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Berlin (ots) - Die Berliner Landesregierung aus CDU und SPD will auf ihrer
bevorstehenden Klausurtagung eine Bundesratsinitiative beschließen, die für mehr
Wahlfreiheit beim Bezahlen sorgen soll. Geplant ist, dass Händler:innen in
Berlin künftig verpflichtet werden, neben Bargeld mindestens eine digitale
Zahlungsoption anzubieten. Ziel ist dabei auch, Druck auf die Bundesregierung
auszuüben, die in ihrem Koalitionsvertrag bereits eine "echte Wahlfreiheit im
Zahlungsverkehr" festgeschrieben hat.
Eine aktuelle Umfrage von infas quo im Auftrag der Initiative Deutsche
Zahlungssysteme e.V. zeigt: Die Bevölkerung ist bei diesem Thema gespalten.
Während 43 Prozent eine solche Regelung befürworten, lehnen sie 39 Prozent ab.
Knapp jede:r Fünfte (18 Prozent) ist unentschieden.
Mehr Zustimmung in Großstädten
Auffällig ist besonders das Gefälle zwischen Stadt und Land: In Städten mit über
500.000 Einwohner:innen spricht sich mehr als jede:r Zweite (52 Prozent) für
eine verpflichtende Akzeptanz digitaler Bezahlmethoden aus. Die Berliner:innen
stechen in dieser Frage nicht hervor - 51 Prozent befürworten eine Pflicht. In
Gemeinden mit unter 10.000 Einwohner:innen sind es nur 37 Prozent. Woher diese
Unterschiede kommen könnten, zeigt ein Blick auf die Alltagserfahrungen. Mehr
als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) ist in den letzten drei Monaten
zumindest gelegentlich auf den Hinweis "Cash only" gestoßen. Auch bei dieser
Frage variieren die Ergebnisse je nach Wohnortgröße: In Großstädten (ab 100.000
Einwohner:innen) haben rund 61 Prozent zumindest gelegentlich die Erfahrung
gemacht, dass nur Bargeld akzeptiert wird. In Gemeinden mit unter 10.000
Einwohner:innen sind es lediglich 49 Prozent. Die Ergebnisse verdeutlichen: Die
geplante Initiative des Berliner Senats spricht ein Thema an, das vor allem in
urbanen Zentren relevant ist.
Hindernisse aus Verbraucher:innenperspektive
Die Studie untersuchte zudem, welche Gründe aus Sicht der Befragten
Händler:innen dazu veranlassen könnten, ausschließlich Barzahlung anzubieten.
Drei Viertel (76 Prozent) vermuten, dass Betreiber:innen auf "Cash only" setzen,
um Gebühren für digitale Zahlungen zu umgehen. 53 Prozent sehen den technischen
Aufwand als möglichen Beweggrund. Deutlich seltener werden eine fehlende oder
mangelhafte Internetverbindung (30 Prozent), die Annahme, dass Bargeldzahlungen
schneller ablaufen (29 Prozent) sowie Steuerhinterziehung (26 Prozent) genannt.
Grundlage für Wahlfreiheit vorhanden
Sechs von zehn Befragten (60 Prozent) wünschen sich, dass es künftig verstärkt
europäische oder deutsche Bezahlsysteme als Konkurrenz zu amerikanischen
Anbietern gibt. Dazu zählt beispielsweise Wero, ein europäisches Bezahlsystem
für Konto-zu-Konto-Echtzeitzahlungen. Dass sich digitale Zahlungsverfahren
längst als fester Teil des Alltags etabliert haben, zeigt ein Blick in die
Portemonnaies: Fast alle Befragten (98 Prozent) gaben an, mindestens eine
Bezahlkarte zu besitzen. Darunter ist mit 72 Prozent die girocard - die
Debitkarte der deutschen Banken und Sparkassen - die mit Abstand am weitesten
verbreitete Karte.
Zur Studie
Das Meinungsforschungsinstitut infas quo befragte im Auftrag der Initiative
Deutsche Zahlungssysteme e.V. im Zeitraum vom 10. bis 13. April 2026 insgesamt
1.130 Personen online. Die Ergebnisse sind hinsichtlich Alter, Geschlecht und
Bundesland repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.
Zur Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.
Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit Sitz in Berlin versteht sich
als Netzwerk für Unternehmen und Institutionen, die die bargeldlosen
Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft akzeptieren oder die notwendige
Infrastruktur bereitstellen. Dazu gehört unter anderem auch die girocard als
meist genutzte Debitkarte Deutschlands. Als Verein bündelt die Initiative
Interessen von rund 80 Mitgliedern und vertritt sie gegenüber Politik und
Medien. Seit knapp 20 Jahren beschäftigt sich die Initiative Deutsche
Zahlungssysteme e.V. mit dem Bezahlen in Deutschland.
Zu den Bezahlverfahren
Die girocard, als meist genutzte Debitkarte Deutschlands, steckt nahezu in jedem
deutschen Geldbeutel. Die Marke "girocard" steht für den übergeordneten Rahmen
der deutschen Kreditwirtschaft: das girocard-Verfahren als
Debitkarten-Zahlverfahren und das "Deutsches Geldautomaten-System". Der Name und
das Logo girocard wurden 2007 von der Deutschen Kreditwirtschaft eingeführt.
Pressekontakt:
Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.
Pierre Du Bois
Tel.: +49 30 509313 305
mailto:pierre.dubois@initiative-dz.de
http://www.initiative-dz.de
Publik. Agentur für Kommunikation GmbH
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mailto:b.koenig@agentur-publik.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/127450/6257321
OTS: Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.
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