|
Berlin (ots) - Virtuelle Tests und Simulationen werden für die
Sicherheitsprüfung automatisierter Fahrzeuge immer wichtiger. TÜV-Verband, DEKRA
und SGS fordern klare Regeln und unabhängige Prüfungen für automatisierte
Fahrfunktionen. Gemeinsames Positionspapier veröffentlicht.
Automatisierte Fahrfunktionen verändern die Fahrzeugtypprüfung grundlegend.
Neben den klassischen Tests auf Prüfständen und Teststrecken kommen Simulationen
und Szenario-basierte Verfahren zum Einsatz, um die Sicherheit
hochautomatisierter Fahrzeuge zuverlässig zu bewerten. Dabei werden
automatisierte Fahrzeuge virtuell mit unterschiedlichen Verkehrssituationen
konfrontiert, beispielsweise mit plötzlich auftretenden Hindernissen oder
riskantem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Im Zuge dieser Entwicklung
fordert der TÜV-Verband gemeinsam mit DEKRA und SGS klare Regeln für
simulationsbasierte Prüfverfahren. Entwicklung, unabhängige Sicherheitsprüfung
und behördliche Genehmigung müssen weiterhin klar voneinander getrennt bleiben.
"Wenn automatisierte Fahrzeuge künftig mit virtuellen Szenarien geprüft werden,
darf nicht derjenige die Prüfmaßstäbe festlegen, der die Systeme selbst
entwickelt", sagt Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim
TÜV-Verband. "Deshalb muss auch bei simulationsbasierten Prüfverfahren die
Rollenverteilung klar bleiben. Nach dem bewährten System der europäischen
Typgenehmigungsverordnung entwickeln Hersteller die Systeme, unabhängige
Technische Dienste prüfen diese und staatliche Behörden entscheiden über die
Genehmigung."
Prüfverfahren müssen neue Risiken berücksichtigen
"Automatisierte Fahrzeuge bewegen sich in einer dynamischen Verkehrsumgebung.
Deshalb müssen auch die Prüfverfahren mit neuen Risiken und Verkehrssituationen
Schritt halten können", sagt Schneider. Für die Sicherheitsbewertung
automatisierter Fahrzeuge reichen festgelegte Standardszenarien deshalb nicht
aus. Die Systeme müssen auch seltene Verkehrssituationen sicher bewältigen
können. Prüfverfahren müssen daher um neue Szenarien ergänzt werden. Dabei
helfen zusätzliche Simulationen und reale Verkehrsdaten.
Darüber hinaus müssen die virtuellen Prüfmethoden selbst nachvollziehbar
überprüft werden. Simulationen dürfen reale Tests nicht vollständig ersetzen,
sondern müssen mit praktischen Versuchsergebnissen abgeglichen werden. Ziel ist
ein verlässlicher Nachweis der Sicherheit automatisierter Fahrfunktionen.
Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen können die Industrie zwar bei
Methodenentwicklung, Simulationen und Testinfrastruktur unterstützen. Sie dürfen
aber keine genehmigungsrelevanten Prüfungen durchführen oder Einfluss auf
behördliche Entscheidungen nehmen. Schneider: "Die Grenze zwischen Entwicklung
und unabhängiger Typprüfung darf nicht verschwimmen. Nur unabhängige Prüfungen
schaffen Vertrauen in automatisierte Fahrzeuge."
Das vollständige Positionspapier "Trennung von Zuständigkeiten im
Typgenehmigungsprozess von Fahrzeugen mit automatisierten Fahrfunktionen" finden
Sie hier: https://ots.de/K8vFuE
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen
Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch
unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit
sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen
ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und
qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen
Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere
Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit
Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.
Pressekontakt:
Maurice Shahd
Pressesprecher
TÜV-Verband e. V.
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
030 760095-320, mailto:presse@tuev-verband.de
http://www.tuev-verband.de | http://www.linkedin.com/company/tuevverband
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/65031/6277349
OTS: TÜV-Verband e. V.
|