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Berlin/Brüssel (ots) - Warnung vor "Sektor-Exit": Die Folgen wären
Regulierungsvakuum und Flickenteppich von Einzelregelungen. AI Act leistet
Beitrag zu digitaler Souveränität und ist industriepolitisch sinnvoll.
Der TÜV-Verband hat nach dem Scheitern der Trilog-Verhandlungen über den
KI-Omnibus davor gewarnt, den horizontalen Ansatz AI Acts aufzugeben.
"Wichtigstes Ziel des AI Acts ist es, die Risiken von Hochrisiko-KI-Systemen in
verschiedenen Produktgruppen zu minimieren. Darauf haben sich die
EU-Mitgliedsstaaten bei der Verabschiedung des AI Acts verständigt und an diesem
Ziel sollten sie festhalten", sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des
TÜV-Verbands. In den Trilog-Verhandlungen werde jetzt darüber diskutiert,
bestimmte Hochrisiko-KI-Produkte wie Maschinen und Medizinprodukte aus dem AI
Act zu streichen und irgendwann in sektoralen Einzelgesetzen zu regeln.
"Die Folgen eines Sektor-Exits wären eine jahrelanges Regulierungsvakuum ohne
jeden Schutz für viele Hochrisiko-KI-Produkte und ein Flickenteppich an
Einzelregelungen", sagt Bühler. "KI-Vorgaben müssten in zahlreiche Richtlinien
und Verordnungen integriert werden - mit unterschiedlichen Standards, Verfahren
und Fristen. Das Ergebnis wäre mehr statt weniger Bürokratie."
Auch industriepolitisch mache ein Sektor-Exit keinen Sinn. "Auf Basis des AI
Acts werden in Europa derzeit die industriellen KI-Standards für den Weltmarkt
entwickelt", sagt Bühler. "Fällt die gesetzliche Grundlage weg, kommen diese
Prozesse zum Erliegen. Die Chance, auf diesem Gebiet eine globale Vorreiterrolle
einzunehmen, wäre vertan."
Nicht zuletzt leistet der AI Act einen wichtigen Beitrag zur digitalen
Souveränität Europas. Bühler: "Der AI Act schafft den ersten einheitlichen
Rechtsrahmen weltweit uns setzt damit globale Maßstäbe für vertrauenswürdige KI.
Dadurch positioniert sich Europa als Vorreiter und reduziert die Abhängigkeit
von nicht-europäischen Technologien und Standards."
In den weiteren Trilog-Verhandlungen sind EU-Kommission, Mitgliedstaaten und
EU-Parlament gefordert, klare Regeln für Hochrisiko-KI zu erhalten und den
horizontalen Ansatz des AI Acts zu sichern. Die EU-Gesetzgeber müssen jetzt
rasch an den Verhandlungstisch zurückkehren und Klarheit schaffen, ohne das
Schutzniveau des AI Acts abzusenken
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