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Mainz (ots) - Zur positiven Lenkungswirkung weg von der klassischen Zigarette
und hin zu risikoreduzierten Alternativen, bedarf es einer schadensadaptierten
Besteuerung.
In der aktuellen politischen Diskussion um eine Erhöhung der Tabaksteuer
plädieren die ärztlichen Mitglieder der Expertengruppe "Forum Gesundheit" für
Ausgewogenheit und Detailgenauigkeit. "Die aktuelle Debatte über die Erhöhung
der Tabaksteuer ist längst überfällig", so Prof. Martin Storck. "Sie muss aber
mit Augenmaß und Blick auf die Folgen geführt werden - genau daran fehlt es",
mahnt der Gefäßmediziner an.
Drei Punkte sind den Ärzten wichtig
1. Eine Steuererhöhung auf klassische Zigaretten ist richtig, da diese extrem
gesundheitsschädlich sind. Solange eine Packung Billigzigaretten für 6 Euro zu
erwerben ist, bleibt die Besteuerung halbherzig.
2. Zusätzliche Steuereinnahmen müssen verbindlich in Prävention, Aufklärung und
Rauchentwöhnung fließen, sonst bleibt das Ganze lediglich eine Einnahmequelle
zur Querfinanzierung anderer staatlicher Ausgaben. Der Staat kassiert, der
gesundheitliche Effekt verpufft. Wer nur die Steuer erhöht, aber nicht
gleichzeitig auch in die Rauchentwöhnung investiert, betreibt keine
Gesundheitspolitik, sondern nur Fiskalpolitik. Viele Gesundheitsexperten haben
darauf bereits zu Recht hingewiesen.
3. Die geplante Steuererhöhung muss sich auf die besonders gefährlichen
brennbaren Produkte fokussieren, also auf die klassische Zigarette. Nur so
erzielt man die gewünschte Lenkungswirkung hin zu risikoreduzierten Alternativen
ohne Tabakverbrennung. Diese Produkte sind evidenzbasiert risikoärmer und
sollten daher nicht gleich hoch besteuert werden.
"Für erwachsene Raucher spielen die nicht brennbaren Alternativen wie
E-Zigaretten und Tabakerhitzer bei der Risikoreduzierung eine entscheidende
Rolle", ergänzt der Angiologe Prof. Knut Kröger. "E-Zigaretten und Tabakerhitzer
sollten daher von einer Steuererhöhung ausgenommen werden."
Pressekontakt:
Prof. Dr. Knut Kröger
mailto:info@thrombose-initiative.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/150683/6257764
OTS: Thrombose Initiative e.V.
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