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Berlin (ots) - Wir räumen zu viel auf in Deutschland! Das klingt erstmal
komisch, auf die Natur bezogen, ergibt das aber durchaus Sinn. Wir begradigen
Flüsse, roden Wälder, bauen Monokulturen an, bekämpfen Unkräuter und Schädlinge
mit Gift und versuchen, die Natur, wo es nur geht, in Zaum zu halten. Die Folge:
Echte Wildnis gibt es hierzulande kaum noch. Dabei wäre die wichtig - nicht nur
für die biologische Vielfalt, sondern auch für uns Menschen. Wie wir in
Deutschland wieder mehr Wildnis schaffen können, weiß (zum Internationalen Tag
der Biodiversität am 22. Mai) Mario Hattwig.
Sprecher: Schutzgebiete, in denen sich die Natur frei entwickeln kann, ohne dass
der Mensch eingreift - das ist Wildnis. So ein Gebiet sollte mindestens 1.000
Hektar groß und zusammenhängend sein. Hier können sich dann Tiere, Pflanzen und
Pilze frei entfalten, so Nicola Uhde, Expertin für Waldpolitik, Wildnis und
globale Biodiversitätspolitik beim BUND.
O-Ton 1 (Nicola Uhde, 20 Sek.): "Wildnisgebiete sind Hotspots der biologischen
Vielfalt, sie sind auch wichtig für den Klimaschutz, sie sind wichtig für den
Wasserhaushalt, sie erfüllen praktisch ganz viele Funktionen und sind deshalb
unverzichtbar für uns Menschen und sie sind natürlich auch Orte, die uns ganz
zauberhafte Erlebnisse bescheren können, wenn wir diese Gebiete besuchen."
Sprecher: 2007 hat sich Deutschland deshalb dazu verpflichtet, auf zwei Prozent
der Landesfläche großflächige Wildnisgebiete auszuweisen und zu schützen. Fast
20 Jahre später sind es grade mal 0,6 Prozent.
O-Ton 2 (Nicola Uhde, 25 Sek.): "Das ist viel zu wenig, hier muss die
Bundesregierung dringend nachlegen und wir haben mittlerweile endlich auch gute
Förderprogramme, gute Unterstützung dafür und wir haben mit der
Wiederherstellungsverordnung, wo es darum geht, Natur wieder Natur sein zu
lassen, auch ein ganz aktuelles Instrument der Bundesregierung, wo sie gute
Synergieeffekte erzeugen kann, bei der Ausweisung von Wildnisgebieten."
Sprecher: In Deutschland wieder mehr Wildnis zu schaffen, hat sich auch der BUND
auf die Fahnen geschrieben. Vor allem sollen dabei mehr Wälder sich selbst
überlassen aber auch Moore und Auen renaturiert werden.
O-Ton 3 (Nicola Uhde, 25 Sek.): "Das kann aber auch bedeuten, dass wir ehemalige
Truppenübungsplätze oder ehemalige Tagebaulandschaften sich selbst überlassen
und so schützen, dass die Natur sich dort frei entwickeln kann. Dann können zum
Beispiel Nationalparke ausgeweitet werden oder die Kernzonen von
Biosphärenreservaten. Ein Beispiel wäre der nördliche Steigerwald in Franken
oder die Egge bei Paderborn, wo es gut wäre, auch neue Nationalparke in
Deutschland zu schaffen in diesen Regionen."
Sprecher: Um in Deutschland wieder ein bisschen mehr Wildnis zu schaffen, kann
aber auch jeder Einzelne etwas tun - zum Beispiel sich politisch engagieren,
landes- und bundesweit, indem man Parteien wählt, die sich für mehr Wildnis
einsetzen aber auch in der eigenen Region.
O-Ton 4 (Nicola Uhde, 16 Sek.): "Zum Beispiel, wenn es darum geht, soll in
meiner Region ein neuer Nationalpark ausgewiesen werden? Und ganz wichtig
natürlich auch, besuchen Sie Wildnisgebiete, gehen Sie dort spazieren, lassen
Sie sich bezaubern und erzählen Sie Ihren Freundinnen und Freunden davon und
Ihrer Familie natürlich."
Wir brauchen mehr Wildnis! Die ist nicht nur gut für die Biodiversität, das
Klima und den Wasserhaushalt, sondern hilft auch uns Menschen und zeigt uns, wie
wir zum Beispiel besser mit dem Klimawandel umgehen können. Mehr Infos gibt's im
Netz unter bund.net/wildnis
(https://www.bund.net/naturschutz/wildnis-in-deutschland/)
Pressekontakt:
Nicola Uhde
BUND-Expertin für Waldpolitik, Wildnis und globale Biodiversitätspolitik
Mobil: +49 151 141 482 67,
Tel.: +49 30 27586-498,
E-Mail: mailto:nicola.uhde@bund.net
BUND-Pressestelle
Tel.: 030 - 27586 - 109
E-Mail: mailto:presse@bund.net
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7666/6276657
OTS: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
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