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Berlin (ots) - Der Iran und die USA haben sich wieder beschossen, aber sogleich
zu verstehen gegeben, dass die Waffenruhe weiter gelte, zumindest hat
US-Präsident Donald Trump sich so geäußert. Die Iraner waren in dieser Hinsicht
weniger deutlich, sprachen von einem Bruch der Waffenruhe und dem Versuch,
Verhandlungen zu torpedieren. Doch kann dem Teheraner Regime kaum daran gelegen
sein, dass die USA (und Israel, das nur darauf wartet) den Iran wieder massiv
bombardieren. Eine funktionierende Luftverteidigung gibt es nicht mehr,
US-amerikanische und israelische Bomber könnten ungestört über dem iranischen
Luftraum kreisen und sich ihre Ziele in Seelenruhe aussuchen. Und die Strategie,
mit Angriffen auf die arabischen Golfstaaten und der Blockade der Straße von
Hormus so viel Druck aufzubauen, dass sämtliche iranischen Forderungen erfüllt
werden, könnte sich schnell als Trugschluss erweisen. Katar, Saudi-Arabien und
besonders die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind zunehmend verärgert,
dass es weiter zu Angriffen aus dem Iran kommt und könnten in den Krieg
eintreten.
Die USA haben mit ihrer Blockade iranischer Häfen ihrerseits ein ökonomisches
Druckmittel in der Hand, unter dem die iranische Wirtschaft leidet, weil das
geförderte Öl nicht mehr an die Käufer verschifft werden kann. Wie lange kann
Iran das aushalten? Ein auf Energiemärkte spezialisiertes US-amerikanisches
Analyseunternehmen gibt an, dass der Iran allenfalls 25 bis 30 Tage
Lagerkapazitäten vorhalte. Und nach Angaben des US-Geheimdienstes CIA kann der
Iran die gegen ihn verhängte Seeblockade der USA noch drei oder vier Monate lang
aushalten, bevor ernste wirtschaftliche Probleme auftreten, wie die "Washington
Post" am Donnerstag berichtete.
Was also will der Iran mit seiner Hinhaltetaktik erreichen, die bisher keine
greifbaren Erfolge zeitigt? Beobachter wie Amos Hochstein, Energie- und
Nahostberater des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden, haben eine klare
Vorstellung: Teheran wolle allein bestimmen, wer durch die Meerenge von Hormus
fahren darf und wer nicht: "Die Straße von Hormus steht auf ewig unter
iranischer Kontrolle - im Grunde für die absehbare Zukunft", sagte er gegenüber
Bloomberg. Das würde sich decken mit der immer wieder erhobenen Forderung der
Iraner, dass externe Akteure aus der Region verschwinden sollten, sprich die
USA. Ein Vorhaben, das zu den Ambitionen der Islamischen Republik seit ihrer
Gründung gehört, aber nie zur Umsetzung gebracht werden konnte. Auch jetzt
dürften die Chancen dafür gering sein.
Nun berichten Medien sogar, dass der Iran eine Kontrollbehörde für den
Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus aufgebaut habe, die auch Mautgebühren
erheben solle. Das wäre das Ende der freien Schifffahrt in und aus dem
Persischen Golf. Die arabischen Golfstaaten werden das nie und nimmer
akzeptieren, und auch die USA nicht. Donald Trump könnte die Kampfhandlungen
schnell wieder aufnehmen, was er ohnehin schon mehrfach angedroht hat.
Unterstützer hat das iranische Regime kaum noch, selbst Verbündete wie Moskau
und Peking lehnen sich nicht weit für Teheran aus dem Fenster, denn auch sie
fürchten die wirtschaftlichen Auswirkungen des andauernden Krieges.
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