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Bremen (ots) - Nicht nur in Deutschland stehen die Wasserversorgungssysteme
unter zunehmendem Druck - ganz Europa ist betroffen, da Überschwemmungen,
Wasserknappheit und eine sinkende Wasserqualität immer häufiger gleichzeitig
auftreten. Swecos neue Studie zeigt, dass die Auswirkungen dieser Faktoren
zusammen mit zu geringen Investitionen langfristige Risiken und Kosten
verursachen, die in heutigen Preis- und Investitionsentscheidungen nicht
berücksichtigt werden. Laut Sweco müssen diese Herausforderungen als ein
zusammenhängendes System bewältigt werden, gestützt auf eine langfristige
Planung und gezieltere Investitionen.
Auf Basis europäischer Daten sowie der ingenieur- und architekturtechnischen
Expertise von Sweco zeigt der Bericht "Zu viel, zu wenig, zu verschmutzt" (https
://www.sweco-gmbh.de/wp-content/uploads/sites/8/2026/05/Urban_Insight_Report_Eur
opas_Wassserherausforderungen_meistern.pdf) , wie klimabedingte Wetterextreme,
diffuse Verschmutzung und eine alternde Infrastruktur schneller zusammenwirken,
als dies in den derzeitigen Planungs- und Preismodellen berücksichtigt wird.
Rund 20 Prozent der Fläche Europas und 30 Prozent der Bevölkerung sind jedes
Jahr von Wasserknappheit betroffen. Allein im Jahr 2024 verursachten
Überschwemmungen Schäden in Höhe von rund 18 Milliarden Euro und zogen mehr als
400.000 Menschen in Mitleidenschaft. Gleichzeitig sind 32 Prozent der
Grundgewässer durch diffuse Verschmutzung, hauptsächlich aus der Landwirtschaft,
belastet, und Schadstoffe wie Arzneimittel und "Ewigkeitschemikalien" (PFAS)
werden mittlerweile in den meisten europäischen Gewässern nachgewiesen.
"Wasser ist das Rückgrat resilienter Städte und die Bedeutung von
Trinkwasserversorgung und Niederschlags- sowie Abwasserentsorgung wird in der
Planung noch oft unterschätzt. Bei den wasserbezogenen Herausforderungen in
Europa geht es nicht mehr um vereinzelte Ereignisse oder einzelne Regionen. Die
Analyse von Sweco zeigt, dass Hochwasser, Wasserknappheit und
Wasserverschmutzung als ein zusammenhängendes System betrachtet werden müssen,
da die Risiken sonst weiter zunehmen und die Wasserversorgungssicherheit, die
öffentliche Gesundheit, die Zuverlässigkeit der Infrastruktur sowie die
wirtschaftliche Stabilität Europas gefährden werden", sagt Demet Antakyali,
Wasserexpertin bei Sweco.
Wasserkosten und Investitionslücken
Eine zentrale Erkenntnis des Berichts ist die wachsende Kluft zwischen den
tatsächlichen langfristigen Kosten für Wasser und dem, was sich derzeit in den
Wassertarifen und Investitionsentscheidungen widerspiegelt. Ein Großteil der
europäischen Wasserinfrastruktur wurde vor Jahrzehnten für ein anderes Klima und
geringere Aufbereitungsanforderungen gebaut, und in vielen Ländern gehen rund 20
Prozent des aufbereiteten Wassers durch Leckagen verloren. Anhand von Preisdaten
in Kombination mit technischen Kostenmodellen schätzt Sweco, dass die Einführung
einer fortgeschrittenen Aufbereitung zur Entfernung von Mikroverunreinigungen
die durchschnittlichen Wasserkosten um rund 6 Prozent* erhöhen würde. Dabei sind
die größten Auswirkungen in Ländern zu erwarten, in denen die Preise derzeit
niedrig sind, wie beispielsweise Schweden , Irland und den Niederlanden .
