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Berlin (ots) -
- United Interim Wirtschaftsreport 2026 benennt die Produktivitätsfaktoren für
die wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft
- Umfrage unter 550 Interim Managern aus allen Branchen
Die Automobilbranche wird häufig als Gradmesser für den Zustand des
Industrielands Deutschland eingestuft. Doch tatsächlich ist der Maschinen- und
Anlagenbau für die industrielle Substanz des Standorts noch wichtiger, weil er
breiter aufgestellt, stärker mittelständisch geprägt und weniger abhängig von
einzelnen Märkten ist. Dies geht aus dem Wirtschaftsreport 2026 der
Management-Community United Interim ( http://www.unitedinterim.com ) hervor, den
15 Experten für Interim Management vorgestellt haben. Ulvi Aydin, Friedhelm
Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock,
Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt,
Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg
sowie Dr. Harald Schönfeld sind in dem Report unter anderem der Frage
nachgegangen, welche Branchen für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands von
ausschlaggebender Bedeutung sind und welche Maßnahmen notwendig sind, um diese
"auf Spur zu halten." Hierfür haben die 15 Experten eine Umfrage unter 550
Interim Managern durchgeführt, die als Führungskräfte auf Zeit mehr berufliche
Herausforderungen in mehr Unternehmen bewältigen als festangestellte Manager und
daher als besonders erfahren gelten.
Produzierendes Gewerbe Schlüssel für den Wirtschaftsstandort Deutschland
Demnach sind sich 88 Prozent der befragten Interim Manager einig, dass dem
Maschinen- und Anlagenbau die höchste Bedeutung für die Industrienation
Deutschland zufällt. Erst an zweiter Stelle steht die Zulieferindustrie mit 78
Prozent (Mehrfachnennungen waren erwünscht) und an fünfter die
Automotive-Branche insgesamt (68 Prozent). "Letztlich verdeutlichen die Zahlen
die umfassende industrielle Substanz Deutschlands, die auf dem Spiel steht",
sagt Jan Beutnagel.
Die Positionen drei und vier teilen sich die chemische Industrie und die
Elektrotechnik/Elektronik-Fertigung mit 76 Prozent. Das Produzierende Gewerbe
insgesamt stufen zwei Drittel der Befragten als Schlüssel für den
wirtschaftlichen Wohlstand Deutschlands ein. "Wenn einer dieser
Wirtschaftszweige schwächelt, wird es eng", sagt Studienleiter Dr. Harald
Schönfeld, und stellt fest: "Derzeit leiden leider alle diese Branchen unter
strukturellen Schwächen und damit eben auch der Industriestandort Deutschland."
Auf den weiteren Rängen der Bedeutungsskala für die wirtschaftliche Zukunft
Deutschlands liegen laut Umfrage: Energiewirtschaft (63 Prozent),
Informationstechnologie, Telekommunikation und Software (60 Prozent),
Umwelttechnik (59 Prozent), Logistik, Transportwesen und Supply Chain Management
(56 Prozent), Gesundheitswesen (54 Prozent), Luft- und Raumfahrttechnik (41
Prozent). Dem Finanzsektor ordnen zwar nur 20 Prozent der Interim Manager eine
herausragende Rolle zu, aber weitere 63 Prozent erkennen seine über die eigene
Branche hinausgehende Wichtigkeit für die Gesamtwirtschaft an. "In einigen
dieser Branchen wie IT/TK/Software oder Raumfahrt stecken erhebliche
Wachstumspotenziale", sagt Jane Enny van Lambalgen, und empfiehlt: "Unternehmen
aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Automotive-Sektor sollten die
Expansion in Wachstumsmärkte wie Space oder Robotik ernsthaft erwägen."
Eine Sonderrolle nimmt laut Studie der Bau- und Immobiliensektor ein, dem 87
Prozent eine hohe oder sogar sehr hohe Bedeutung über die bloße ökonomische
Wirkung in der eigenen Branche hinaus zuschreiben. Klaus-Peter Stöppler
erläutert: "Die bauliche Infrastruktur bildet die Grundlage für das
Funktionieren beinahe aller Wirtschaftszweige. Zudem prägen Immobilien
maßgeblich unseren sozialen Lebensraum und gefährden bei Fehlentwicklungen -
Stichwort Wohnungsnot - den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft." Sein
Kollege Roland Streibich ordnet ein: "Die immer neuen überlappenden Krisen
führen auch in der Bau- und Immobilienbranche zu einem erhöhtem
Restrukturierungsbedarf und zunehmendem Pessimismus."
