podcasts/folge-51-industrieklettern-sicher-rauf-sicher-r
unter) .
Hintergrund BG ETEM
Die BG ETEM ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund vier Millionen
Beschäftigte in gut 200.000 Mitgliedsbetrieben. Sie kümmert sich um
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den Mitgliedsbetrieben sowie um
Rehabilitation und Entschädigung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Für
ihre Mitgliedsunternehmen übernimmt die BG ETEM die Haftung für die
gesundheitlichen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gegenüber den
Beschäftigten und stellt diese auch untereinander von der Haftung frei.
Pressekontakt:
Christian Sprotte
Pressesprecher
Telefon: +49 221 3778-5521 (Zentrale: - 0)
Telefax: +49 221 3778-25521
Mobil: +49 175 260 73 90
E-Mail: mailto:sprotte.christian@bgetem.de
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Hauptverwaltung
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/18978/6254823
OTS: BG ETEM - Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Mediene
rzeugnisse
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