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Frankfurt (ots) - Recht und Gerechtigkeit? Die Todesstrafe hat nichts, aber auch
gar nichts davon. Sie ist eine verachtens- und verurteilungswürdige finale
Selbstüberhebung des Menschen über den Menschen. Und im Rechtsstatt nichts
anderes als die Kapitulation vor dem primitivsten Rachegedanken. Sie ist
unumkehrbar, fehleranfällig und brutal. Sie trifft nicht nur Schuldige, sondern
auch falsch Verurteilte. Sie trifft überproportional Arme, Minderheiten und
Menschen, die sich keine gute Verteidigung leisten können. Nicht einmal der
Abschreckungseffekt lässt sich nachweisen. Die Todesstrafe ist grausam,
diskriminierend und wirkungslos. Diktaturen und Autokratien setzen das Verhängen
dieser extremsten Strafe als Instrument der Vernichtung, des Terrors, der
Willkür ein - siehe China, Iran oder Saudi-Arabien. Wie kann ein Rechtsstaat
dasselbe staatliche Gewaltinstrument nutzen und sich demokratisch auf der
sicheren Seite wähnen?
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