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Frankfurt am Main (ots) - Der KI-Hype kostet Unternehmen oft Millionen, die ohne
messbaren Effekt verpuffen: Fast die Hälfte der Unternehmen, die sich selbst als
KI-Vorreiter einschätzen, verfügt nicht über die Governance-Grundlagen, um KI
sicher in Finanzprozesse zu integrieren. Zugleich kann nur rund die Hälfte der
befragten Finanzverantwortlichen den ROI ihrer KI-Initiativen überhaupt
beziffern - und wo er gemessen wird, erreicht er bei der Mehrheit weniger als
die Hälfte des oft selbstgesetzten Zielwerts von 20 Prozent. Nur jedes fünfte
Finance-Team erreicht diese Zielmarke. Für Fabian Eigelt, Managing Partner von
SET Management Consulting, liegen die Ursachen auf der Hand. "Die Lücke zwischen
Ambition und Wirksamkeit ist kein Technologieproblem, sondern ein
Transformationsproblem: KI wird zu oft als IT-Projekt gedacht, Reporting mit
Steuerung verwechselt, das fachliche Fundament vernachlässigt. Wer KI im
Controlling erfolgreich einsetzen will, braucht drei Dinge: ein integriertes
Datenmodell, eine klare Governance und Entscheider, die KI als Business Enabler
verstehen - und nicht als ausgefallenes IT-Projekt."
Kaum ein Vorstandsthema wird derzeit so intensiv diskutiert - und so häufig
missverstanden - wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der
Finanzfunktion, eingebettet in eine konsequente End-to-End-Digitalisierung von
Prozessen und Datenmodellen
(http://set-mc.com/consulting-services/digital-empowered-business) .
Investitionsbereitschaft und Erwartungen an ROI, Effizienz und
Steuerungsqualität sind hoch.
Die Realität in den Maschinenräumen vieler CFO-Organisationen aber sieht anders
aus: Prototypen bleiben im Proof-of-Concept hängen. Use Cases erzeugen keinen
messbaren Geschäftsnutzen. Und neue Tools entfalten ihren Nutzen nicht, weil
bestehende Datensilos sie ausbremsen - jene Silos, die mit S/4HANA und einem
harmonisierten Datenmodell eigentlich aufgelöst werden sollten.
Was sich in den Bilanzen vieler CFO-Organisationen aufgebaut hat, ist eine Form
von technischer Verschuldung - mit messbaren Folgen. Der CFO AI Readiness Report
2026 (http://payhawk.com/en-us/blog/finance-leaders-lack-ai-use-rules) des
Fintechs Payhawk - basierend auf einer globalen Befragung von 1.520
Führungskräften - spricht von "Regelschulden" und "Datenschulden": fehlende
Governance auf der einen, inkonsistente Datenbasis auf der anderen Seite. 45
Prozent der selbsternannten KI-Vorreiter verfügen laut der Studie nicht über
grundlegende Governance-Regeln; nur 26 Prozent erfüllen alle fünf operativen
Anforderungen, die KI von der Einführungsphase in den Regelbetrieb überführen.
Eine Untersuchung von Boston Consulting
(http://bcg.com/publications/2025/how-finance-leaders-can-get-roi-from-ai) unter
Finanzvorständen kommt zum Ergebnis, dass nur 45 Prozent den ROI ihrer
KI-Initiativen quantifizieren können - von ihnen verzeichnet ein Drittel
Renditen unter 5 Prozent, ein weiteres Viertel zwischen 5 und 10 Prozent. Die
von vielen Unternehmen angesetzte Schwelle von 20 Prozent wird damit in der
Mehrheit deutlich unterschritten.
Eine Spendesk-Erhebung (http://spendesk.com/de/blog/ki-im-finanzwesen/) aus dem
ersten Quartal 2026 ergänzt das Bild: 85 Prozent der CFOs halten KI für einen
zentralen Effizienzhebel, doch 61 Prozent der Finanzteams haben die Technologie
noch nicht in ihre Arbeitsweise integriert.
Die Lücke zwischen Ambition und Wirksamkeit ist kein Technologieproblem. Sie ist
ein Transformationsproblem.
