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Köln (ots) - Ein breites Bündnis aus Fachgesellschaften, Hilfsorganisationen,
Wissenschaft und Zivilgesellschaft fordert bundesweit einheitlich die
kurzfristige, flächendeckende und verpflichtende Einführung der
Smartphone-basierten Ersthelfenden-Alarmierung (SbEA). Der "Runde Tisch SbEA"
hat dazu ein gemeinsames Positionspapier zur Verbesserung der
Reanimationsversorgung in Deutschland veröffentlicht.
Hintergrund ist die unverändert niedrige Überlebensrate nach einem
außerklinischen Herzkreislaufstillstand. Jährlich sind davon rund 120.000
Menschen betroffen, jedoch überlebt nur etwa jeder Zehnte. "Die ersten Minuten
nach einem Herzstillstand sind entscheidend; ohne sofortige
Wiederbelebungsmaßnahmen kommt es bereits nach drei bis fünf Minuten zu
irreversiblen neurologischen Schäden", erklären die Vertreter des Bündnisses. Da
Rettungsdienste im Durchschnitt etwa neun Minuten bis zum Einsatzort benötigen,
bleibt ein therapiefreies Intervall bestehen, das die Überlebenschancen
erheblich mindert.
Internationale Leitlinien wie die European Resuscitation Council
(ERC)-Guidelines sowie die jüngste Stellungnahme der Regierungskommission für
eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung empfehlen ausdrücklich
die strukturierte Alarmierung qualifizierter Ersthelfender. Evidenzbasierte
Studien aus mehreren europäischen Ländern zeigen, dass SbEA-Systeme die
Überlebensrate verdoppeln bis verdreifachen können. Auch in Deutschland
existieren bereits erprobte und einsatzbereite Modelle, die seit vielen Jahren
in zahlreichen Gebietskörperschaften erfolgreich eingesetzt werden und
Menschenleben retten konnten.
Trotz dieser Erkenntnisse bleibt die SbEA bundesweit bislang unzureichend
umgesetzt. Uneinheitliche rechtliche Rahmenbedingungen, fehlende Standards und
eine nicht gesicherte, nachhaltige Finanzierung führen zu einem Flickenteppich
aus lokalen Lösungen. Die bestehenden Barrieren verzögern eine flächendeckende
Einführung - mit direkten Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und mit
erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten, die ersten Berechnungen zufolge rund
35 Milliarden Euro jährlich betragen.
Das Bündnis sieht daher dringenden politischen Handlungsbedarf, gerade vor dem
Hintergrund der anstehenden Reform der Notfall- und Akutversorgung. Für eine
moderne, resiliente Reanimationsversorgung seien alle Voraussetzungen vorhanden:
wissenschaftlich, organisatorisch und technologisch.
Das Bündnis formuliert in seinem Positionspapier drei zentrale Forderungen:
1. Die kurzfristige, flächendeckende und verpflichtende Etablierung der SbEA in
allen Bundesländern.
2. Die Sicherstellung einer vollumfänglichen und nachhaltigen Regelfinanzierung
dieser Systeme durch Bund und Länder.
3. Die verbindliche Einführung leitlinienorientierter Qualitätskriterien und
Standards , einschließlich der Integration von AED-Standorten und der Nutzung
bestehender Vorgaben.
"Jetzt ist der Zeitpunkt diese Chance zu ergreifen", fordert der "Runde Tisch
SbEA" die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern zum Handeln auf.
Das vollständige Dokument steht zum Download bereit unter:
https://kurzlinks.de/23bg
Der "Runde Tisch SbEA" ist ein 2023 gegründetes Forum, das Entwicklungen,
Herausforderungen und gemeinsame Standards der Smartphone-basierten
Ersthelfenden-Alarmierung (SbEA) in Deutschland diskutiert. Ziel ist es, die
SbEA bundesweit nachhaltig zu etablieren und langfristig in die Regelversorgung
zu überführen.
Fotos zum Download: https://malteser.eyebase.com/view/pinMWfqpSsJ
Pressekontakt:
Malteser Hilfsdienst e.V.
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OTS: Malteser in Deutschland
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