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Berlin (ots) -
- 60 Prozent der Unternehmen sind überzeugt, dass Physical AI den Einsatz von
Robotik in Bereichen ermöglicht, die bislang unwirtschaftlich oder
unpraktikabel waren - zum Beispiel bei gefährlichen Tätigkeiten, in der
Logistik oder im Pflegebereich
- 43 Prozent der Führungskräfte interessieren sich für Physical AI als
Unterstützung für industrielle Produktion im eigenen Land
- Bereits 79 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich mit Physical AI, 27
Prozent setzen Lösungen ein oder skalieren sie schon
Physical AI gilt als die nächste Evolutionsstufe Künstlicher Intelligenz: KI,
die über strikt vorgebene Prozesse hinaus freier in der physischen Welt agieren
kann. Unternehmen sehen darin für die kommenden Jahre großes Potential. Das
ergibt eine aktuelle Studie des Capgemini (https://www.capgemini.com/de-de/)
Research Institute mit dem Titel " Physical AI: Taking human-robot collaboration
to the next level (https://www.capgemini.com/wp-content/uploads/2026/04/CRI_Phys
ical-AI-Report-web-version.pdf) ". Die Studie untersucht die Auswirkungen von
Physical AI auf die Robotik sowie das Potenzial für Unternehmen.
Physical AI markiert einen grundlegenden Wandel in der Robotik, weg von reiner
Automatisierung hin zu autonomem Handeln in der realen Welt.
Branchenübergreifend hält eine Mehrheit der Führungskräfte grundlegende
Veränderungen für möglich: Im Bereich Hightech sehen 93 Prozent Physical AI als
"Gamechanger", in Lagerhaltung und Logistik sind es 69 Prozent, im Bereich
Landwirtschaft 59 Prozent. Die Zustimmung ist global groß: Nahezu drei Viertel
der Führungskräfte in den USA sowie rund zwei Drittel in Europa und im
asiatisch-pazifischen Raum teilen diese Einschätzung.
Vom Experiment zum Mehrwert
Physical AI befindet sich an einem Wendepunkt: Technologische Durchbrüche und
ökonomische Entwicklungen beschleunigen den Einsatz in der realen Welt im großen
Maßstab. Fortschritte bei Foundation Models verleihen Robotern die nötigen
Fähigkeiten, um autonom in komplexen Umgebungen zu agieren. Gleichzeitig
verkürzen Simulationstechnologien Trainingszyklen erheblich, indem sie Lernen in
großem Umfang ermöglichen.
KI, Robotik und Daten verstärken sich dabei gegenseitig: Im Einsatz generierte
reale Daten verbessern kontinuierlich Leistung und Generalisierungsfähigkeit der
Systeme. Hinzu kommen Fortschritte bei Edge Computing und Batterietechnologien,
sinkende Hardwarekosten, neue Geschäftsmodelle wie Robotics as a Service (RaaS)
sowie Durchbrüche bei der Konnektivität, etwa durch private 5G-Netze und präzise
drahtlose Ortung.
Der Optimismus ist entsprechend groß: 60 Prozent der Führungskräfte gehen davon
aus, dass Physical AI Robotikanwendungen ermöglicht, die bisher nicht möglich
oder wirtschaftlich nicht sinnvoll waren. Die Anwendungsfälle reichen von
gefährlichen Tätigkeiten, Mikro-Logistik, Pick-and-Place-Aufgaben und
Feldinspektionen bis hin zu branchenspezifischen Szenarien wie dynamischer
Montage in der Fertigung, Unterstützung im Gesundheits- und Pflegebereich des
öffentlichen Sektors sowie der Schadenserfassung nach Katastrophen in der
Versicherungswirtschaft.
Beschleuniger für Reindustrialisierung und operative Resilienz
Mit der zunehmenden Reindustrialisierung in Europa und den USA entwickelt sich
Physical AI zu einem zentralen Beschleuniger für diesen Wandel. 43 Prozent der
Führungskräfte geben an, dass Reshoring und Reindustrialisierung ihr Interesse
an Physical AI als Unterstützung einer skalierbaren inländischen Produktion
verstärken. Zwei Drittel der Unternehmen verleihen Physical AI inzwischen eine
hohe Priorität in ihrer Automatisierungsagenda für die kommenden drei bis fünf
Jahre. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht autonome mobile Roboter,
industrielle Roboterarme und kollaborative Roboter (Cobots) als die am
schnellsten wachsenden Robotik-Formen in diesem Zeitraum, deutlich vor
humanoiden Robotern.
Ein zentraler Treiber für Investitionen in Physical AI sind Engpässe bei
Arbeitskräften, noch vor den reinen Arbeitskosten. Besonders ausgeprägt ist
dieser Faktor in der Landwirtschaft, im Einzelhandel, in der Hightech-Industrie,
in Lagerhaltung und Logistik sowie in der Automobilbranche.
