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Berlin (ots) - 65 CEOs attackieren Berlin: was von Katherina Reiche & Co
gefordert wird!
Es war kein Dinner, es war ein Lagebericht. Und dieser fiel deutlich aus. 65
Top-Unternehmer im Hotel de Rome - und innerhalb kürzester Zeit wird klar: Die
Diskussion dreht sich nicht mehr um Perspektiven, sondern um Substanz. Nicht um
Ideen, sondern um Umsetzbarkeit. Im Zentrum: Berlin und seine Regierung. Aber
auch ein Mann, der kann: Wolfgang Kubicki.
Bernhard Schindler eröffnet den Abend ohne diplomatische Verpackung. "Wir reden
seit Jahren über die gleichen Themen. Aber wir kommen nicht ins Handeln. Und
genau das kostet uns gerade unsere Zukunft." Es ist ein Einstieg, der den Ton
setzt. Direkt. Ungefiltert. Und vor allem: geteilt von nahezu allen im Raum. Im
Mittelpunkt, "ein besondere heiteres Duo," Der Erklärkanzler Friedrich Merz und
"seine" noch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Einer der Vorgänger von
Merz brachte dies extrem gut einmal auf den Punkt. "Der Staat ist ein schlechter
Unternehmer." Helmut Kohl. Eine spannende Einleitung für einen hoch spannenden
Abend.
Was sich in den folgenden Stunden entwickelt, ist eine tiefgehende, fast schon
analytische Zerlegung der aktuellen wirtschaftlichen Realität in Deutschland. Es
geht nicht um einzelne Fehlentscheidungen, sondern um ein strukturelles Problem:
Die Fähigkeit zur Umsetzung ist verloren gegangen. Politische Programme
existieren. Strategien werden formuliert. Doch zwischen Beschluss und Realität
klafft eine immer größere Lücke.
Besonders sichtbar wird das im direkten Vergleich mit den USA. Während dort
Projekte in klaren Zeitfenstern gedacht und umgesetzt werden, verliert sich
Deutschland in Prozessen. Ein Beispiel, das mehrfach genannt wird:
Neubauprojekte. In Deutschland vergehen bis zu zwei Jahre allein für
Genehmigungsphasen - bevor überhaupt gebaut wird. In den USA hingegen werden
Planung, Genehmigung und Umsetzung oft innerhalb von neun Monaten realisiert.
Diese Diskrepanz ist mehr als eine statistische Abweichung. Sie ist ein
strategischer Nachteil. "Wir verlieren nicht an Innovationskraft. Wir verlieren
an Geschwindigkeit", sagt ein Teilnehmer. Und Geschwindigkeit ist in globalen
Märkten längst zur entscheidenden Währung geworden.
Parallel dazu wächst der Druck durch regulatorische Anforderungen - insbesondere
aus Europa. Die Diskussion rund um Nachhaltigkeit und ESG wird grundsätzlich
nicht infrage gestellt. Im Gegenteil: Die Bereitschaft, Verantwortung zu
übernehmen, ist hoch. Doch die konkrete Ausgestaltung sorgt für massiven Unmut.
Als besonders prägnantes Beispiel wird die neue Verpackungsverordnung genannt.
In der Theorie sinnvoll, in der Praxis für viele Unternehmen kaum umsetzbar. Zu
komplex, zu unklar, zu weit entfernt von operativen Realitäten. "Es fehlt an
Klarheit, an Leitplanken und vor allem an Umsetzbarkeit", lautet die
Einschätzung. Viele Unternehmen wissen schlicht nicht, wie sie die Anforderungen
konkret erfüllen sollen - und genau das erzeugt Unsicherheit, Kosten und
Stillstand.
"Das Problem ist nicht die Idee von Nachhaltigkeit", sagt Schindler. "Das
Problem ist, dass sie so umgesetzt wird, dass sie Unternehmen lähmt, statt sie
zu befähigen."
Diese strukturelle Überforderung zeigt sich auch bei politischen Maßnahmen auf
nationaler Ebene. Der viel diskutierte 1.000-Euro-Bonus wird im Raum nicht als
Entlastung wahrgenommen, sondern als Beispiel für eine Politik, die Wirkung
suggeriert, ohne die tatsächlichen Konsequenzen zu durchdenken. "Am Ende zahlen
wir das selbst - nur komplizierter", fasst es ein Unternehmer zusammen.