Drei Denkfehler, die KI-Strategien im Finanzbereich aushebeln
1. KI wird als IT-Projekt gedacht, nicht als Fachtransformation.
Wer ein KI-Programm der IT-Organisation überstülpt, hat die erste strategische
Weiche falsch gestellt. Finanzberichte, Forecasts, Maßnahmenlogiken - das sind
fachlich tief verankerte Arbeitsgegenstände. Sie lassen sich ohne Controlling,
Accounting und Fachbereichs-Commitment weder automatisieren noch sinnvoll mit
Agenten unterstützen. Der blinde Fleck: Technologie wird beschafft, bevor der
fachliche Zielkorridor definiert ist.
2. Reporting wird mit Steuerung verwechselt.
In vielen Organisationen existiert die Hoffnung, KI möge auf einer bestehenden
Datengrundlage endlich jene Antworten liefern, die das Reporting selbst nie
geben konnte. Doch Reporting bildet ab. Steuerung entscheidet. KI wird erst dann
zum Entscheidungsinstrument, wenn klar ist, welche Werttreiber und
Maßnahmenhebel überhaupt steuerungsrelevant sind - und welche lediglich im
Datensatz sichtbar werden. Reporting-Modelle und Steuerungsmodelle müssen Hand
in Hand arbeiten. Reporting allein erfüllt die Steuerungsanforderungen nicht.
3. KI wird als Autopilot verkauft, nicht als Entscheidungssystem mit sauberer
Daten- und Governance-Basis.
Besonders gefährlich ist die Erzählung, KI ersetze die Aufräumarbeit am
Fundament. Das Gegenteil ist der Fall. Wer integrierte Datenmodelle (https://www
.set-mc.com/success-story/aufbau-und-weiterentwicklung-eines-integrierten-finanz
datenmodells-fur-konzern--einzelabschluss) und ein abgestimmtes Target Operating
Model gebaut hat, kann mit wenigen Agenten elegant Root-Cause-Analysen fahren,
Forecasts ableiten und Maßnahmen simulieren. Wer dagegen auf einem
Flickenteppich aus Silosystemen sitzt, braucht plötzlich zwanzig Subagenten -
und wundert sich, dass deren Aussagen widersprüchlich werden. Die KI
halluziniert dann nicht. Die Datengrundlage ist schlecht. Je integrierter das
Fundament, desto größer der Hebel und die Wirksamkeit.
Volatilität verschärft das Grundproblem
Hinzu kommt eine Marktlage, die den sauberen Aufbau erschwert. Zölle,
geopolitische Brüche, Restrukturierungsdruck in Energie- und Automobilindustrie
- der CFO des Jahres 2026 steuert durch Dauerungewissheit. In dieser Gemengelage
wird fast jeder KI-Fall am kurzfristigen Euro-Gewinn gemessen. Use Cases, die
erst in drei Jahren fundamental wirken, bekommen oft keine Freigabe. Das ist
betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, strategisch jedoch riskant: Die Arbeit
am Fundament ist ein Investitionsthema, kein Effizienzthema. Wer nur dort
investiert, wo der Business Case im ersten Jahr unterschrieben wird, baut sich
die Zukunft nicht auf, sondern verschiebt sie - bestenfalls. Auf jeden Fall
verschafft er dem Wettbewerb einen Vorsprung.
Wie ein integrierter Ansatz tatsächlich Wert schafft
Wie anders das aussieht, wenn das Fundament steht, zeigt ein Reporting-Prototyp,
an dem SET gemeinsam mit einem Technologiepartner arbeitet
(https://www.set-mc.com/set-products/ai-empowered-financial-reporting) .
Grundlage für das AI-Empowered Financial Reporting ist ein integriertes
Finanzdatenmodell, auf dem alle Finanzinformationen in derselben Struktur
vorliegen. Die Dashboards für die Profitabilitätsanalyse werden im Prototyp
nicht mehr über klassische Frontend-Tools zusammengeklickt, sondern über Prompts
erzeugt. Wer sich fragt, ob die großen Reporting-Flaggschiffe in ihrer heutigen
Form in fünf Jahren noch existieren, bekommt hier eine Ahnung.