Als "Branche" ganz besonderer Art ist zudem nach Einschätzung der Führungskräfte
auf Zeit der Bildungsbereich zu sehen. Ein funktionierendes Aus- und
Weiterbildungswesen stellt eine wesentliche Voraussetzung für die
wirtschaftliche Zukunft Deutschlands über alle Branchen hinweg dar, sind sich 83
Prozent der Interim Manager einig. "Die Welt hat sich in den letzten 50 Jahren
dramatisch verändert, aber das Schulsystem ist praktisch unverändert geblieben",
sagt Ulvi Aydin, und fügt hinzu: "Umso wichtiger ist es, dass die berufliche
Weiterbildung up to date ist. Die Unternehmen aller Branchen sollten daher
intensiv in die Qualifizierung ihrer Belegschaften investieren, um von neuen
Entwicklungen wie etwa Künstlicher Intelligenz profitieren zu können."
Auswirkungen von KI auf Schlüsselbranchen
Welche Wirtschaftszweige werden durch Künstliche Intelligenz (KI) in absehbarer
Zeit am stärksten verändert, wollten die 15 Experten für Interim Management im
Rahmen der Studie wissen. Das Bildungswesen und die IT/TK/Software-Branche,
meinen über drei Viertel (77 Prozent) der Befragten. Finanzdienstleistungen
nennen 70 Prozent der Führungskräfte auf Zeit.
Künstliche Intelligenz wird auch das Rückgrat der deutschen Industrie, den
Maschinen- und Anlagenbau, auf den Kopf stellen, blicken 62 Prozent in die
Zukunft. 60 Prozent sehen massive Veränderungen durch KI in der Zuliefer- und 58
Prozent in der Automobilindustrie voraus. Im Produzierenden Gewerbe insgesamt
erwarten 57 Prozent signifikante Umwälzungen durch das verstärkte Eindringen
Künstlicher Intelligenz in die Fertigung. "Immer mehr Unternehmen des
Mittelstands nutzen KI-Lösungen. Doch die Wucht der KI-Welle wird in vielen
Führungsetagen massiv unterschätzt. Das wird für viele Unternehmen harte
Konsequenzen haben", meint Eckhart Hilgenstock.
Der prognostizierte Veränderungsgrad durch KI in weiteren Branchen verteilt sich
laut Umfrage wie folgt: Logistik, Transportwesen und Supply Chain Management (68
Prozent), Elektrotechnik/Elektronik (68 Prozent), Gesundheitswesen (64 Prozent),
Luft- und Raumfahrt (58 Prozent), Chemie/Pharma (53 Prozent), Ernährung (50
Prozent), Umwelttechnik (49 Prozent), Energiewirtschaft (47 Prozent), Bau- und
Immobilienbranche (27 Prozent). "In praktisch allen Branchen lassen sich
erhebliche Effizienzsteigerungen durch den KI-Einsatz bei Vertrieb und Marketing
feststellen", weiß Christian Florschütz aus zahlreichen Einsätzen. Das sehen 59
Prozent der Befragten genauso.
Optimierung ist wichtiger als KI
Wie aus dem United Interim Wirtschaftsreport 2026 hervorgeht, steht der
KI-Einsatz indes nicht an erster Stelle, wenn es darum geht, die Produktivität
in Industrieunternehmen zu erhöhen. "Die größten Produktivitätssprünge stecken
in der Prozessoptimierung", sagt Ulrich Schmidt, und 81 Prozent der befragten
Praxisprofis stimmen ihm zu. Ulf Camehn ergänzt: "Prozessoptimierung ist die
Basis und KI-Inventur die Methode, um aus KI keinen Aktionismus, sondern Wirkung
zu machen." Dabei geht es darum, betriebliche Abläufe entweder grundlegend neu
zu gestalten (Re-Design) oder zumindest bestehende Prozesse systematisch zu
verschlanken (Lean), um Effizienz, Qualität und Geschwindigkeit bei sinkenden
Kosten zu steigern. "Vereinfacht gesagt wird alles eliminiert, was überflüssig
ist, nicht zur Wertschöpfung beiträgt und den Kundennutzen oder die
Wettbewerbsfähigkeit nicht erhöht", sagt Dr. Andreas Vieweg.