Einen bewusst gesetzten Kontrapunkt liefert an diesem Abend Thomas Mempel, CEO
der Underberg AG. In seinem Beitrag zeichnet er das Bild eines Unternehmens, das
konsequent wächst, international denkt und strategisch expandiert. Besonders
eindrücklich: die klare Ausrichtung auf Märkte wie Brasilien und die USA.
Mempel spricht offen über Chancen, Dynamiken und Entscheidungswege in diesen
Regionen - und zeigt damit indirekt, wo aktuell die unternehmerischen Spielräume
größer sind als in Europa. Die Botschaft ist subtil, aber unmissverständlich:
Wachstum findet dort statt, wo Umsetzung möglich ist.
Sein Beitrag rahmt den Abend nicht nur, sondern verstärkt die zentrale
Erkenntnis. Deutschland hat kein Talentproblem. Deutschland hat kein
Ideenproblem. Deutschland hat ein Umsetzungsproblem.
Bernhard Schindler bringt diese Diagnose auf den Punkt: "Während wir
diskutieren, handeln andere. Während wir regulieren, skalieren andere. Und genau
das wird uns zum Verhängnis, wenn wir es nicht sofort ändern." Dies teilte
Schindler auch unverblümt einer Hoffnung des Mittelstandes mit: Ex- Bundestags
Vizepräsident und FDP Vize Wolfgang Kubicki. Mit großer Hoffnung aller.
Helmut Schmidt formulierte es einst klar: "Die Gewinne von heute sind die
Investitionen von morgen und die Arbeitsplätze von übermorgen." - genau daran
entscheidet sich aktuell, ob Deutschland Zukunft gestaltet oder verliert. Das
sollte sich mal Finanzminister Lars Klingbeil hinter die Ohren schreiben.
Trotz der Schärfe der Analyse bleibt eine Haltung klar erkennbar: Verantwortung.
Kaum ein Unternehmer im Raum spricht von Rückzug als erste Option. Viele denken
darüber nach - doch die meisten bleiben. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus
Überzeugung.
Franz Josef Strauß sagte einst: "Die Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne
Wirtschaft ist alles nichts." - Genau an diesem Punkt steht Deutschland heute
erneut. "Wir glauben an diesen Standort. Aber dieser Standort muss wieder
anfangen, an sich selbst zu glauben - und vor allem zu handeln", sagt ein
Teilnehmer.
Die Geduld allerdings ist endlich. Und sie ist spürbar am Limit.
Das CEO Dinner wird damit zu mehr als einem Austausch. Es wird zu einem Spiegel
der wirtschaftlichen Realität - ungefiltert, verdichtet und klar. Ein Raum, in
dem nicht politisch korrekt formuliert wird, sondern präzise analysiert.
Aus dieser Dynamik heraus kündigt Schindler den nächsten Schritt an: die
Corporate Circle Alliances. Kleine, fokussierte Unternehmerkreise, regional
organisiert, strukturiert aufgebaut - mit einem klaren Ziel: Umsetzung. Keine
Netzwerke im klassischen Sinne, sondern operative Plattformen für konkrete
Ergebnisse.
"Der Mittelstand braucht keine weiteren Gespräche. Er braucht Wirkung. Und genau
die organisieren wir jetzt neu", so Schindler.
Der Abend endet spät. Nicht, weil es ein Event war. Sondern weil es Themen gab,
die zu lange liegen geblieben sind. Weil Klarheit entstanden ist. Und weil eine
gemeinsame Erkenntnis im Raum steht:
Deutschland steht nicht vor einer Krise der Ideen.
Deutschland steht vor einer Krise der Umsetzung.
Oder, wie es ein CEO zum Abschluss formuliert:
"Wir sind bereit. Wir waren es immer. Aber jetzt erwarten wir, dass auch die
Politik liefert - schnell, klar und konsequent."
Pressekontakt:
Andreas Wagner, Ltg. PR
mailto:andreas.wagner@schindler-circle.de
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