Interessanter als die Oberfläche ist aber das, was darunter läuft. Entdeckt ein
Controller im Dashboard eine Abweichung, übergibt er den Zellkontext per Klick
an einen Chat-Agenten, der die Varianz interpretiert, Ursachen entlang der
Profit & Loss herleitet und bei Bedarf in granularere Ebenen drillt. Aus dieser
Analyse heraus lässt sich unmittelbar eine Maßnahme definieren - mit Region,
Profit Center, Mengen- und Preisveränderung. Der Agent berechnet die
Forecast-Wirkung in derselben Datenstruktur wie die Ist-Daten. Ein separates
Forecast-Tool wird nicht mehr benötigt. Aus Root-Cause-Analyse (Ursachenanalyse)
wird unmittelbar Closed-Loop-Steuerung (geschlossener Steuerungskreislauf).
Der eigentliche Unterschied liegt in der Architektur des Vertrauens, bedeutet:
in der Frage, was die KI tut und was der Code tut - und genau diese Trennung ist
die Grundlage für Vertrauen in die Ergebnisse. Mathematische Operationen laufen
zu 100 Prozent deterministisch über geprüften Code ab - nicht probabilistisch
über das Sprachmodell. Die KI interpretiert und kommentiert, sie rechnet nicht
auf Verdacht. Kontextwissen - Geschäftsmodell, Besonderheiten einzelner Werke,
KPI-Definitionen - wird den Agenten über strukturierte Memory-Ebenen an die Hand
gegeben. So entstehen rollenspezifische Sichten: Beispielsweise liefert ein
Produktionscontroller-Agent dem Group-Controller binnen Sekunden die Antwort,
für die er sonst Tage gewartet hätte. Der Mensch bleibt im Loop: Er entscheidet,
was freigegeben wird.
Solche Architekturen entstehen nicht über Nacht - und schon gar nicht aus dem
Werkzeugkasten eines einzelnen IT-Anbieters. Sie verlangen das Zusammenspiel aus
fachlicher Steuerungslogik, Datenmodell-Verständnis und KI-Architektur. Genau
hier entscheidet sich, ob ein KI-Programm wirkt oder ein Millionengrab wird -
und genau hier liegt die wahrscheinlich folgenreichste Einzelentscheidung des
Vorstands: die Wahl des Umsetzungspartners.
Checkliste: Woran Entscheider den richtigen Umsetzungspartner erkennen
Die wahrscheinlich folgenreichste Einzelentscheidung aber ist die Wahl des
Partners in einer KI-Transformation der Finanzfunktion. Sechs Kriterien trennen
den seriösen Begleiter vom Buzzword-Anbieter:
1. Fachliche und technologische Tiefe in Personalunion. Verlangen Sie nicht
Berater, die entweder CFO-Agenda oder KI-Technologie beherrschen, sondern
beides. Nur wer Monatsabschluss, Forecast-Prozess und Steuerungslogik im Detail
versteht, kann entscheiden, wo ein Agent mehr Wert stiftet als ein klassisches
Tool - und wo nicht.
2. Einfache Sprache statt Buzzword-Gewitter. Wer Ihnen in den ersten zwanzig
Minuten fünf Anglizismen an den Kopf wirft, ohne Ihr spezifisches Problem
präzise zurückzuspiegeln, wird es auch im Projekt nicht tun. Ein guter Berater
paraphrasiert Ihre Herausforderung, bevor er über Lösungen spricht.
3. Ein vorzeigbarer Prototyp - kein Hochglanzdeck. Lassen Sie sich konkret
zeigen, wie eine Lösung heute funktioniert. Fragen Sie, ob sich das auf Ihre
Systeme und Datenwelt übertragen ließe. Eine Diskussion über einen laufenden
Prototyp ist aussagekräftiger als Hypothesen auf schönen Folien.
4. Ein klar kalkulierter KI-Business-Case. Ein seriöser Anbieter erklärt, wofür
Sie tatsächlich Geld ausgeben: Token-Kosten bei API-Anbindung an große Modelle,
Infrastrukturkosten bei lokal gehosteten LLMs, Break-Even-Punkte in Abhängigkeit
vom Nutzungsgrad. Fehlt dieser Dialog, fehlt die Seriosität.
5. Garantierte Datensouveränität, realistisch kommunizierte Aussagequalität.
Ihre Daten müssen und sollten das Unternehmen nicht verlassen - lokal gehostete
Modelle sind Standard. Was kein seriöser Anbieter versprechen kann: dass jede
probabilistische Antwort einer KI zu 100 Prozent identisch reproduzierbar ist.
Wer das behauptet, verkauft ein Risiko. Worauf es ankommt, ist Kontext-Schärfung
zu einem belastbaren Gütegrad - und ein deterministischer Rechenkern darunter.