Physical AI unterstützt zudem die notwendige Agilität für langfristige
Reindustrialisierung. Nahezu die Hälfte der Führungskräfte nennt eine höhere
Flexibilität als zentralen Nutzen, insbesondere durch die Möglichkeit,
Produktionssysteme und Arbeitsabläufe schneller neu zu konfigurieren als das mit
klassischer Robotik oder starrer Automatisierung möglich ist. Darüber hinaus
heben mehr als die Hälfte Verbesserungen bei der Sicherheit sowie eine geringere
körperliche Belastung für Mitarbeitende hervor.
" Robotik bedeutete bisher Fabrikhallen, geschützte Umgebungen sowie definierte
und repetitive Aufgaben. An einen universellen Einsatz war nicht zu denken. Die
technologischen Durchbrüche im Bereich der künstlichen Intelligenz,
Rechenleistung und Mechanik markieren jetzt einen Wendepunkt. KI ermöglicht es
Systemen nun, nicht nur die Welt zu sehen, sondern sie zu verstehen sowie
adaptiv und autonom zu handeln. Physical AI findet sich in der Welt der Menschen
zurecht und kann mit uns natürlich interagieren.", erklärt Peter Fintl, Vice
President Technology & Innovation bei Capgemini Engineering. "Auch wenn die Welt
derzeit auf die humanoiden Roboter blickt, so liegt der Hebel für den
nutzenstiftenden Einsatz unmittelbar in traditionellen Bauformen wie
automatisierte Transportsysteme, robotische Arme oder kollaborative
semi-stationäre robotische Systeme. Gerade für die europäische und deutsche
Industrie ist es nun wichtig, rasch den Sprung von vereinzelten Demonstratoren
hin zur breiten produktiven Anwendung zu meistern."
Skalierung von Physical AI und humanoiden Robotern trotz Herausforderungen
Nahezu zwei Drittel der Führungskräfte erwartet, dass Physical AI innerhalb der
nächsten fünf Jahre den Sprung von Pilotprojekten zu breiterer Implementierung
schafft - auch wenn derzeit nur 4 Prozent angeben, bereits im großen Maßstab zu
operieren. Tatsächlich bleibt die Skalierung für fast acht von zehn
Führungskräften eine Herausforderung.
Das kurzfristige Wachstum wird von etablierten Robotik-Formen getragen.
Humanoide Roboter wecken zwar großes Interesse, stoßen aber weiterhin auf
erhebliche Herausforderungen und gelten daher als langfristige Option: 72
Prozent der Führungskräfte nennen technologische Unreife wie noch fehlende
Zuverlässigkeit und Geschicklichkeit als Hemmnis, 63 Prozent führen hohe Kosten
an und 58 Prozent sehen die Trainingsanforderungen als Hürde. Zudem ist für mehr
als sechs von zehn Führungskräften der Return on Investment humanoider Roboter
derzeit nicht klar genug. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz stellt eine
Herausforderung dar. Mehr als sechs von zehn Führungskräften sehen öffentlichen
Widerstand als kritisches Hindernis für die Einführung humanoider Roboter.
Hier finden Sie die vollständige Studie: https://ots.de/jc8r4I
Methodik der Studie
Im Januar und Februar 2026 führte das Capgemini Research Institute eine globale
Befragung von 1.678 Führungskräften aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz von
mehr als 1 Milliarde US-Dollar durch. Die Befragung erstreckte sich über 16
Länder in Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum sowie über 15
Branchen. Für die Branchen Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung und für den
öffentlichen Sektor lag die Umsatzschwelle bei 500 Millionen US-Dollar. Die
befragten Teilnehmenden waren Führungskräfte auf Direktorenebene und darüber.
Über Capgemini
Capgemini ist ein globaler Partner für die KI-gestützte Geschäfts- sowie
Technologietransformation. Das Unternehmen schafft messbaren Mehrwert für seine
Kunden, indem es die Zukunft von Organisationen gestaltet und im Zusammenspiel
von KI, Technologie sowie dem Mensch Realität werden lässt. Seit fast 60 Jahren
steht Capgemini für Verantwortung wie auch Vielfalt und beschäftigt über 420.000
Mitarbeitende in mehr als 50 Ländern. Das End-to-End-Leistungsspektrum gründet
auf einer umfangreichen Branchenexpertise, einem starken Partner-Ökosystem sowie
Kompetenzen in den Bereichen Strategie, Technologie, Design, Engineering und
Operations. Die Gruppe erzielte 2025 einen weltweiten Umsatz von 22,5 Milliarden
Euro.
Make it real | http://www.capgemini.com/de
Über das Capgemini Research Institute
Das Capgemini Research Institute ist Capgeminis hauseigener Think-Tank in
digitalen Angelegenheiten. Das Institut veröffentlicht Forschungsarbeiten über
den Einfluss digitaler Technologien auf große Unternehmen. Das Team greift dabei
auf das weltweite Netzwerk von Capgemini-Experten zurück und arbeitet eng mit
akademischen und technologischen Partnern zusammen. Das Institut hat
Forschungszentren in Indien, Singapur, Großbritannien, und den USA.
Besuchen Sie uns auf
https://www.capgemini.com/de-de/insights/capgemini-research-institute/
Pressekontakt:
Konrad Horsch
Tel.: +49 151 544 767 85
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OTS: Capgemini
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