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Tokio/Berlin (ots) - 11. Geschäftsklimaumfrage der Deutschen Industrie- und
Handelskammer in Japan (AHK Japan) in Zusammenarbeit mit der KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
- 91 % der deutschen Unternehmen erzielten 2025 Gewinne in Japan, deutlich mehr
als im Vorjahr (82 %)
- 68 % der Unternehmen erwarten steigende Umsätze im Jahr 2026, für 2027 sogar
72 %
- 65 % der Unternehmen sehen Japan künftig als einen der globalen
Technologieführer bei Innovation und Nachhaltigkeit
- Irankrieg belastet Japangeschäft: 70 % nennen steigende Energiekosten, 60 %
Lieferkettenstörungen und 38 % sinkende Gewinne
Für viele deutsche Unternehmen entwickelt sich Japan zunehmend zu einem sicheren
Hafen in einem von Handelskonflikten und geopolitischen Spannungen geprägten
internationalen Umfeld. Das zeigt die neue Geschäftsklimaumfrage "German
Business in Japan 2026" der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan in
Zusammenarbeit mit der KPMG in Deutschland.
Demnach erwirtschafteten 91 % der befragten Unternehmen 2025 einen Gewinn, im
Vorjahr waren es noch 82 %. Auch der Ausblick bleibt positiv: 68 % der
Unternehmen erwarten steigende Umsätze im Jahr 2026. Für 2027 rechnen sogar 72 %
mit Umsatzwachstum. Die Investitionspläne entwickeln sich insgesamt stabil,
verschieben sich jedoch in ihrer Struktur: Während mit 68 % etwas weniger
Unternehmen in den kommenden drei Jahren bis zu 5 Millionen Euro in Japan
investieren wollen (Vorjahr: 79 %), steigt der Anteil größerer Investitionen
deutlich. Der Anteil der Unternehmen, die Investitionen zwischen 5 und 50
Millionen Euro planen, ist um 12 Prozentpunkte von 14 % auf 26 % gestiegen.
"In Zeiten internationaler Konflikte und wachsender Handelsstreitigkeiten
gewinnen robuste Märkte an Bedeutung. Japan überzeugt deutsche Unternehmen mit
wirtschaftlicher Stabilität, verlässlichen Geschäftsbeziehungen und gut
ausgebildeten Fachkräften. Die Auswirkungen des Iran-Kriegs bleiben jedoch auch
hier spürbar", sagt Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei
KPMG in Deutschland.
Deutsche Unternehmen sehen Japans Wirtschaftsstrategie als Vorbild
Gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen, Japans besonderer
Rolle in Asien und der Erfahrung im Umgang mit China, richtet sich der Blick
vieler deutscher Unternehmen auf Japans Strategie zur wirtschaftlichen
Sicherheit: 59 % der befragten Unternehmen sehen die nachhaltige
Diversifizierung von Lieferketten als zentrale Lehre aus Japans Ansatz zur
Stärkung wirtschaftlicher Resilienz.
Darüber hinaus glauben 42 %, von Japans Umgang mit Risiken und
Katastrophenvorsorge lernen zu können. 40 % sind zudem der Auffassung, dass
Deutschland Erkenntnisse ziehen kann aus Japans Erfahrungen und Strategien zum
Aufbau von Recyclingkapazitäten für kritische Rohstoffe wie Seltene Erden.
"Japan macht deutlich: Wirtschaftliche Stabilität und Sicherheit entstehen nicht
über Nacht. Wer Lieferketten diversifiziert, Risiken aktiv managt und
strategisch in Rohstoffe investiert, stärkt dauerhaft seine wirtschaftliche
Resilienz", sagt Marcus Schürmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AHK
Japan.
Japan ist wichtiger Technologie- und Innovationsstandort in einer Phase
tiefgreifender technologischer Transformation
Japan bleibt für deutsche Unternehmen vor allem ein attraktiver Absatzmarkt. Für
85 % der Unternehmen ist das Absatzpotenzial der wichtigste Grund für ihre
Präsenz im Land.
Gleichzeitig gewinnt Japan auch als technologischer Referenzpunkt an Bedeutung
in einer Ära struktureller Neuordnung durch KI: 65 % der Befragten erwarten,
dass das Land künftig eine führende Rolle bei Technologie, Innovation und
Nachhaltigkeit einnehmen wird. Auch für Investitionsentscheidungen spielt
Technologie eine zentrale Rolle: 37 % der Unternehmen nennen die Digitalisierung
von Industrie und Dienstleistungen als wichtigsten positiven Treiber für ihre
Investitionen in Japan.
