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Berlin (ots) - Am 20.04.2026 wurden die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
sowie die Dunkelfeldstudie "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024"
veröffentlicht. Dabei fällt auf: Die Zahl der erfassten Sexualdelikte bleibt
weiterhin hoch. Besonders Vergewaltigungen haben zugenommen. Unter den Opfern
sind überwiegend Frauen, wobei junge Erwachsene besonders betroffen sind. Die
Anzeigequote ist nach wie vor besonders gering.
Carmen Wegge, rechtspolitische Sprecherin:
"Die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffe gegen Frauen ist
weiterhin erschreckend hoch. Am häufigsten handelt es sich bei dem Täter um den
(Ex-)Partner. Gleichzeitig wird nur ein Bruchteil dieser Taten überhaupt bei der
Polizei angezeigt. Laut der kürzlich veröffentlichten Lesubia-Studie liegt die
Anzeigequote bei sexuellen Übergriffen unter Frauen bei lediglich drei Prozent.
Viel zu viele Betroffene entscheiden sich aus Angst, Scham oder aus mangelndem
Vertrauen in staatliche Verfahren gegen eine Anzeige. Das darf ein Rechtsstaat
nicht hinnehmen.
Deshalb müssen wir die Anzeigebereitschaft deutlich erhöhen. Das gelingt nur,
wenn Betroffene darauf vertrauen können, dass Polizei, Justiz und Hilfesysteme
sensibel, verlässlich und konsequent handeln. Dazu gehören niedrigschwellige
Beratungsangebote, spezialisierte Ermittlungsstrukturen und Verfahren, die
Betroffene nicht erneut traumatisieren."
Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher:
"Die steigenden Zahlen bei Sexualdelikten -insbesondere bei den Vergewaltigungen
-sind erschreckend und besorgniserregend. Sie zeigen, dass wir noch mehr tun
müssen, um Frauen zu schützen. Die in Verbindung mit der PKS 2025
veröffentlichte SKiD-Studie verdeutlicht auch, dass die Sensibilisierung der
Gesellschaft größer geworden ist und sich mehr Betroffene trauen, zur Polizei zu
gehen. Damit diese Entwicklung weitergeht, müssen Bund und Länder weiter
gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um Täter konsequenter zu verfolgen, um
Frauen besser zu schützen. Ich bin froh, dass das Justizministerium unter der
Leitung von Ministerin Hubig dem Thema höchste Priorität zuordnet und mit dem
Gewaltschutzgesetz einen ersten wichtigen Schritt in Richtung stärkeren
Opferschutz in die Wege geleitet hat."
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