"Die wahren Kosten von Wasser gehen weit über die Wasserrechnung hinaus. Wenn
künftige Hochwasserschäden, Versorgungsunterbrechungen, strengere Vorschriften
und Umweltzerstörung nicht frühzeitig berücksichtigt werden, steigen Risiken und
Kosten im Laufe der Zeit. Doch es gibt Lösungen. In ganz Europa unterstützt
Sweco öffentliche und private Auftraggeber dabei, Wassersysteme durch
langfristige Planung, risikobasierte Investitionen und integrierte Ansätze zu
stärken, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen", sagt Mattias Salomonsson.
Sechs Maßnahmen für mehr Wasserresilienz
Sweco hat sechs konkrete Maßnahmen für nationale Behörden, Kommunen,
Versorgungsunternehmen, Investoren und Versicherer identifiziert:
1. Verbindliche Wasserrisikobewertungen
2. Langfristige kommunale Wasserstrategien
3. Geplante Erneuerung veralteter Infrastruktur
4. Resilienzorientierter Betrieb von Versorgungsunternehmen
5. Einbeziehung von Wasserrisiken in Investitions- und
Versicherungsentscheidungen
6. Flächennutzungsplanung und naturbasierte Lösungen zur Verringerung von
Hochwasser- und Verschmutzungsrisiken
Diese Ansätze werden bereits europaweit umgesetzt, darunter sind z. B.
fortschrittliche Abwasserbehandlung in Deutschland und Belgien , klimagerechte
städtische Räume in Dänemark , zirkuläre Regenwasserspeichersysteme in den
Niederlanden , langfristige Planung zur Dürreresilienz auf Jersey sowie
Neubewertungen der Dammsicherheit und Hochwasserrisiken in Norwegen .
Mehr darüber erfahren Sie auf unserem Blog
(https://www.sweco-gmbh.de/blog/wassermanagement-in-europa/) .
Sources
Zusätzlich zu den oben genannten EurEau-Daten stützt sich Sweco im gesamten
Bericht auf folgende Quellen:
- Europäische Umweltagentur, Europe's State of Water 2024 (https://www.eea.europ
a.eu/en/analysis/publications/europes-state-of-water-2024)
- Copernicus-Klimadienst (C3S), European State of the Climate 2024- Flooding
(https://climate.copernicus.eu/esotc/2024/flooding)
- Europäische Kommission, Poorly managed water (https://environment.ec.europa.eu
/topics/water/water-wise-eu/poorly-managed-water_en)
* Die Analyse von Sweco basiert auf einer Auswertung und Zusammenfassung
öffentlich zugänglicher Daten, insbesondere einer Umfrage der Europäischen
Vereinigung der nationalen Verbände der Wasserversorger (EurEau) aus dem Jahr
2021 (https://www.eureau.org/resources/publications/eureau-publications/5824-eur
ope-s-water-in-figures-2021/file) , die die Situation in 29
EurEau-Mitgliedsländern abdeckt. Sweco nutzte seine Erfahrungen mit der
Entfernung von Mikroverunreinigungen in Deutschland, wandte diese auf die
Kostendaten von EurEau an und leitete daraus eine grobe Schätzung der daraus
resultierenden Wasserpreiserhöhung in Europa ab - bedingt durch den Ausbau der
Abwasserbehandlung zur Entfernung von Mikroverunreinigungen.
Sweco plant und gestaltet die nachhaltigen Städte und Gemeinden der Zukunft. Mit
dem kollektiven Wissen unserer 23.000 Architekt*innen, Ingenieur*innen und
anderer Expert*innen arbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden daran, den grünen
Wandel zu unterstützen, das Potenzial der Digitalisierung bestmöglich zu nutzen
und die Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken. Sweco ist der führende
europäische Anbieter für Architektur- und Ingenieurdienstleistungen mit einem
Umsatz von rund 2,9 Mrd. EUR in 2025. Das Unternehmen ist im Nasdaq Stockholm
gelistet.
http://www.sweco-gmbh.de
Pressekontakt:
Katrin Zeuschner
Head of Communications and Marketing
E-Mail: mailto:marketing@sweco-gmbh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/181269/6274540
OTS: Sweco GmbH
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