Viele Unternehmen nutzen den Standort daher auch gezielt als Referenzmarkt für
Innovationen: 65 % der Unternehmen betreiben vor Ort gezielt Trendscouting, 63 %
beobachten japanische Wettbewerber, um technologische und industrielle
Entwicklungen frühzeitig zu erkennen - eine Zunahme um 6 Prozentpunkte im
Vergleich zum Vorjahr.
"Der japanische Markt ist ein Frühindikator für zukunftsweisende technologische
Entwicklungen. Trends, die sich hier durchsetzen, prägen häufig auch
internationale Industrien und setzen sich am Weltmarkt durch. Japan investiert
massiv in KI, Halbleitertechnik, Automatisierung sowie Robotik und qualifiziert
sich damit als ein präferierter Partner deutscher Unternehmen", sagt Andreas
Glunz.
Währungsrisiken, hohe Staatsverschuldung und Fachkräftemangel bleiben größte
Herausforderungen
Trotz der positiven Geschäftsentwicklung sehen viele deutsche Unternehmen
weiterhin strukturelle Risiken: 83 % der Befragten nennen Währungs-, fiskalische
und finanzielle Risiken als größte Herausforderung, ein Anstieg um 6
Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Hintergrund sind unter anderem die
Volatilität und aktuelle Schwäche des Yen, die hohe Staatsverschuldung und die
volatilen Finanzmärkte.
Auch der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung: 81 % der
Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Rekrutierung qualifizierter
Mitarbeiter. Ursache sind vor allem die alternde Bevölkerung, die geringe
Zuwanderung und der zunehmende Wettbewerb um internationale Talente.
Krieg im Iran belastet Unternehmen massiv
Eine Nachbefragung Ende März 2026 zeigt deutliche Auswirkungen des Iran-Kriegs
auf das Geschäft deutscher Unternehmen in Japan: 94 % erwarten steigende
Inflationsrisiken auf den globalen Märkten, 92 % rechnen mit einer Energiekrise
und 91 % mit zunehmenden geopolitischen Risiken. 88 % rechnen mit Störungen der
Lieferketten durch beeinträchtigte Transport- und Logistikwege.
Das operative Geschäft belasten vor allem die Energiepreise. 70 % der Befragten
nennen höhere Preise für Öl, Gas und Strom als wesentlichen Störfaktor. 60 %
berichten von zunehmenden Logistikstörungen. Rund ein Viertel der befragten
Unternehmen erwartet Rückgänge bei Absatz (27 %) und Auftragseingang (23 %). 38
% verzeichnen bereits sinkende Gewinne, da Kostensteigerungen nicht
weitergegeben werden können.
"Trotz der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung sehen viele Unternehmen
kurzfristige Belastungen durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs, insbesondere
bei Energiepreisen und Lieferketten. Gleichzeitig bleiben strukturelle Themen
wie der Fachkräftemangel entscheidend für die langfristige Entwicklung im
japanischen Markt", sagt Marcus Schürmann .
Zur Geschäftsklimaumfrage und Blitzumfrage
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan (AHK Japan) hat mit der KPMG
AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Geschäftsklimaumfrage "German Business in
Japan 2026" im Zeitraum vom 30. Januar bis zum 12. Februar unter 175 von 475
japanischen Töchtern deutscher Konzerne durchgeführt (36 %). Die Fragen
konzentrieren sich auf den wirtschaftlichen Ausblick der deutschen Unternehmen
in Japan. Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar wurde zusätzlich eine
Blitzumfrage im Zeitraum vom 25. bis zum 27. März durchgeführt, an der 153 von
478 Unternehmen teilgenommen haben (32 %). Die Ergebnisse wurden in die
Geschäftsklimaumfrage aufgenommen.
Pressekontakt:
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Katrin Häbel, Leiterin Unternehmenskommunikation
T +49 69 9587 4228
mailto:khaebel@kpmg.com
http://www.kpmg.com/de
Deutsche Industrie- und Handelskammer
Yuko Makita, Press and Publications
T +81 3 5276 8741
mailto:press@dihkj.or.jp | http://www.japan.ahk.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/33170/6264201
OTS: KPMG AG
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