6. Ein scharf abgegrenztes MVP statt Millionen-Vorschuss. Der beste
Qualitäts-Check ist ein zehntägiger Test: Sie stellen unkritische Daten zur
Verfügung, der Partner baut in einer sicheren Umgebung etwas Greifbares, Sie
sehen den Mehrwert selbst. Zehn Tage verloren sind verschmerzbar. Fünf Millionen
für einen Piloten, der nie in den Betrieb findet, nicht.
Was Entscheider morgen früh anpacken sollten
Wer heute Verantwortung in einer CFO-Organisation trägt, sollte sich nicht der
Illusion hingeben, man könne die Entscheidung über KI an einen
Use-Case-Beauftragten delegieren. Das Thema gehört auf C-Level - mit Ressourcen,
Energie und persönlicher Rückendeckung. Es verlangt zentrale Governance als
Ermöglicher, nicht als Bremse. Denn nur so können dezentral Assistenten
entstehen, ohne neue Silos zu bauen. Und es verlangt die ehrliche Frage, ob das
fachliche Fundament trägt.
Ob ein Unternehmen seine KI-Investitionen in den nächsten Jahren in Wirkung
umsetzt oder weiter Millionen verbrennt, entscheidet sich nicht in der
Tool-Auswahl. Es entscheidet sich daran, ob das Fundament steht - und ob die
Geschäftsführung den Mut hat, das Fundament zu finanzieren.
Zum Autor: Fabian Eigelt ist Managing Partner der SET Management Consulting GmbH
in Frankfurt am Main (https://www.set-mc.com/) , einer meinungsstarken
Boutique-Beratung für ganzheitliche Transformationen an der Schnittstelle von
Finance, Organisation und Technologie. SET begleitet DAX-Konzerne und den
Mittelstand vom strategischen Zielbild über Governance und Change bis zur
Implementierung - mit besonderer Tiefe in der CFO-Agenda.
Kontakt (https://www.set-mc.com/kontakt)
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet "AI-empowered Financial Reporting"?
AI-empowered Financial Reporting beschreibt einen Ansatz, bei dem KI-Agenten auf
einem integrierten Datenmodell aufsetzen und Reports, Root-Cause-Analysen sowie
Forecast-Simulationen in einer einzigen Arbeitsumgebung ermöglichen.
Mathematische Operationen laufen deterministisch, die KI interpretiert und
kommentiert.
Warum scheitern so viele KI-Projekte im Finanzwesen?
Die häufigsten Gründe sind fehlende Governance ("Regelschulden"), inkonsistente
Datenbasis ("Datenschulden") und ein Verständnis von KI als IT-Projekt statt als
Fachtransformation. Ohne integriertes Datenmodell bleibt jede KI auf einem
Flickenteppich aus Silosystemen wirkungslos.
Welcher ROI ist bei KI im Controlling 2026 realistisch?
Laut BCG-Finance-Survey 2025 können nur 45 Prozent der Finanzverantwortlichen
den ROI ihrer KI-Initiativen quantifizieren; von ihnen erreichen rund ein
Drittel weniger als fünf Prozent Rendite, ein weiteres Viertel liegt zwischen
fünf und zehn Prozent - deutlich unter der von vielen angesetzten
20-Prozent-Schwelle. Höhere Renditen sind möglich, setzen aber belastbare
Datengrundlagen und klare Governance voraus.
Was unterscheidet eine seriöse KI-Beratung von einer Buzzword-Beratung?
Fachliche und technologische Tiefe in Personalunion, ein vorzeigbarer Prototyp,
ein transparent kalkulierter Business Case (inklusive Token-Kosten und
Break-Even), garantierte Datensouveränität sowie die Bereitschaft, mit einem
abgegrenzten MVP zu starten, statt einen Millionenvorschuss zu verlangen.
Muss ich meine Daten ins Ausland senden?
Nein. LLM-Modelle lassen sich lokal hosten - die Daten verlassen das Unternehmen
nicht. Ein seriöser Anbieter macht Datensouveränität zur Grundvoraussetzung und
stellt das technisch sicher.
Pressekontakt:
Angela Recino Bewegte Kommunikation
Tel. 022412007011
mailto:a.recino@bewegtkommunikation.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/182573/6276739
OTS: SET Management Consulting
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