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Köln (ots) - Rund 6.000 Menschen weltweit versorgt die Miltenyi Biotec B.V. &
Co. KG mit Hauptsitz in Bergisch Gladbach aktuell jedes Jahr mit innovativen
Zell- und Gentherapien. Die Nachfrage steigt immer weiter - und mit ihr auch der
Bedarf an Produktionskapazitäten. Deshalb investiert das global agierende
Biotechnologie- und Biomedizin-Unternehmen mit rund 4.600 Mitarbeitenden
weltweit in den Ausbau des Standorts in Köln. Miltenyi Biotec kernsaniert dort
einen ehemalig für pharmazeutische Herstellungs- und Verpackungsprozesse
genutzten Gebäudekomplex. Unter dem Namen Cologne Clinical Products Miltenyi
Biotec (CPMB) werden künftig Reagenzien für klinische Anwendungen hergestellt.
Vor kurzem hat das Projekt mit der Installation der prozesstechnischen Anlagen
einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur
spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE unterstützt Miltenyi
Biotec bei der zukunftsweisenden Transformation.
Seit der Gründung im Jahr 1989 im Bergisch Gladbacher Ortsteil Moitzfeld hat
sich die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG als führender Player in der deutschen
Biotechnologiebranche etabliert. Das Unternehmen treibt die Forschung an
innovativen Zelltherapien voran und gilt besonders in der Krebsimmuntherapie und
bei der Behandlung von Tumorerkrankungen mit Zelltherapien wie CAR-T-Zellen als
Vorreiter. "Inzwischen haben wir über 19.000 Produkte in unserem Portfolio, die
von automatisierten Produktionssystemen über Analyse- und Diagnosetools bis hin
zu klinischen Reagenzien reichen", so Martin Meyer, Head of Clinical Production
bei Miltenyi. Dennoch übersteige die Nachfrage häufig das Angebot. "Wir
kernsanieren und modernisieren deshalb den gesamten Gebäudekomplex in Köln, um
künftig noch mehr Platz für die Produktion von klinischen Reagenzien nach
höchsten Qualitätsstandards zu schaffen", sagt Meyer.
Herausforderung Brownfield - Effiziente Nachnutzung für sterile
Produktionsprozesse
Die bestehenden Räumlichkeiten bieten rund 12.000 Quadratmeter Nutzfläche, wovon
sich 5.000 auf die Produktion der klinischen Reagenzien im Erdgeschoss
erstrecken. Daneben entstehen Personalschleusen im Untergeschoss, zwei
Techniketagen im ersten und zweiten Obergeschoss sowie Bürobereiche mit rund 430
Quadratmetern Fläche.
"Sogenannte Brownfield-Projekte wie dieses fordern uns besonders heraus, weil
wir bestehende Flächen so umgestalten müssen, dass sie den Anforderungen der
Nachnutzung entsprechen", erklärt Harald Gräfe, Manager und Experte für
Pharmabauten bei Drees & Sommer. "Dazu schauen wir immer zuerst, was sich von
der ursprünglichen Infrastruktur erhalten und für die weitere Nachnutzung
verwenden lässt", so der Fachmann. In Köln bleiben beispielsweise Teile der
Gebäudehülle, das Tragwerk und ausgewählte Reinraumdecken bestehen. Alles, was
sich nicht weiter nutzen lässt, wird im Rahmen der bestehenden baulichen
Struktur mit modernster Technik ersetzt oder ergänzt. Dazu gehören komplexe
Reinraumbedingungen für sterile Produktionsprozesse sowie eine digitale
Infrastruktur, die sämtliche Abläufe vernetzt und überwacht. "Gleichzeitig
integrieren wir die strengen regulatorischen Anforderungen der Good
Manufacturing Practice, kurz GMP, von Anfang an in die baulichen und technischen
Gegebenheiten", so Gräfe. GMP umfasst ein umfangreiches Regelwerk, das
sicherstellt, dass die klinischen Reagenzien unter kontrollierten,
reproduzierbaren und nachweisbaren Bedingungen hergestellt werden. Dazu gehören
mitunter definierte Reinraumklassen, kontrollierte Material- und Personenflüsse,
hygienische Oberflächen sowie lückenlose Dokumentationspflichten.
Das Projektteam von Drees & Sommer ist mit verschiedenen Leistungen beauftragt -
darunter das Projektmanagement, das technische Projektcontrolling, das digitale
GA-Audit als Controlling der Inbetriebnahme und das BIM-Management. Mittels
BIM-Planung werden alle Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse, die sich in einem
zentralen digitalen Gebäudemodell, dem sogenannten digitalen Gebäude-Zwilling,
abbilden lassen, vernetzt. "Dank des strukturierten BIM-Managements gelingt eine
nachvollziehbare und qualitätsgesicherte Projektabwicklung, denn damit sorgen
wir teamübergreifend für Transparenz und erhöhen die Effizienz über alle
Projektphasen hinweg", so Sebastian Sebold, Spezialist für BIM-Lösungen bei
Drees & Sommer.
Innovatives Energiekonzept für klimafreundliche Produktion
Neben der technischen Ausstattung spielt auch die Energieversorgung eine
wichtige Rolle für die Zukunftsfähigkeit des Standorts. Das neue Energiekonzept
setzt auf eine dezentrale Struktur anstelle der bisherigen zentralen Versorgung.
"In Zukunft kommen hier Hoch- und Höchsttemperatur-Wärmepumpen zum Einsatz",
sagt Harald Gräfe. "Diese können sowohl Prozesswärme bis zu 200 Grad als auch
Dampf mit hoher Energieeffizienz bereitstellen." Damit reduziert sich der
Energieverbrauch sowie auch der CO2-Ausstoß erheblich. "Wir ermöglichen so eine
klimafreundliche Produktion im industriellen Maßstab", so Gräfe.
Biotechnologie-Zukunft Made in Germany
Der Ausbau am Standort in Köln ist für Miltenyi Biotec ein strategischer Schritt
in Richtung globaler Wettbewerbsstärke: "Deutschland hat die Chance, sich in den
kommenden Jahren neben den Märkten USA und China als führende
Biotechnologie-Nation zu positionieren. Mit dem Projekt CPMB leisten wir unseren
Beitrag dazu, diesem Ziel näherzukommen und Therapien Made in Germany für
deutlich mehr Patientinnen und Patienten weltweit schneller und wirtschaftlicher
verfügbar zu machen", sagt Martin Meyer. Miltenyi Biotec plant, den sanierten
Gebäudekomplex bis Ende 2026 in Betrieb zu nehmen.
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