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Berlin (ots) - Jährliche E-Auto-Studie zeigt: Norwegen erreicht 96 %
BEV-Marktanteil ohne direkte Kaufprämie. Finnland erreicht 37 % mit nur 25
Millionen Euro an direkten Zuschüssen, Deutschland 19 % mit 10 Milliarden. Der
Gebrauchtmarkt wächst derweil um 50 % pro Jahr, ganz ohne Förderung.
Ab Mai 2026 können Privatpersonen Deutschlands neue E-Auto-Kaufprämie
beantragen: bis zu 6.000 Euro, einkommensabhängig, rückwirkend gültig für
Fahrzeuge, die seit Januar 2026 zugelassen wurden. Doch wie wirksam sind
Kaufprämien überhaupt?
Die vierte Ausgabe der jährlichen Studie "Autonation im Wandel" von
Motointegrator (https://www.motointegrator.de/) und DataPulse Research
(https://www.datapulse.de/) zeigt: Nicht die Höhe der Subvention entscheidet
über den Erfolg der Elektromobilität, sondern die politische Architektur
dahinter.
Die Studie untersucht die Entwicklung der E-Auto-Adoption auf drei Ebenen: von
der regionalen Verbreitung in rund 400 deutschen Landkreisen über die nationale
Marktentwicklung bis zum europäischen Ländervergleich. Im Fokus steht dabei
erstmals die Frage, wie andere europäische Länder das Ende ihrer Kaufprämie
verkraftet haben.
Europäischer Vergleich: Strukturelle Anreize schlagen Kaufprämien
- Ohne Kaufprämie an der Spitze: Norwegen (95,9 %) und Dänemark (68,5 %)
erreichen die höchsten BEV-Marktanteile Europas, ganz ohne direkte
Kaufzuschüsse. Statt einmaliger Prämien setzen sie auf dauerhafte strukturelle
Anreize, die das E-Auto im Alltag günstiger und den Verbrenner teurer machen.
- Deutschlands Cliff-Effekt: Als der Umweltbonus im Dezember 2023 über Nacht
gestrichen wurde, folgten -27,4 % bei den BEV-Neuzulassungen, der stärkste
Einbruch aller verglichenen Länder. In Schweden und Finnland stieg der
Marktanteil nach dem Förderende sogar weiter.
- Neue Prämie, altes Risiko: Deutschlands neue Kaufprämie (bis zu 6.000 Euro;
Budget: 3 Milliarden Euro für geschätzt 800.000 Fahrzeuge bis 2029) kann
kurzfristig wirken, doch ohne begleitende strukturelle Maßnahmen droht ein
erneuter Einbruch, sobald das Budget erschöpft ist.
Der Gebrauchtmarkt als eigentlicher Durchbruch
Während die Politik über Kaufprämien debattiert, findet die eigentliche Wende
woanders statt: Seit Mitte 2024 wechseln monatlich mehr gebrauchte E-Autos den
Besitzer als privat neu zugelassen werden.
- Der Gebrauchtmarkt wächst seit 2022 um rund 50 % pro Jahr , ganz ohne
staatliche Förderung.
- Für 2027 erwarten Branchenprognosen rund 650.000 Leasing-Rückläufer.
- Ein drei Jahre alter BEV kostet auf dem Gebrauchtmarkt rund die Hälfte des
Neupreises (durchschnittlicher Wertverlust laut DAT: 48,5 % ).
Weitere zentrale Ergebnisse
- Rekord 2025: 545.142 BEV-Neuzulassungen (+43,2 %), Marktanteil 19,1 %. Über 2
Millionen E-Autos auf deutschen Straßen.
- 15-Millionen-Ziel unerreichbar : Die Prognose sieht 4,5 bis 7,4 Millionen BEV
bis 2030. Es fehlen mindestens 7,5 Millionen zum politischen Ziel.
- Firmenwagen treiben den Markt : Zwei Drittel aller neuen E-Autos werden
gewerblich zugelassen. Die neue Prämie richtet sich ausschließlich an
Privatpersonen.
- China-Faktor : BYD, MG und Co. verdoppelten ihren europäischen Marktanteil auf
rund 6 %, trotz EU-Zöllen von bis zu 45,3 %.
Über die Studie
Die Studie "Autonation im Wandel 2026" erscheint als Hauptstudie mit
europäischem Ländervergleich und als regionale Analyse mit aktuellen
KBA-Bestandsdaten vom 22. April 2026 für alle rund 400 Landkreise und
kreisfreien Städte in Deutschland.
- Hauptstudie (Marktentwicklung, Prognose 2030, europäischer Vergleich,
Gebrauchtmarkt, China-Faktor):
https://www.motointegrator.de/blog/autonation-im-wandel/
- Regionale Analyse (BEV-Verbreitung nach Bundesland und Kreis,
Infrastruktur-Paradox, West-Ost-Gefälle):
https://www.motointegrator.de/blog/autonation-im-wandel-regional/
Die Studie basiert auf monatlichen Neuzulassungs- und Bestandsdaten des
Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), Besitzumschreibungsdaten (FZ 9), europäischen
Vergleichsdaten des European Alternative Fuels Observatory (EAFO) sowie
Gebrauchtwagen-Daten der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Der europäische
Vergleich umfasst 30 Länder.
Über die Autoren
Motointegrator ist seit über einem Jahrzehnt ein anerkannter Experte für
Kfz-Ersatzteile und Zubehör. Der qualifizierte Online-Shop bietet ein
umfangreiches Produktangebot, das auf PKW, LKW und Motorräder sowie
Landmaschinen und Boote ausgerichtet ist. In der Produktpalette befinden sich
über fünf Millionen Ersatzteile.
DataPulse Research ist ein unabhängiges Datenstudio mit Fokus auf
Datenjournalismus und datengetriebene Visualisierungen. Wir machen komplexe
Zusammenhänge verständlich und setzen Zahlen in einen klaren Kontext. Unsere
Studien erscheinen regelmäßig in Medien wie Zeit, FAZ, Tagesschau, Welt, Focus,
Bild, Statista und Wikipedia.
Pressekontakt:
Nicolas Caramella
E-Mail: mailto:presse@datapulse.de
Telefon: (+49) 1575 7156873
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OTS: Motointegrator
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