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Holzminden (ots) - Wie lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen und gleichzeitig
energetisch zukunftsfähig bauen und sanieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich
jetzt das zweitägige Immobilienforum von Stiebel Eltron im Energy Campus in
Holzminden. Rund 60 Expertinnen und Experten aus der Immobilienwirtschaft kamen
zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen, konkrete Lösungsansätze und
technische Entwicklungen auszutauschen. Neben Keynotes standen vor allem
Workshops und praxisnahe Diskussionen im Mittelpunkt.
Den Auftakt machte der Bochumer Geschäftsführer und Inhaber von Tor 5
Architekten, Herfried Langer, mit einem Vortrag zum Thema "Bezahlbaren Wohnraum
bauen und sanieren". Humorvoll, aber zugleich deutlich beschrieb er die
Situation der Branche: "Die Politik hat der Branche so viele Aufgaben an die
Hand gegeben - die können wir allein nicht regeln." Statt Patentlösungen
präsentierte Langer konkrete Praxisbeispiele aus dem eigenen Büro und stellte
die Frage in den Mittelpunkt, was "bezahlbar" überhaupt bedeutet. "Bezahlbar ist
das, was Ihr Mieter Ihnen aus seinem Portemonnaie geben kann für das, was Sie
ihm bieten. Daher ist der Mieter das höchste Gut."
Wohnfläche frisst Effizienz
Dabei verwies er auf die Entwicklung der vergangenen Jahre: Während die
Baukosten seit dem Jahr 2000 massiv gestiegen seien, liege die
Wohnkostenbelastung vieler Haushalte inzwischen deutlich über der früher oft
genannten Grenze von 30 Prozent des Nettoeinkommens. Es werde zwar immer
effizienter gebaut, gleichzeitig steige jedoch auch die Wohnfläche pro Kopf
kontinuierlich. "Wir erleben einen Suffizienzverlust", so Langer. Trotz
effizienterer Gebäude liege der Wärmebedarf pro Person dadurch heute wieder auf
ähnlichem Niveau wie früher.
Als zentrale Herausforderung bezeichnete der Architekt die Komplexität des
Bauens: Rund 20.000 Vorschriften müssten bei Neubau und Sanierung berücksichtigt
werden. Lösungen sieht er unter anderem in stärker standardisierten Prozessen,
Digitalisierung und künstlicher Intelligenz in der Planung und im Bauablauf
sowie in intelligenteren Grundrissen. "Qualität über Quadratmeter" lautet sein
Ansatz. Clusterwohnungen, flexible Raumkonzepte und Einfachheit statt
Überausstattung könnten helfen, Wohnraum wirtschaftlicher zu gestalten. Anhand
verschiedener Referenzprojekte zeigte Langer auf, wie sich Bestandsgebäude
effizient erweitern, umbauen oder teilweise auch durch Neubauten mit besserer
Flächennutzung ersetzen lassen.
Muster-Badsanierung im bewohnten Zustand
Praxisnah wurde es anschließend mit Niklas Blome. Der Unternehmer stellte
Konzepte zur seriellen Badsanierung vor und berichtete aus dem Alltag seines
Betriebs. Gerade im bewohnten Bestand komme es auf präzise Planung, hohe
Vorfertigung und standardisierte Abläufe an. "Wir müssen einen Monteur in die
Lage versetzen, dass er ein Bad vom Abriss bis zur Silikonnaht in zehn Tagen
bauen kann", erklärte Blome. Moderne Badgrundrisse müssten dabei
unterschiedlichste Lebenssituationen berücksichtigen und langfristig für
Vermietung und Bewirtschaftung funktionieren. Entscheidend sei außerdem, dass
die Qualität nicht von einzelnen Monteuren abhänge, sondern systematisch
abgesichert werde.
Wärmepumpe als kosteneffiziente Heizung in der Immobilienwirtschaft
Ergänzt wurden die Vorträge durch Workshops mit dem Trainerteam von STIEBEL
ELTRON. In Kleingruppen konnten sich die Teilnehmer intensiv mit Lösungen für
Wärme, Warmwasser und Lüftung auseinandersetzen und gleichzeitig einen Einblick
erhalten, was "Made in Germany" für das Unternehmen bedeutet. Besonders im Fokus
standen dabei zukunftssichere Heizungslösungen auf Wärmepumpenbasis. Neben
seriellen Lösungen für Gebäudeheizlasten von bis zu 150 kW wurden auch schnell
umsetzbare Konzepte für den Austausch von Gasetagenheizungen diskutiert. "Das
Immobilienforum war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg: Neben dem intensiven
fachlichen Austausch in zahlreichen Workshops haben viele Teilnehmer
untereinander wertvolle Kontakte knüpfen können.", fasst Udo Steinberg, Leiter
Key Account Management Nord, die Veranstaltung zusammen.
Pressekontakt:
Henning Schulz
Leiter Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 (0) 55 31 / 70 29 56 85
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OTS: STIEBEL ELTRON
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