An zweiter Stelle nach der Optimierung der Abläufe steht laut Report die
Qualifizierung der Belegschaft mit 74 Prozent Zustimmung. "Eine KI-Einführung
ohne entsprechende Weiterbildung der Beschäftigten zum Umgang damit kann die
Produktivität sogar nach unten treiben, weil die Betroffenen verunsichert sind",
gibt Paul Stricker ein Beispiel für die Zusammenhänge. An dritter Stelle folgt
die übergreifende Automatisierung mit 70 Prozent Zustimmung.
Im Spezifischen stufen die Führungskräfte auf Zeit folgende Hebel als besonders
relevant für Produktivitätssteigerungen ein (Überlappungen gewollt): Smart
Production (Industrie 4.0 bzw. 5.0; 66 Prozent), Produktionsoptimierung (65
Prozent), Künstliche Intelligenz (64 Prozent), Robotics (62 Prozent), Einsatz
moderner Software (ERP, CRM etc.; 55 Prozent), Optimierung des Produktportfolios
(53 Prozent) und Lieferkettenoptimierung (49 Prozent). Das Konzept der
sogenannten "Dark Factories", also einer vollautomatisierten Fertigung ohne
menschliche Arbeitskraft, stufen 43 Prozent der Befragten als realistisch und
produktivitätsfördernd ein. 35 Prozent empfehlen einen Autonomous Production
Twin (APT), also ein KI-gestütztes, digitales Abbild der Produktion, das
Prozesse in Echtzeit überwacht, optimiert und weitgehend autonom steuert.
Christian Jung erklärt: "Der Maschinen- und Anlagenbau ist in vielen Bereichen
immer noch Technologieführer. Doch geopolitische Verschiebungen, verschärfter
internationaler Wettbewerb und ein tiefgreifender Umbruch zwingen die Branche,
sich neu zu erfinden. Wer zögert, verliert. Automatisierung, Robotics und KI
eröffnen dabei neue Möglichkeiten. Wer die richtigen Maßnahmen daraus ableitet
und seine tragfähige Strategie konsequent umsetzt, wird die Märkte von morgen
gestalten." Friedhelm Best hat festgestellt: "Westliche Unternehmen mit einer
Produktionsstätte in Asien erhalten oft von dort viele brauchbare Anregungen zum
Technologieeinsatz für die heimische Fertigung."
Dr. Harald Schönfeld fügt im Hinblick auf Interim Management hinzu:
"Betriebsblindheit ist die größte Hürde, um Unternehmen fit für die Zukunft zu
machen. Die externe Perspektive, wie sie Interim Manager mitbringen, gepaart mit
Branchen-Know-how und bereits gesammelten Erfahrungen bei der Einführung dieser
neuen Technologien, ist für jedes Unternehmen ein Gewinn."
Dr. Sven Mues weiß zu berichten: "In vielen Industrien geht die Modernisierung
mit der Entscheidung für eine Werksverlagerung etwa nach Osteuropa einher."
United Interim ist die führende digitale Plattform und das einzige Ökosystem für
Interim Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie macht
qualitätsgeprüfte Interim Manager sichtbar, ermöglicht ihre professionelle
Selbstvermarktung und bietet Unternehmen sowie Providern einen kostenfreien,
direkten Zugang zu passenden Interim-Lösungen. Als offene Online-Community und
kuratierter Pool erreicht UNITEDINTERIM weit über 12.000 Führungskräfte auf Zeit
in der DACH-Region. Aus diesem Kreis haben einige der erfahrensten und
renommiertesten Interim Manager gemeinsam mit UNITEDINTERIM eine Studie über den
Stand und die Zukunft der deutschen Wirtschaft durchgeführt - darunter Ulvi
Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart
Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich
Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas
Vieweg . Die Studienleitung liegt bei Dr. Harald Schönfeld und Jürgen Becker ,
den Gründern und Geschäftsführern von UNITEDINTERIM. An der Befragung haben über
550 ausgewählte Interim Manager teilgenommen - Vertreter der "Königsklasse" im
Management, die in mehr Unternehmen mehr Herausforderungen meistern als
klassische angestellte Führungskräfte und deshalb über einen besonders breiten
Überblick verfügen. Anders als Berater entwickeln Interim Manager nicht nur
Konzepte, sondern verantworten in einer definierten Zeit im Unternehmen auch
deren Umsetzung.
Pressekontakt:
Weitere Informationen: UNITEDINTERIM, http://www.unitedinterim.com
Presseagentur: euromarcom public relations, mailto:team@euromarcom.de,
http://www.euromarcom.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/178324/6276488
OTS: UNITEDINTERIM
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