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Berlin (ots) - Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP)
bewertet den heutigen Beschluss des Deutschen Bundestages zur Umsetzung der RED
III als mutigen und richtungsweisenden Schritt für den Klimaschutz im
Verkehrssektor und für mehr Integrität im Biokraftstoffmarkt.
Mit der Anhebung der Treibhausgas (THG)-Quotenverpflichtung auf 65 Prozent bis
2040 sowie der schrittweisen Erhöhung der Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus
Anbaubiomasse von derzeit 4,4 Prozent auf 5,8 Prozent bis 2033 setze der
Gesetzgeber klare Rahmenbedingungen für eine beschleunigte Defossilisierung des
Verkehrs.
Besonders hervorzuheben ist aus Sicht der UFOP der zum 1. Januar 2026
rückwirkende Wegfall der Doppelanrechnung von Biokraftstoffen aus bestimmten
Abfallrohstoffen. "Damit wird ein zentraler Betrugsanreiz beseitigt und das
Vertrauen in die Nachhaltigkeitszertifizierung und Herkunftsdokumentation
gestärkt", betont Stephan Arens, Geschäftsführer des Verbands. Ergänzende
Maßnahmen zur Verschärfung der Betrugsprävention seien ein wichtiger Schritt zur
Stabilisierung des Marktes.
Vor dem Hintergrund zunehmender Klimarisiken und geopolitischer Unsicherheiten,
etwa durch den Nahost-Konflikt, unterstreicht das Gesetz die wachsende Bedeutung
des THG-Quotenhandels als marktwirtschaftliches Instrument für mehr Klimaschutz
und alternativer Kraftstoffe zur Versorgungssicherheit. Gleichzeitig werde die
Förderstruktur für erneuerbare Energien im Verkehr stärker auf das Zusammenspiel
von Biokraftstoffen und erneuerbarem Strom ausgerichtet.
Mit der vorgesehenen Mehrfachanrechnung von erneuerbarem Strom im
Nutzfahrzeugbereich setzt der Gesetzgeber gezielte Anreize für die
Elektrifizierung dieses Segments.
Vor diesem Hintergrund kommt flüssigen Biokraftstoffen eine zentrale
Brückenfunktion zu. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur
Emissionsminderung im Schwerlastverkehr sowie in der Land- und Forstwirtschaft,
wo alternative Antriebslösungen derzeit nur eingeschränkt verfügbar sind.
Gleichzeitig sichern sie regionale Wertschöpfungsketten.
Die aktuell in vielen Regionen blühenden Rapsfelder verdeutlichen diese
Bedeutung. Raps steht für eine integrierte Nutzung mit positiven Effekten für
Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit und heimische Eiweißversorgung.
Die UFOP fordert die Bundesregierung auf, die beschlossene THG-Quotenpolitik
kurzfristig in eine umfassende Kraftstoff- und Antriebsstrategie einzubetten.
Ziel müsse es sein, den Anteil erneuerbarer Energien im Kraftstoffmix konsequent
und technologieoffen zu erhöhen.
Mit Biodiesel und HVO als Reinkraftstoffe sowie mit höheren Beimischungen wie
R33 oder B30 stehen kurzfristig verfügbare Lösungen zur Defossilisierung des
Dieselmarktes bereit. Für den Benzinbereich bietet E20 eine zusätzliche Option,
deren Einführung eine zeitnahe Anpassung der 10. BImSchV voraussetzt.
Zugleich betont der Verband die Notwendigkeit, den Energieverbrauch durch
Effizienzsteigerungen deutlich zu senken und die Elektromobilität - insbesondere
im öffentlichen Verkehr - weiter auszubauen.
Mit Blick auf die europäische Ebene verweist die Förderunion auf die weiterhin
ausstehende Neufassung der EU-Energiesteuerrichtlinie, die eine stärkere
Differenzierung nach Umweltleistung vorsieht.
Angesichts der Exportmengen von 1,6 Mio. Tonnen Biodiesel im Jahr 2024 und 1,1
Mio. Tonnen im Jahr 2025 sieht die UFOP erhebliches Potenzial, diese Mengen
künftig stärker für Klimaschutz, Energiewende und Versorgungssicherheit im
Inland zu nutzen.
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