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Berlin (ots) - Das gleich vorweg: Nein, eine Pandemie droht von dem
Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo nicht. Dafür ist das Virus
und sein jetzt zirkulierender Stamm Bundibugyo nicht infektiös genug. In
Deutschland kann man daher ganz beruhigt sein und der Weltöffentlichkeit seine
gut ausgestatteten Isolierstationen wie an der Berliner Charité vorführen.
Ob der Ausbruch das Ausmaß der Epidemie in Westafrika vor gut zehn Jahren
annimmt - was eher unwahrscheinlich ist -, kann aber auch noch niemand seriös
beantworten. Damals wurden ganze Familien ausgelöscht; in Liberia lagen Leichen
in den Straßen. Und die internationale Gemeinschaft stellte unter Beweis, dass
sie auf eine solche Situation überhaupt nicht vorbereitet war.
In den vergangenen Jahren ist an den Regularien und Programmen für solche
Ereignisse gearbeitet worden, und Institutionen wie die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) können sie zügig in Gang setzen. Auch wenn der
Ausbruch in der DR Kongo wochenlang unerkannt blieb, sollte man in der Lage
sein, eine derartige Katastrophe wie 2014 bis 2016 zu verhindern.
Doch ein Versagen der internationalen Gemeinschaft ist auch diesmal zu spüren.
Weder gibt es Impfstoffe und Behandlungen noch ausreichende Testkapazitäten für
den kommerziell uninteressanten Bundibugyo-Stamm. Daran könnte wohl erst ein
globales Pandemie-Abkommen etwas ändern, dessen Abschluss aber weiterhin
insbesondere von der EU blockiert wird. Auch machen sich die Kürzungen
humanitärer Programme und der Entwicklungshilfe vor allem durch die USA in
bitterarmen Ländern längst bemerkbar. Und dies insbesondere in Gegenden mit
ohnehin prekärer Gesundheitsversorgung, von denen es gerade in der DR Kongo
viele gibt.
Das wiederum hängt damit zusammen, dass das riesige zentralafrikanische Land mit
seiner Staatskrise und unterschiedlichen, oft armutsbedingten Konflikten in
verschiedenen Landesteilen alleingelassen wird. Während Krisenherde in anderen
Teilen der Welt für rege diplomatische Anstrengungen von Großmächten und einen
Aufschrei der medialen Öffentlichkeit sorgen, tut sich im Kongo und auch
anderswo wenig bis nichts. Doch gerade solche Konflikte in wirtschaftlich
gebeutelten Ländern sind Haupttreiber von Ausbrüchen extrem gefährlicher Erreger
wie Ebola. Dass insbesondere die DR Kongo dabei immer wieder von sich reden
macht, ist eben kein Zufall.
Auch wenn Anstrengungen unternommen werden und Länder wie Deutschland großspurig
Schutzausrüstung für medizinisches Personal bereitstellen - die Bevölkerung vor
Ort wird alleingelassen und muss selber damit klarkommen. Die Bundibugyo-Krise
ist deshalb auch eine Epidemie des internationalen Versagens.
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